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Teltow-Fläming Mit dem Frühling kommt der Fluglärm
Lokales Teltow-Fläming Mit dem Frühling kommt der Fluglärm
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11:39 15.03.2016
Auf dem Flugplatz Reinsdorf starten und landen nicht nur Segler und Schulungsflugzeuge, sondern auch lärmende Kunstflieger. Quelle: Uwe Klemens
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Reinsdorf

Es ist ruhig gewesen im Himmel über Reinsdorf, „aber jetzt wird es wieder losgehen“, sagt Uwe Lehmann. Der 50-jährige Reinsdorfer hat sein ganzes Leben mit dem Flugplatz als Nachbarn verbracht. Statt sowjetischen Hubschraubern und Jagdflugzeugen sind es seit einigen Jahren vor allem Motorkunstflieger, die bei gutem Wetter permanenten Lärm machen, wenn sie tollkühne Kunststücke trainieren. Um den normalen Flugbetrieb, der viele Schulungslandungen und -starts von Flugschulen umfasst, gehe es ihm nicht. „Ich kann auch nicht sonntags meinen Rasenmäher anmachen“, schimpft er dagegen auf die Kunstflieger.

Protest-Graffito gegen Fluglärm

Sein Nachbar René Lerke hat auf seiner Hauswand dem Kunstfluglärm eine deutliche Absage erteilt. „Ich bin zwar hergezogen, als es den Flugplatz schon gab, damals wurde hier aber noch nicht Kunstflug trainiert. Es gibt manche Maschinen mit Schalldämpfern, die sind erträglich. Aber bei anderen hört man nur die Fehlzündungen und das Scheppern wie bei einem Moped ohne Auspuff!“, beschreibt Lerke den Lärm. Er sehe ein, dass der Flugplatz ein wirtschaftliches Unternehmen sei, doch das müsse man unterbinden.

René Lerke aus Reinsdorf protestiert auf seiner Hauswand. Quelle: Uwe Klemens

Das Ehepaar Helmut und Ulrike Kolditz betreibt den „freundlichen Flugplatz Reinsdorf“, wie es auf der Internetseite heißt. Die Klagen sind für sie nicht neu. „Es artikulieren sich nur die Gegner, viele finden die Kunstflieger toll und schauen regelmäßig zu“, sagt Ulrike Kolditz. Laut der Geschäftsführerin haben sich die Kunstflieger auf eine Selbstverpflichtung eingelassen, wonach erst um 9 Uhr morgens geflogen und mindestens drei Stunden über Mittag pausiert wird. Die Betriebsgenehmigung sieht solche Einschränkungen eigentlich nur an Wochenenden und nur für Maschinen vor, die nicht den „erhöhten Schallschutzanforderungen“ entsprechen.

Maximal 15 Trainingstage im Monat

In besonders aktiven Phasen wird etwa an 15 Tagen im Monat geprobt, in ruhigen Zeiten oder bei langanhaltendem schlechten Wetter auch nur an zwei Tagen, sagt Kolditz.

Intensiv wird der Flugplatz vom 2. bis 8. Mai genutzt. Dann findet wieder ein Trainingslager für die deutsche Nationalmannschaft im Motorkunstflug und dessen Nachwuchs statt. Anfang Oktober werden die Landesmeisterschaften und außerdem die „Reinsdorf Challenge“ im Luftraum über Reinsdorf absolviert. Die Betreiber wollen sich gerade zu Beginn der Saison gesprächsbereit zeigen und überlegen nun, Anwohner und Flieger zum Dialog einzuladen.

Kritiker sind enttäuscht

Für Uwe Lehmann ist die Zeit der Gespräche vorbei. Er ist vor allem von der Gemeinde Niederer Fläming enttäuscht, die den Flugbetrieb überhaupt zulasse. David Kaluza (parteilos), Bürgermeister von Niederer Fläming, zeigt Verständnis für die Anwohner, weist die Kritik aber von sich: „Gerade im Frühjahr bereitet der Flugplatz manchem Ärger, aber mir liegen tatsächlich keine Beschwerden vor. Es wäre die Aufgabe der Ortsvorsteher und der Gemeindevertretung, das zu thematisieren.“ Er sieht allerdings kaum Chancen, die bestehende Genehmigung für den Betrieb einzuschränken.

Hintergrund

Der Flugplatz in Reinsdorf wurde ab 1936 als Übungsplatz für die Fliegerschule des Flugplatzes Gatow in Berlin genutzt.

Während des Krieges waren hier Luftjäger zur „Reichsluftverteidigung“ stationiert.

Nach 1945 wurde der Flugplatz von sowjetischen Jagdfliegern aus Jüterbog und Hubschraubern aus Sperenberg genutzt.

Seit 1991 kann der Flugplatz Reinsdorf auch von zivilen Maschinen genutzt werden.

Von Peter Degener

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