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Mit den Digedags lesen gelernt

Ausstellung über Comic-Kultfiguren Mit den Digedags lesen gelernt

Die Digedags waren die Comic-Kultfiguren in der DDR. Am 23. Dezember 1955 gingen Dig, Dag und Digedag erstmals auf Abenteuerreise im Magazin „Mosaik“. An dieses Ereignis erinnert eine von Vater Klaus und seinem Sohn Thorsten Wendt gestaltete Ausstellung, die auf den Tag genau 60 Jahre später nach der Erstveröffentlichung n der Heimatstube Sperenberg eröffnet wird.

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Sperenberg. Dig, Dag und Digedag waren Kultfiguren in der DDR. Ihr erstes Abenteuer erlebten die drei von Hannes Hegen erdachten Comic-Helden mit den großen Sprechblasen am 23. Dezember 1955 in der Zeitschrift „Mosaik“. Daran erinnert die von Vater Klaus und Sohn Thorsten Wendt gestaltete Ausstellung „60 Jahre Mosaik“ in der Sperenberger Heimatstube.

„Mit dem zweiten Heft habe ich lesen gelernt“, sagt Klaus Wendt. Weil ihm als Abc-Schütze das Lesen schwer fiel, schenkte ihm sein Vater ein „Mosaik“. Wendt verschlang das Heft, las es immer wieder, „bis ich es fast auswendig konnte“. Noch heute weiß der 67-jährige Sperenberger, wovon das Leselernheft handelt: Die Digedags fahren zur See. „Zu dieser Zeit wurde in der DDR der Aufbau einer Handelsflotte forciert.“ Als der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin 1961 als erster Mensch in einem Raumschiff die Erde umrundete, flogen die Digedags wenig später ins Weltall. Bezüge zu aktuellen Themen oder zur Geschichte seien das Gütezeichen der „Mosaik“-Hefte gewesen, sagt Wendt. Deshalb kaufte ihm sein Vater ab und zu für 95 Pfennige ein Heft, um die Lesefreude seines Sohnes zu belohnen. So sammelte sich bis Ende der 1970er Jahre einiges an. „Da kam mein Sohn Thorsten in die Schule und hatte die gleichen Probleme mit dem Lesen wie ich. Also habe ich ihm meine Hefte gegeben.“ Weiter hörte sich Klaus Wendt bei Bekannten und Verwandten erfolgreich nach anderen Heften um. Fortan schenkte er seinem Sohn zum Geburtstag oder zu Weihnachten stapelweise Digedag-Comic-Hefte. „Am Schluss fehlten nur noch die ersten 20 Stück.“ Einige Exemplare erwarb Thorsten Wendt selbst. Das Heft 1 schenkte ihm sein Vater vor vier Jahren zu Weihnachten. „Das habe ich für 750 Euro bei Ebay ersteigert. Dafür blättern einige Sammler sogar bis zu 2000 Euro hin.“

Heute ist die 229 Hefte umfassende Digedag-Sammlung komplett. Das letzte Heft mit dem Titel „Als Gefangener der Pisaner“ erschien 1975. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Verlag kündigte Hannes Hegen im selben Jahr den Vertrag und nahm die Rechte an seinen Figuren mit. Ab 1976 erschien das „Mosaik” mit den Kobolden Abrax, Brabax und Califax als neue Hauptfiguren. Die drei Abrafaxe begeistern im wiedervereinten Deutschland Comic-Liebhaber in Ost und West.

Insgesamt füllen die Abenteuer der Digedags und Abrafaxe 703 „Mosaik“-Hefte. „Obwohl Thorsten alle Hefte besitzt, geht es in der Ausstellung vor allem um die Digedags“, sagt Klaus Wendt. Weil sein Sohn mittlerweile in Landsberg am Lech (Bayern) lebt, bereitet er die Ausstellung in der Heimatstube vor. Alle dafür erforderlichen Absprachen werden telefonisch getroffen. „Aber bei der Eröffnung am 23.  Dezember ist Thorsten auf jeden Fall dabei.“

Kontakt: www.heimatstube-sperenberg.de;  03 37 03/69 38 30.

Von Frank Pechhold

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