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Teltow-Fläming Mit der S-Bahn zum Strandbad
Lokales Teltow-Fläming Mit der S-Bahn zum Strandbad
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12:30 24.07.2016
Natur und Erholung: Der Rangsdorfer See mit dem Strandbad. Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

Als Lido des Berliner Südens war Rangsdorf in den 1920er und 30er Jahren bekannt. Zu Tausenden zog es die Berliner an den See. Eine Glashalle für 1500 Gäste und die zwölf Meter lange Wasserrutsche waren eine echte Attraktion, die den Ruf Rangsdorfs über viele Jahre prägten.

Seit dem 13. August 1961 ist Rangsdorf vom S-Bahn-Netz abgeschnitten. Auch das Strandbad hat schon bessere Tage gesehen. Doch beides bewegt die Gemüter nach wie vor, belegt das Ergebnis einer Umfrage unter 200 Rangsdorfern. Auf die Frage, ob die S-Bahn wieder bis Rangsdorf fahren sollte, antworteten 72 Prozent, also fast drei Viertel, mit Ja, und zwar so schnell wie möglich. Immerhin noch 16 Prozent wollen sich die Option offen halten. Nur elf Prozent wollen auf die S-Bahn verzichten.

Wunde im Erinnern

Mehr als 50 Jahre nach dem Mauerbau ist das fehlende S-Bahn-Gleis wie eine Wunde in Rangsdorf. Beim Neubau des Bahnhofs wurde die Fläche bewusst frei gelassen, doch ob Rangsdorf Chancen auf einen S-Bahn-Halt hat, wird sich erst Ende des Jahres zeigen, wenn das Land Brandenburg seinen Plan zum Ausbau des Nahverkehrs für die kommenden Jahre vorlegt. Bis dahin heißt es zittern und keine Fehler machen, etwa das spätere S-Bahn-Gleis mit Parkplätzen bebauen. Denn diese könnten Teil des neuen Bahnhofsumfelds sein, das sich 33 Prozent der Befragten als wichtiges Investitionsprojekt der nahen Zukunft wünschen.

Zwei Millionen Euro Fördergeld liegen dafür beim Land bereit, doch die Gemeinde müsste auch einen Eigenanteil von 30 Prozent dazugeben und da liegt das Problem. Der benachbarte Tunnel bindet derart viele Ressourcen, dass für größere Investitionen kaum Geld da ist.

Neuer Hort erwünscht

Der neue Hort der Grundschule sollte eigentlich schon vor zwei Jahren gebaut werden. Ihn wünschen sich immerhin 14 Prozent der Befragten. Deutlich größer ist der Ruf nach vernünftigen Straßen und Wegen. Mehr als jeder Dritte will, dass die Gemeinde dafür mehr Geld ausgibt. Nirgendwo warten die Anwohner so lange wie im Reihersteg darauf, dass ihre Straße erneuert wird. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen: Groß Machnower Allee, Sachsenkorso und die Kienitzer Straße, deren Zustand besorgniserregend schlecht ist. Je länger die Gemeinde zum Sparen verdammt ist, umso mehr wirkt sich der Investitionsstau aus – sehr schön derzeit zu sehen an der defekten Straßenbeleuchtung, die Rangsdorf nachts in Dunkelheit versinken lässt.

Ein Lido im Dunkeln ist kein Lido, doch wie die Umfrage zeigt, wünschen sich viele Rangsdorfer, dass der See wieder mehr Ausflügler und Erholungssuchende anzieht. Erste Visionen dafür liegen bereits in den Schubladen, aber es scheint fraglich, ob das Strandbad in der Wahlperiode bis 2019 noch für viel Geld verschönert wird. Denn was nützt ein schöner See, wenn sich nur noch wenige leisten können, dort zu leben.

Noch Wünsche offen

Bezahlbarer Wohnraum, auch für Senioren, war eine häufige Antwort auf die offene Frage, welches Problem die Umfrageteilnehmer für das drängendste halten. Das Problem hat die klamme Gemeinde ausgelagert und zum Jahresanfang den Eigenbetrieb Wohnen gegründet. Dieser soll die kommunalen Wohnungen sanieren und bezahlbare Wohnungen neu bauen. Dass diese auf dem Bücker-Gelände entstehen, ist allerdings unwahrscheinlich, denn der Denkmalschutz wird die Mieten in die Höhe treiben. Wenn es überhaupt dazu kommt, dass die alten Flugzeughallen noch einmal mit Leben erfüllt werden.

Von Christian Zielke

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