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Teltow-Fläming Mit dieser App kann jeder Wildunfälle melden
Lokales Teltow-Fläming Mit dieser App kann jeder Wildunfälle melden
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11:41 09.03.2018
Mit einer neuen App für Smartphones könnten Wildunfälle erfasst und so Unfallschwerpunkte festgelegt werden. Quelle: dpa
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Dahmeland-Fläming

Einen Wildunfall in der App des Tierfund-Katasters einzugeben, ist relativ simpel. Eine kurze Anmeldung, dann öffnet sich eine Maske, in die Fundort, -zeit und die Todesursache des verendeten Tieres eingetragen werden können. Die kostenlose „Tierfund App“ kann von jedem Bürger in den gängigen Stores heruntergeladen werden – und sie soll auch von normalen Bürgern genutzt werden.

Zahl der Wildunfälle stark gestiegen

Das Smartphone-Programm könnte künftig dazu beitragen, dass verendete Tiere besser erfasst werden. Gerade im Straßenverkehr sind Wildunfälle ein ernstes Problem. Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Dahme-Spreewald 17 Prozent mehr Wild-Kollisionen als im Vorjahr. Für Teltow-Fläming liegen die Zahlen erst im April vor. Es ist aber nach Schilderungen von Jägern und Förstern davon auszugehen, dass die bereits hohen Zahlen der vergangenen Jahre nicht gesunken sind. 2016 kam es zu 1072 Unfällen und schon das waren neun Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Auch im gesamten Land Brandenburg stieg die Zahl der getöteten Wildtiere – um 18 Prozent.

Was bei einem Wildunfall zu tun ist

Sollte es zu einem Wildunfall kommen, sind Autofahrer dazu verpflichtet, den Vorfall zu melden. Die neue App entbindet nicht von der Pflicht, die Polizei oder den örtlich zuständigen Jagdpächter sofort zu informieren. Das gilt auch, wenn das Wild nach dem Unfall geflüchtet sein sollte.

Unmittelbar nach dem Unfall sollte die Unfallstelle gesichert werden. Das Warnblinklicht sollte eingeschaltet und das Warndreieck aufgestellt werden. Liegt das Tier auf der Fahrbahn, sollte es zur Seite geräumt werden – um weitere Unfälle zu vermeiden. Förster oder Jagdpächter können eine Bescheinigung über den Unfall für die Versicherung ausstellen.

90 Prozent der Unfälle werden nicht gemeldet

Die Unfallorte werden bislang in der Regel von der Polizei erfasst. Doch 90 Prozent der Unfälle werden laut Schätzungen überhaupt nicht gemeldet. Festzustellen, an welchen Straßen die Gefährdung besonders hoch ist, ist so nur schwer möglich. Deshalb kooperieren die Förster des Landes nun mit dem deutschen Jagdverband. Jeder Förster, der im Wald tätig ist, soll die Tierfund-App auf seinem Diensthandy installieren – um Unfallwild auch digital erfassen zu können.

Wichtig wäre es aber, wenn die App viel mehr Nutzer finden würde – um die hohe Zahl der nicht gemeldeten Unfälle zu senken. „Jeder Autofahrer kann einen Fund melden. Der Ort des Tieres wird über die GPS-Daten des Handy gesendet“, sagt Ortwin Seier, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Teltow-Fläming. Die App einzuführen, hält er für eine gute Idee.

Fund-Karte gibt es schon – aber keiner nutzt sie

Denn die Karte des Tierfund-Katasters gab es schon vor der Kooperation der Förster und Jäger. Weil die aber kaum jemand kannte, sind auch kaum Funde gemeldet worden. In Teltow-Fläming war es im vergangenen Jahr genau einer, in Dahme-Spreewald waren es acht. Das soll sich mit der Verbreitung der App ändern. „Bei neuen Dingen gibt es immer eine gewisse Trägheit“, sagt Seier. „Es wird auch seine Zeit dauern, bis es sich durchgesetzt hat. Aber besser man fängt jetzt damit an, als nie.“

In Schleswig-Holstein funktioniert die App schon gut

Die eingegeben Daten der App werden von Wissenschaftlern der Universität Kiel überprüft. Sie werten die Wildunfälle aus und ermitteln Schwerpunkte. In Schleswig-Holstein funktioniert das gut. Der ansässige Landesjagdverband nutzt und pflegt das Tierfund-Kataster seit 2011. Seitdem sind viele zehntausend Wildunfälle erfasst worden und erste Erkenntnisse gewonnen worden. So konnten für verschiedene Wildarten jahreszeitliche Höhepunkte in den Statistiken ausgemacht werden.

In Dahme-Spreewald wird es noch dauern, bis die Datenbank so gut gepflegt ist, dass derlei Erkenntnisse gewonnen werden können. Notwendig ist sie aber allemal. „Grundsätzlich ist die App eine gute Idee. Aber es ist nur ein Anfang“, sagt Förster Andreas Sachse von der Oberförsterei Hammer. Er ist sich unsicher, ob der Weg über eine App tatsächlich der richtige ist. „Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Landesforstbetrieb beträgt 54 Jahre. Ich weiß nicht, ob alle Beschäftigten die Daten mit einer App erfassen. In vielen Fällen wird auch die Polizei gerufen und die nimmt dann die Daten auf“, sagt Sachse.

Warnung von Straßenschildern nutzt sich schnell ab

Bislang werden gefährliche Straßenabschnitte in den meisten Fällen mit einem Straßenschild markiert. Das dreieckige Warnschild mit dem abgebildeten Reh ist aber eher ungeeignet, um Wildunfälle zu vermeiden. Denn erstens fehlen noch viele Daten, um Gefahrenzonen zu markieren. Zum anderen belegen Statistiken, dass sich Autofahrer schnell an die Warnschilder gewöhnen. Nur die wenigsten werden tatsächlich langsamer und achten auf mögliche Wildwechsel.

Langsamer zu fahren hilft

Dabei gibt es gute Richtlinien, um Wildunfälle zu vermeiden. Wer langsamer fährt, verringert seinen Bremsweg. Bei Tempo 80 statt 100 Kilometern pro Stunde sind es gleich 35 Meter. In Zonen mit erhöhter Wildunfallgefahr kann das entscheidend sein. Taucht Wild am Straßenrand auf, rät der Landesjagdverband, abzublenden und möglichst zu hupen. So kann das Wild gewarnt werden. Sollte es dennoch auf der Straße stehen bleiben, hilft nur, das Lenkrad festzuhalten und eine Vollbremsung zu machen. Ein kontrollierter Zusammenstoß sei immer besser als ein überhastetes Ausweichmanöver, das zu gefährlichen Schleuderunfällen führen kann.

Hier verrät ein Jäger wie man Wildunfälle vermeidet.

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