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Mit königlicher Schlafmusik

Auf Sonderfahrt durch die Nacht der offenen Kirchen der Region Mit königlicher Schlafmusik

Mitglieder der Kirchengemeinde der Region Trebbin und Ludwigsfelde gingen am Sonntag auf Tour, um zur „Nacht der offenen Kirchen“ Kurioses in anderen Gotteshäusern zu erfahren und mit französischer und vor allem königlicher Schlaf- und Umkleidemusik aus dem 18. Jahrhundert verwöhnt zu werden.

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Mitglieder der Kirchengemeinde der Region Trebbin und Ludwigsfelde besuchten Gotteshäuser im benachbarten Kirchenkreis.

Quelle: Krischan Orth

Ludwigsfelde. Sonderfahrt durch die „Nacht der offenen Kirchen“: Am Pfingstsonntag reiste die evangelische Kirchengemeinde der Region Trebbin und Ludwigsfelde nach Saarmund und nach Nudow. „Wir blicken über den eigenen Rand“, sagte Pfarrer Hans-Christoph Rieth.

In der Dorfkirche Saarmund griff Hannes Immelmann zur Traversflöte. Er gehört zum Quartett „Capella Regina“ aus Potsdam und führte die Nachtschwärmer mit Werken von Leclair, Couperin und Telemann in das 18. Jahrhundert. François Couperin war Hofkomponist. „Er hat auch Schlaf- und Umkleidemusik für den französischen König geschrieben“, erklärte Immelmann. Die Gruppe spielte vor der Königsloge. Denn der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte die Kirche in Saarmund 1848 eingeweiht. Die Orgel zieren vier vergoldete Gipsabgüsse des Bildhauers Christian Daniel Rauch.

Zurück im Bus konnten die pilgernden Nachtschwärmer auch einiges über das historische Nuthetal erfahren. Geschichtlich bewandert ist Pfarrer Rieth. Er erzählte, dass es nahe Nudow einen wichtigen Übergang über den Fluss gegeben habe. Damals war Nudow gegenüber Saarmund lehnspflichtig. Hier haben sich auch die vier Nutheburgen befunden. Urkundlich erwähnt wurden die beiden Ortschaften erstmal im 13. Jahrhundert. Bereits der Schriftsteller Theodor Fontane hatte sich auf den Weg gemacht, die Nutheburgen zu suchen, über sie herausgefunden hat er allerdings nichts. „Wenn sie etwas von den Nutheburgen hören, dann können sie sicher sein: es ist gut erfunden“, so Rieth.

Auch in Nudow sind Spuren der preußischen Herrschaft zu finden, die Königskrone ziert das Gotteshaus. „Die Kirche in Nudow ist eine Kronkirche“, erläutert Thomas Engelhardt, Vorsitzender der hiesigen Kirchengemeinde. Seit zehn Jahren werde für die Renovierung gesammelt, bei der alte Holzbretter entdeckt wurden. Sie dokumentieren einen Totenkronenkult. Dabei handelt es sich um einen regionalen Kult, der besonders im 19. Jahrhundert gepflegt wurde. Eine Holzkrone ziert dabei die Holztafel desjenigen, der unverheiratet und früh verstorben ist. Zur 650-Jahr-Feier 2009 habe man einige Kuriositäten in den alten Kirchenbüchern entdeckt. Über die Trinkfestigkeit der Pfarrer im 19. Jahrhundert oder die Beschwerden des Dorfschullehrers, der 1857 über seine Amtswohnung schrieb: „Wenn man eine Türe öffnet, so öffnen sich alle zugleich.“

In der Ludwigsfelder Kirche St. Michael wurden unterdes die Kerzen entzündet. Hier schloss sich der Kreis mit dem traditionellen Singen bei Kerzenschein. Um Mitternacht öffneten sich zum letzten Mal die Pforten. Die Gäste wanderten im Mondschein nach Hause. Regina Müller-Bahr hat besonders der ökumenische Ansatz der Veranstaltung gefallen. „Das trägt zur Verständigung der Glaubensgemeinschaften bei“, sagte sie. Denn neben dem neuapostolischen Chor in der Kirche waren auch katholische Gäste dabei. Wie Doris Schliffke. Sie empfindet Pfingsten „als eine ruhige Phase zum Nachdenken“.

Von Krischan Orth

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