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Teltow-Fläming Mittelalterlicher Knüppeldamm muss weichen
Lokales Teltow-Fläming Mittelalterlicher Knüppeldamm muss weichen
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00:18 02.07.2017
Grabungsleiter Joachim Stark beim Vermessen und Dokumentieren der beiden übereinander liegenden und aus Eichen bestehenden Knüppeldämme. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Die Sanierung der innerstädtischen B 102 ist für Jüterbog das Jahrhundertprojekt. Seit vor wenigen Tagen beim Ausschachten eine aus Holzbohlen bestehende, von Fachleuten „Knüppeldamm“ genannte Fahrbahn zum Vorschein kam, ist der Abschnitt zwischen Planeberg und Oberhag zum Besuchermagneten geworden. Trotz des vor allem für die Stadtgeschichte bedeutsamen Fundes und eines Großaufgebots an Archäologen und Grabungshelfern gehen die Bauarbeiten im nicht betroffenen Bereich ohne Verzug weiter.

Viele Jüterboger schauen neugierig vorbei

Die Neugierde der Jüterboger, die den mit Spachtel, Pinsel, Messlatte und Fotoapparat arbeitenden Archäologen auf die Finger schauen, kann Grabungsleiter Joachim Stark gut verstehen. „Einen mittelalterlichen Knüppeldamm gräbt man schließlich nicht jeden Tag aus“, sagt der 57-Jährige, der zum dritten Mal das Glück hat, bei einer solchen Ausgrabung mitzuwirken. „Das besondere bei diesem ist der gute Erhaltungszustand, wahrscheinlich, weil das Erdreich sehr feucht ist und das Holz durch den Luftabschluss konserviert wurde.“

Anhand der zusätzlich gefundenen Schnallen, Scherben und Werkzeuge und des Bodenprofils, das noch immer die Spuren des großen Stadtbrands Ende des 15. Jahrhunderts ausweist, lässt sich bereits jetzt das Alter des komplett aus Eichenstämmen bestehenden Bauwerks auf 600 bis 800 Jahre eingrenzen. Ein so genanntes dendrologisches Gutachten soll Klarheit bringen.

Anhand der Jahresringe lässt sich der Zeitpunkt der Baumfällung auf ein Halbjahr genau eingrenzen. Dass beim Bau des Damms frisch geschlagene Bäume verwendet wurden, ist sich Stark anhand gefundener Schälreste ziemlich sicher.

Rückschlüsse auf die Bedeutung der Stadt

Zu den Besonderheiten des Jüterboger Knüppeldamms gehört auch, dass er eigentlich aus zwei übereinander gebauten Dämmen besteht. „Vermutlich hat der erste, etwa 2.10 Meter breite Damm nicht mehr ausgereicht oder war verschlissen, so dass er später mit einem etwa 3,50 Meter breiten Damm überbaut wurde“, sagt Stark, der daraus auch Rückschlüsse auf die damalige Bedeutung der Stadt als Handels- und Umschlagmetropole und auf das Prestigebedürfnis der Stadtväter zieht.

Der Vermutung, womöglich könnte auch der berühmte Ablasshändler einst über den Knüppeldamm gewandelt sein, der dadurch an Bedeutung gewinnen würde, erteilt Stark eine klare Absage. „Tetzel hätte sich hier wohl eher nasse Füße geholt, denn der Damm war da bereits verschwunden.“

Wieder einbuddeln geht leider nicht

Ginge es nach den Archäologen, würden sie das Bauwerk nach dem Fotografieren und Vermessen wieder verscharren, um es zu erhalten. Doch der Damm muss dem Straßenneubau weichen, da er als Untergrund nicht taugt. Nur besonders markante Bauteile, an denen sich mittelalterliche Zimmermannskunst gut erkennen lässt, werden konserviert und aufbewahrt. „Alles zu konservieren wäre zu teuer und man wüsste auch nicht, wohin damit“, so Stark.

Noch nicht auf der Grabungsstätte vorbeigeschaut hat bislang ein Vertreter des Heimatmuseums. Ein paar Meter konservierter Knüppeldamm in einer Bodenvitrine könnte sich Stark gut vorstellen. Dingender Handlungsbedarf besteht nach seiner Meinung nicht, da sich der Damm wahrscheinlich über mehrere Hundert Meter bis zum Dammtor fortsetzt.

Von Uwe Klemens

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