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Mittenwalder Wein in die Sektstadt

13 Kisten Trauben im Museumsgarten geerntet Mittenwalder Wein in die Sektstadt

Hundert Rebstöcke stehen seit sechs Jahren auf dem Grundstück des Mittenwalder Heimatmuseums. In diesem Jahr waren der Sommer und die Pflege perfekt: Bald kann der weiß-rot-gemische Wein "Mittenwalder Museumstraube" ausgeschänkt werden.

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Die Erntehelfer Ralph Fuchs, Brigitta Jänisch und Paul Lastander (v.l.) freuten sich über volle Kisten.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Mittenwalde. Schon früh hatten sich am Samstag die neun Mitglieder des Mittenwalder Heimatvereines auf den Weg gemacht. Sechs Grad zeigte das Thermometer – ideale Bedingungen für die Weinlese im Museumsgarten. Die Trauben müssen kalt und trocken sein, wenn sie von den Reben kommen.

Die Erntehelfer strahlten. Dieses Mal stimmte einfach alles. Der Wettergott war ihnen wohlgesonnen. „Da macht es auch nichts, wenn die Hände kalt werden“, hieß es in der Runde. Hundert Rebstöcke stehen seit 2005 im Garten hinter dem Mittenwalder Heimatmuseum. Sie sollen an die Weinbautradition erinnern, denn schon 1573 gab es in Mittenwalde einen Weinberg, auf dem bis ins 17. Jahrhundert die süßen Trauben geerntet wurden.

Die Weinbauern von heute hegen und pflegen das ganze Jahr über die Rebstöcke. Ralph Fuchs und Bernd Münzberg haben dabei den Hut auf. „Vorher hatten wir ja gar keine Ahnung, aber das kann man alles lernen“, sagen sie. Wenn’s mal gar nicht weiter geht, steht ihnen Knut Kümmel hilfreich zur Seite. Er hat seinen Firmensitz am alten Wasserwerk im Scheunenviertel. Dort stehen auch hundert Rebstöcke, die er zu Versuchszwecken in der Pflanzenschutz-Firma benötigt. Und wenn es einmal ganz schwierig wird, dann gibt Winzer Raik Moh aus Freyburg an der Unstrut gute Ratschläge.
„Regent Blau“ und „Phönix Weiß“ gedeihen im Weingarten. Allerdings haben einige Rebstöcke den langanhaltenden Frost im vorletzten Winter nicht vertragen. Sie sind erfroren. Knut Kümmel schenkte dem Verein zwanzig neue Rebstöcke der Sorte Johanniter.

Drei Kisten voller Trauben waren der Lohn in diesem Jahr, mehr als im Jahr zuvor. Nachdem die Arbeit getan war, ging es zum Scheunenviertel, denn dort war ebenfalls an diesem Tag Weinlese angesagt. Knut Kümmel stellte seine Trauben zur Verfügung, so dass letztendlich dreizehn volle Kisten im Auto verstaut werden konnten. Punkt zehn Uhr machten sich Ralph Fuchs und Bernd Münzberg mit der wertvollen Fracht auf den Weg nach Freyburg. Wichtig ist, dass die Trauben kalt bleiben, denn nur so kann sie der Winzer gleich verarbeiten.

Abgefüllt in Flaschen mit dem Namen „Mittenwalder Museumstraube“ kommt der fertige Wein zurück und lagert im Weinkeller des Museums. Zu besonderen Anlässen oder zu repräsentativen Zwecken steht er dann auf den Tischen. Da die weißen und blauen Trauben zusammen gekeltert werden, bekommt der Wein eine rosa Färbung und die Bezeichnung Rotling. Wenn am 19. Oktober die 107 Mitglieder zum 20-jährigen Bestehen des Vereins in die Mittenwalder Mehrzweckhalle einladen, wird der 2013er Jahrgang noch nicht fertig sein, aber der Jahrgang 2012 ist vom Geschmack auch sehr gut.

Von Gerlinde Irmscher

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