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Mobile Fahrradwerkstatt möbelt alte Drahtesel auf

Ludwigsfelde Mobile Fahrradwerkstatt möbelt alte Drahtesel auf

Es gibt kaum etwas, das Ricco Köfalvi an Fahrrädern nicht reparieren kann. Zurzeit ist er arbeitslos und ehrenamtlich mit einer mobilen Fahrradwerkstatt in Ludwigsfelde unterwegs.

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Ricco Köfalvi hat mit der mobilen Fahrradwerkstatt alle Hände voll zu tun – der 40-Jährige arbeitet zurzeit ehrenamtlich für dieses Sozialprojekt.

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. In den Ferien und im Fastenmonat Ramadan ist es an der mobilen Fahrradwerkstatt Ludwigsfelde ein wenig ruhiger. Doch sonst kann sich Ricco Köfalvi in dem gerade ein Jahr alt gewordenen Projekt vor Arbeit und Aufträgen kaum retten. Nicht nur, dass er für Flüchtlinge gespendete Fahrräder auf Vordermann bringt und zeigt, wie Lichtkabel wieder angeklemmt oder Speichen eingezogen werden. Er holt für den Ersatzteil-Nachschub auch Fahrräder von Online-Kleinanzeigen oder von Versteigerungen ab. „Es gibt kaum was, das ich nicht mache. Ich hab’ schon als Jugendlicher ganz viel an Mopeds und allem, was kaputt war, rumgeschraubt“, sagt er.

Mit dem zur Werkstatt umgebauten Mercedes-Transporter, der über den Verein Solbra betrieben wird, steht er dienstags am Asylbewerberheim Birkengrund, donnerstags am Heim in Genshagen. Und inzwischen weiß der zurzeit arbeitslose Raumausstatter, dass es für die Asylbewerber nachmittags am besten ist, sich um einen Drahtesel als Fortbewegungsgefährt zu kümmern. „Zuerst stand ich immer vormittags dort. Aber da sind viele Flüchtlinge zu Deutschkursen oder Behörden unterwegs und die Kinder in der Schule. Deshalb ist es um 15 Uhr am besten“, erklärt der 40 Jahre alte Ludwigsfelder.

Einsätze an Schulen und für die Ludwigsfelder Weihnachtsengel

Solbra-Vereinschef Henri Vogel erzählt, dass dank der mobilen Fahrradwerkstatt auch am Haus der kleinen Preise in der Thälmannstraße eine regelmäßig arbeitende soziale Fahrradwerkstatt als Hilfe zur Selbsthilfe wachsen konnte. „Wir hatten das Projekt ja von Anfang nicht als ausschließlich für die Flüchtlingshilfe betrachtet, sondern als generelles Sozialprojekt. Und so können wir dank des Sponsorings vom Mercedes-Werk Ludwigsfelde Einsätze an Schulen fahren oder auch die drei Kinderfahrräder für die Verlosung der Weihnachtsengel zur Verfügung stellen“, sagt er.

In der Fahrradstadt Ludwigsfelde spendeten viele Menschen beim Neukauf ihr altes Rad. Oder der Verein sammelt „Fahrradskelette“ aus Kellerräumungen von Vermietern. Dazu sagt Vogel: „Solche Räder werden von uns natürlich zuerst bei der Polizei auf Diebstahl geprüft. Wenn alles seine Richtigkeit hat, bauen wir sie wieder auf und geben sie für kleines Geld ab“, so der Vereinsvorsitzende.

Sozialstunden und eine neue 30-Stunden-Stelle

Weil es die viele Arbeit gibt und der Verein gemeinnützig ist, haben bereits zu Sozialstunden Verurteilte ihre Strafe in diesem Projekt geleistet. „Und ab August besetzen wir eine vom Jobcenter für diese Werkstatt geförderte 30-Stunden-Stelle neu“, sagt Vogel. Bis Ende vergangenen Jahres gehörten auch Geflüchtete zur Stammbesetzung des Werkstatt-Teams. „Das ist derzeit leider nicht mehr der Fall, sonst könnten sich die Flüchtlinge auch untereinander noch mehr helfen“, so der Vereinschef.

Der Mercedes-Vertrag für den Transporter endet nach zwei Jahren im Frühjahr 2018. Wie es dann mit dem mobilen Angebot weiter gehe, werde man sehen, sagt Vogel. „Die stationäre Einrichtung am Haus der kleinen Preise dürfte sich bis dahin allerdings fest etabliert haben“.

Von Jutta Abromeit

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