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Teltow-Fläming Mobile Krebsvorsorge in Jüterbog
Lokales Teltow-Fläming Mobile Krebsvorsorge in Jüterbog
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08:15 10.05.2016
Was sich im Inneren des Mammobils verbirgt, dürften die wenigsten wissen: Zugang haben nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Quelle: Peter Degener
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Jüterbog

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten: Die Brust wird zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und kurz zusammengedrückt – für viele Frauen ein unangenehmes Gefühl. Doch der Druck muss sein. Nur so lassen sich gut beurteilbare Röntgenaufnahmen machen.

Seit knapp vier Wochen parkt das „Mammobil“, die mobile Mammografie-Screeningeinheit Brandenburg-West, die zum Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann gehört, auf dem Marktplatz in Jüterbog. Was sich im Inneren des riesigen Trucks verbirgt, dürften die wenigsten wissen: Denn Zugang haben nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Alle zwei Jahre bekommen sie eine Einladung zum freiwilligen Mammografie-Screening. Die Untersuchung soll der Früherkennung von Brustkrebs dienen. Jede zweite Frau in Brandenburg folgt der Einladung.

Mehr als 430 Frauen kamen bereits zur Untersuchung

Auch die Jüterbogerinnen sind in puncto Krebsvorsorge pflichtbewusst. Ein Blick in die Akten verrät, dass seit dem 11. April – seitdem steht das Mammobil in Jüterbog – mehr als 430 Frauen zur Untersuchung gekommen sind. „Im Schnitt kommen 50 Frauen am Tag“, bestätigt Christin Hahn. Die Arzthelferin mit Röntgenschein ist eine von 14 Mitarbeitern der mobilen Praxis, die noch bis Anfang Juli vor dem Rathaus Station macht. Danach geht es weiter nach Ketzin im Havelland.

Wie sinnvoll ist das Screening?

In Deutschland erkrankt etwa jede zehnte Frau im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs (Mammakarzinom). Mit dem Mammografie-Screening sollen Tumore in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden, in welchem die Chance auf Heilung noch groß ist.

2008 startete die Reihenuntersuchung im Land Brandenburg.

Das Screening ist jedoch umstritten. Mediziner diskutieren sowohl über die Nebenwirkungen als auch über die Effektivität der Methode. Nach wie vor sterben jedes Jahr rund 17 500 Frauen an den Folgen von Brustkrebs.

In der Regel erhalten die Frauen eine Woche nach der Mammografie einen schriftlichen Bescheid. Nur bei fünf Prozent müssen Auffälligkeiten weiter untersucht werden.

Erfahrungen zeigen, dass sich bei Folgeuntersuchungen an circa 80 Prozent der Frauen, die wegen Auffälligkeiten erneut einbestellt wurden, der Krebsverdacht nicht bestätigt.

Geöffnet hat das Mammobil von Montag bis Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr und 13 bis 16.30 Uhr. Jede Frau ab 50 wird im Abstand von zwei Jahren auf der Grundlage von Angaben der Meldebehörden zur Mammografie gebeten. In der Einladung wird sowohl der Termin als auch der Ort, an dem das Screening durchgeführt wird, genannt. Aber auch Frauen ohne schriftliche Einladung können vor Ort oder über die Zentrale Stelle in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) einen Termin vereinbaren. Das letzte Screening muss dafür jedoch mindestens 22 Monate zurückliegen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Von jeder Brust werden zwei Röntgenaufnahmen gemacht

Von innen sieht das Mammobil aus wie eine normale Arztpraxis, nur nicht so geräumig: Bevor es zum Screening in die Kabine geht, müssen sich die Patientinnen mit der Versicherungskarte im Wartezimmer melden. Sobald sie an der Reihe sind, werden die Frauen in eine schmale Umkleidekabine gebeten, wo sie den Oberkörper entkleiden und sämtlichen Schmuck ablegen sollen. Anschließend geht es in den Untersuchungsraum. Dort warten Christin Hahn oder ihr Kollege, der medizinisch-technische Radiologieassistent René Keller, auf die Patientin, um ihr zu erklären, was sie während des Screenings erwartet.

„Das gesamte Prozedere dauert maximal fünf Minuten“, erläutert Hahn. Insgesamt werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Dabei wird die Brust jeweils fünf Sekunden lang fest zwischen zwei Platten des Röntgengeräts gedrückt. Eine schmerzhafte Angelegenheit?

„Es ist auszuhalten“, bestätigt eine Rentnerin, die die Untersuchung gerade hinter sich hat. „Ich frage mich nur, wie es Frauen mit kleinen Brüsten machen“, ergänzt sie. Es komme weniger auf die Größe des Busens, sondern auf das Drüsengewebe an, weiß Christin Hahn: „Das empfindet jede Frau anders.“

Von Josefine Sack

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