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Mobiler Gesundheitscheck

Jüterbog Mobiler Gesundheitscheck

Auf dem Jüterboger Markt untersuchte eine Forschungsinitiative der Universität Potsdam am Donnerstag 35 Probanden auf das Metabolische Syndrom. Schon nach wenigen Minuten im Präventionsmobil gab es hier die Gewissheit.

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Im Präventionsmobil testet Babett Herold die Teilnehmer auf mögliche Risikofaktoren für Herzerkrankungen oder Diabetes.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. In einem weißen Transporter nimmt Babett Herold von mehreren Menschen Maß und bittet sie anschließend auf die Waage. Die Medizinisch-Technische Assistentin ist allerdings nicht auf der Suche nach Brandenburgs nächstem Topmodel, sondern sie ist viel mehr an dem Gesundheitszustand der Jüterboger interessiert.

Hintergrund ist eine Studie der Forschungsinitiative Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam.

Risikofaktoren für Diabetes und Co

Dabei fahren die Wissenschaftler in verschiedene ländliche Regionen Brandenburgs, um insgesamt 5000 Menschen auf das Metabolische Syndrom zu testen – am Donnerstag waren sie auf dem Jüterboger Markt. Der Begriff steht für mehrere Risikofaktoren, die zu Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen können.

Hohe Quote an Betroffenen

Etwa 23 Prozent der Erwachsenen sind in Brandenburg vom Metabolischen Syndrom betroffen. Das ist die dritthöchste Quote bundesweit.

Zu den Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Übergewicht sowie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen.

In der Studie werden fünf Werte getestet. Sind drei davon auffällig, gilt man als gefährdet für Folgeerkrankungen. Eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Bewegung können zur Vorbeugung helfen.

„Wir wollen zum einen herausfinden, wer diese Risikofaktoren hat und ob es an der Versorgung in strukturschwachen Gebieten oder am Verhalten der Personen liegt“, erklärt Monique Wochatz, die Sporttherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin ist.

Nicht alle können den Test machen

Kurz nach dem Start um 9 Uhr empfängt sie die ersten möglichen Probanden. Voraussetzung für den Gesundheitscheck ist ein Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Die ersten Interessenten sind älter – und enttäuscht, dass sie wieder gehen müssen.

Die übrigen werden von Monique Wochatz über das Verfahren aufgeklärt und bekommen einen Fragebogen in die Hand gedrückt.

Es geht darin um Beruf, Einkommen und Familienstand sowie das aktuelle Wohlbefinden. Es wird auch gefragt, ob es in den letzten drei Monaten einschneidende Veränderungen im Leben der Studienteilnehmer gab. Die Beantwortung dieser Fragen geht meist recht zügig.

Anders sieht es dagegen bei den Fragen zur körperlichen Aktivität aus. „Wie viel Sport machen Sie in der Woche, wie viele Stunden am Tag sind sie in Bewegung und wie oft sitzen sie am Tag?“, heißt es im Fragebogen. Eine Frau sagt: „Schwer zu sagen. Wie viele Minuten läuft man so am Tag?“

Kurz und schmerzlos

Anschließend darf die Probandin in das Mobil zum Labortest. Der ist zum Glück weder kompliziert noch schmerzhaft. Babett Herold desinfiziert mit einem Wattebausch den mittleren Finger der rechten Hand. „Achtung, jetzt gibt’s einen kleinen Pieks“, sagt sie und sticht zu.

Mit einem kleinen Röhrchen nimmt sie ein wenig Blut von der Fingerkuppe auf. Danach gibt es erstmal ein Pflaster und das Blut wird auf zwei verschiedene Geräte verteilt. Diese messen Blutfett und Blutzucker.

Nach ein paar Minuten steht das Ergebnis fest. In der Zwischenzeit misst Babett Herold den Blutdruck und den Taillenumfang. Zum Schluss geht es auf die Waage. Dann folgt die Auswertung.

Erleichterung nach dem Test

Uwe Seyfarth ist damit gerade durch. Der 64-Jährige trägt sportliche Kleidung und ist mit dem Fahrrad unterwegs. Ihm habe Babett Herold erklärt, dass bei ihm alles in Ordnung ist, sagt er durchaus erleichtert: „Ich habe mein ganzes Leben lang Sport getrieben und versuche mich halbwegs gesund zu ernähren, auch wenn ich Raucher bin.“

Mit einem guten Gefühl radelt er davon, sagt aber noch:. „Gesund bleiben ist das Wichtigste!“

Es gibt keine Zwischenstände

Insgesamt verlassen die meisten Teilnehmern das Mobil auf dem Markt mit einem Lächeln. Die Mehrheit der 35 getesteten Personen – darunter deutlich mehr Frauen als Männer – ist nicht vom Metabolischen Syndrom betroffen.

Wie viele Betroffene sie in Jüterbog festgestellt hat, möchte Monique Wochatz nicht preisgeben. „Wir geben keine Zwischenstände heraus“, sagt sie. Ein paar Grenzwerte bei Blutzucker und Cholesterin waren aber immer mal dabei.

Von Isabelle Richter

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