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Teltow-Fläming Models im zarten Alter von 60 und mehr
Lokales Teltow-Fläming Models im zarten Alter von 60 und mehr
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07:30 27.10.2016
Das Shooting für das Gänselieschen-Bild wurde von viel Geschnatter begleitet. Quelle: Uwe Klemens
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Hohengörsdorf

Das Erzählcafé in der Hohengörsdorfer sozialtherapeutischen Wohnstätte „Hof Gerhard“ ist ein Ort der Begegnung. Es bietet die Möglichkeit, Vorbehalte abzubauen und Kontakte zwischen Hofbewohnern und Einwohnern zu schaffen, schildert Einrichtungsleiterin Angelika Jurk-Klunker. Einmal im Monat versammeln sich die Dorffrauen der Generation 60plus auf dem Hof zur Plauderstunde und werden dabei von den Hofbewohnern mit Kaffee, Selbstgebackenem und Gastfreundschaft umsorgt. „Eine gute Gelegenheit zum Danke-Sagen“, sagt Jurk-Klunker. Denn ohne die gute Nachbarschaft würde das Konzept des Hofes, alkoholkranke Menschen eine Rückkehr in die Normalität zu ermöglichen, nicht funktionieren.

Landfrauen als Models

Jeweils am Ende eines Café-Jahres erstellen die Frauen einen Foto-Kalender, bei dem sie selbst zu einem bestimmten Thema als Model fungieren. „In diesem Jahr haben wir geschaut, was es früher bedeutete, eine ,Landfrau’ zu sein“, sagt Jurk-Klunker, die mit ihrer Spiegelreflex alle Bilder schießt. Mit dem Gänselieschen-Bild, für das sich am Mittwoch die 66-jährige Brigitte Andreas eine alte Kittelschürze anzog und ein Kopftuch umband, ist das letzte Bild im Kasten, sodass der Kalender Anfang November in Druck gehen kann. „Zur Deckung der Druckkosten bekommen wir jedes Jahr einen Zuschuss vom Seniorenbeirat der Gemeinde Niederer Fläming“, freut sich Angelika Jurk-Klunker. Denn das Kalender-Projekt ist ein wichtiger Teil der Seniorenarbeit. „Die Frauen sind von Mal zu Mal vor der Kamera lockerer geworden und haben inzwischen eine Riesenfreude daran, sich zu verkleiden und zu schminken“, schildert die Hof-Leiterin und Hobbyfotografin.

Privates Wirtschaftsmuseum

Einer der wichtigsten Projekt-Helfer in diesem Jahr war der Borgisdorfer Richard Schulze, der den Ü60-Models sein privates Landwirtschaftsmuseum als Fotostudio überließ. Im Handumdrehen wurde das Fotoshooting so zum Ausflug in die eigene Vergangenheit. Denn für alle Frauen gehörte der Umgang mit Waschbrett, Rüben- und Weißkohlhäcksler oder auch Klemmkucheneisen vor gar nicht so langer Zeit noch zum Alltag.

Das letzte Erzählcafé in diesem Jahr findet Ende November statt, da Rentner in der Weihnachtszeit alle Hände voll zu tun haben, wie Jurk-Klunker weiß. Neben Stolle und Marzipan werden dann die Kalender auf dem Tisch liegen. Dessen Auflage ist auf die Zahl der beteiligten Frauen beschränkt. Eventuell soll der 17er-Kalender dann sogar zu kaufen sein.

Von Uwe Klemens

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