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Moderne Form der Sklaverei

Ausstellung zum Tag gegen Gewalt an Frauen Moderne Form der Sklaverei

Menschenhandel ist eine schwere Straftat und verletzt die Menschenrechte. Eine Ausstellung zu diesem Thema wurde anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen im Kreishaus in Luckenwalde eröffnet. Auch in Deutschland gibt es moderne Formen der Sklaverei, etwa die Zwangs-Prostitution, wie sie auch im Kreis Teltow-Fläming vorkommt.

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Christiane Witt (l.) und Sarah Michel bei der Ausstellungseröffnung im Luckenwalder Kreishaus.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Mit einer Ausstellung im Luckenwalder Kreishaus wird auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Und dafür gibt es gute Gründe, wie die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Christiane Witt, bei der Ausstellungseröffnung sagte: „Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig. Nur die wenigsten Menschen wollen das wahrhaben und beweisen Mut zum Hinsehen und zum Handeln.“ Umso wichtiger sei es, regelmäßig das Problem öffentlich zu machen.

Deshalb organisieren Menschenrechtsorganisationen seit 1981 jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen um die Diskriminierung von Frauen und Gewalt geht. So wird für das Thema sensibilisiert. „Das wollen wir auch hier und heute erreichen, dieses Mal zu einem ganz speziellen Thema“, fügte Christiane Witt hinzu, „es geht um Menschenhandel. Eine schwere Straftat, die die Menschenrechte elementar verletzt.“ Oft seien es Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind. „Frauen, die unfreiwillig der Prostitution nachgehen oder von anderen Zwangslagen wie Handel in die Ehe oder Handel in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gezwungen werden“, so Witt weiter. Ihrer Aussage nach ist Menschenhandel kein statisches Phänomen, sondern unterliegt einem ständigen Wandel. Deshalb gebe es Handlungsbedarf.

Menschenhandel gibt es in fast allen Bereichen. Viele, die von Menschenhandel in Deutschland betroffen sind, stammen aus mittel- und osteuropäischen Ländern. Dort hat sich die ökonomische und soziale Situation für einen Großteil der Bevölkerung erheblich verschlechtert. Weil im Lande keine Perspektiven vorhanden sind und es nur wenig legale Wege gibt, im Ausland zu arbeiten, bezahlen viele Menschen hohe Summen an Schlepper, die ihnen gute Jobs versprechen. Doch statt der legalen Beschäftigung warten auf die Frauen oft Bordelle, in denen sie zur Prostitution gezwungen werden. Auch diejenigen, die sich bewusst ins Rotlichtmilieu vermitteln ließen, sagte Witt, würden rücksichtslos ausgebeutet.

Wie Sarah Michel von „In Via“, dem Katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin, mitteilte, gibt es im Landkreis Teltow-Fläming keine großen Bordelle wie in Ballungsgebieten. „In der Region erfolgt Prostitution vorwiegend in einzelnen Wohnungen, sehr verdeckt und versteckt. Einige Frauen brauchen mit Sicherheit Unterstützung“, sagte sie. Mit den Frauenhäusern und Jugendämtern gebe es Adressen für Hilfesuchende.

Sarah Michel wies zudem auf Gefahren im Internet hin, etwa auf sogenannte Loverboys. Dabei handelt es sich um junge Zuhälter, die eine Liebesbeziehung vortäuschen und Mädchen zur Prostitution bringen, um sich einen finanzielle Gewinn zu verschaffen. Dabei kann ein Treffen in sozialen Netzwerken der Ausgangspunkt sein. „Wichtig ist, dass man weiß, wo man Hilfe bekommen kann“, sagte Christiane Witt.

Am Mittwoch, dem Termin des internationalen Aktionstages, fand im Luckenwalder Mehrgenerationenhaus eine weitere Veranstaltung zum Thema häusliche Gewalt statt. Gemeinsam mit Sabiha Khalil, einer Frauenrechtskämpferin aus Syrien wurde darüber informiert, dass mit Gewalt in anderen Kulturen ganz unterschiedlich umgegangen wird.

Von Margrit Hahn

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