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Monatelang Angst nach Anschlag

Jüterbog Monatelang Angst nach Anschlag

Der Prozess gegen einen jungen Jüterboger wegen eines Brandanschlags auf ein Flüchtlingsheim ist am Montag vor dem Potsdamer Landgericht fortgesetzt worden. Ein junger Malier, der in dem Heim wohnt, wurde dazu befragt, wie er die Nacht des Anschlags erlebt hat. Der Angeklagte nutzte die Gelegenheit zu einer Entschuldigung.

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Das angegriffene Flüchtlingsheim in Jüterbog

Quelle: Iris Krüger

Jüterbog/Potsdam. Das für diese Woche angekündigte Urteil im Brandstifter-Prozess gegen den Jüterboger Chris P. verzögert sich bis Mitte November. Das Landgericht Potsdam hat zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Dem geständigen 21-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen, weil er im Oktober 2016 mit zwei Brandsätzen ein Flüchtlingsheim in Jüterbog anzünden wollte.

Zeuge berichtet von der Tatnacht

Am Montag wurde der 18-jährige Mammadu aus Mali als Zeuge befragt. Er wohnt bis heute in der Unterkunft. „Ich hatte schon geschlafen und bin durch Geräusche aufgewacht, dann sah ich Flammen durch das Fenster. Ich habe dann den Chef des Heims benachrichtigt, der die Polizei rief“, schilderte Mammadu mit Hilfe eines Französisch-Dolmetschers seine Erinnerungen an die Nacht. Sein Zimmer liegt direkt neben der Abstellkammer, auf dessen Fenster Chris P. die aus Bierflaschen präparierten Brandsätze warf. Die Flaschen durchschlugen nur eine Scheibe des doppelt verglasten Fensters.

Chris P

Chris P. (l.) und sein Anwalt beim Prozess vor dem Landgericht

Quelle: Peter Degener

„Ich wollte Ihnen keinen Schaden zufügen“, sagt der Angeklagte

Das Gericht war besonders daran interessiert zu erfahren, wie Mammadu das Ereignis verarbeitet hat. „In dieser Nacht habe ich nicht mehr geschlafen und monatelang hatte ich nachts Angst in diesem Zimmer zu schlafen, aber heute geht es schon“, sagte Mammadu. Das Heim nach dem Brandanschlag zu verlassen, kam für den Schüler nicht in Frage. Der Angeklagte Chris P. nutzte die Vernehmung von Mammadu als Gelegenheit zu einer Entschuldigung. „Ich wollte Ihnen keinen Schaden zufügen. Es tut mir leid“, sagte er dem Zeugen.

Von Peter Degener

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