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Teltow-Fläming Spuren mongolischer Miniaturmalerei
Lokales Teltow-Fläming Spuren mongolischer Miniaturmalerei
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12:14 11.08.2014
Der Künstler Otgo während seines Vortrags. Quelle: Andrea von Fournier
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Glashütte

Mit 15 Jahren hatte Otgonbayar Ershuu seine ersten Einzelausstellungen. Inzwischen ist der 33-jährige mongolische Künstler mit seinen Miniaturbildern um die Welt gereist – und in Berlin hängengeblieben. Museumsdirektor Georg Goes war hocherfreut, den Künstler zur Halbzeit seiner Glashütter Ausstellung „Hun = Menschen“ für einen Vortrag gewinnen zu können. Otgonbayar Er shuu kam gern und brachte seine Familie gleich mit.

Miniaturmalerei als Kunstform

Eine Jurte vor dem Museum begrüßte die Gäste und stimmte sie auf das Thema ein. Und wirklich begann Otgonbayar, der unter dem Künstlernamen „Otgo“ arbeitet, seinen Vortrag mit einem historischen Exkurs über das Volk der Mongolen und Dschinghis Khan. Sie verwendeten die Miniaturmalerei als ihre Kunstform – und das sei auch verständlich. Als Nomaden zogen sie immer wieder weiter, da gab es keinen Platz für sperrige Kunstwerke.

Der Nachweis von Kultur und Kunst der Mongolen ist schwierig. Deshalb sprechen manche Fachleute sie diesem Volk rundweg ab. Sesshafte Menschen bauen Museen, das ist bei Nomaden anders. Spuren mongolischer Miniaturmalerei, die mit Farbstoffen aus der Natur Motive wie Tiere, Pflanzen und Alltag darstellt, finden sich als Felsenbilder oder, seltener, auf textilem Gewebe.

Meist werden alte Darstellungen den Chinesen oder Persern zugeordnet. Da Otgo seit Jahren auch wissenschaftlich arbeitet, sucht und findet er in einer Sisyphos-Arbeit Anhaltspunkte, dass es sich auch hier um mongolische Malerei nach der Eroberung der Nachbarreiche handelt. Der Künstler zeigte dem Publikum etwa historische Schlachtszenen, bei denen Pferde drei Zügel hatten. „Das gibt es nachweislich nur bei den Mongolen“, sagte er über ein dem Iran des 14. Jahrhunderts zugeordnetes Bild.

Der Weg ist das Ziel, nicht das Ergebnis

Otgo selbst hat bereits hunderte Miniaturen gemalt, von denen einige in Glashütte zu sehen sind. Er beschrieb anschaulich, dass es bei dieser Malerei nicht auf das Ergebnis ankommt, sondern der Weg das Ziel ist. Das Malen sei ein meditativer Prozess. Manchmal sitzt der Künstler zwei bis zwölf Stunden und arbeitet. Gedanken und Atem führen seine Hand. An manchen Werken arbeitet er viele Jahre.
Termine: Die Ausstellung ist noch bis zum 31.August im Museum Glashütte zu sehen.

Von Andrea von Fournier

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