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Mosterei investiert in Abwasserreinigung

Hohenseefeld Mosterei investiert in Abwasserreinigung

Mit einer Anlage zur Wasseraufbereitung will die Süßmost und Weinkelterei Hohenseefeld einen alten Streit mit dem Hohenseefelder Wasserzweckverband WAZV beenden. Bislang wurden die Abwässer der Obstwäsche und der Reinigung der Abfüllanlage ungeklärt eingeleitet. Künftig soll eine Anlage verhindern, dass überhaupt nennenswerte Abwässer entstehen.

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Geschäftsführer Manfred Memmert hat die neue Wasseraufbereitungsanlage am Mittwoch in den Probebetrieb genommen.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Neben einer langen Schütte voller Äpfel steht ein zwölf Meter messender Hochseecontainer auf dem Hof der Süßmost und Weinkelterei Hohenseefeld. Er ist voll mit allerlei technischen Apparaturen, davor drei große Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 75 000 Litern. Es ist eine Anlage zur Aufbereitung und Rückführung von Wasser, die am Mittwoch ihren Probebetrieb aufgenommen hat. Wenn das Ergebnis stimmt, endet damit ein Streit zwischen dem Getränkehersteller und dem Hohenseefelder Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV), der bis in die frühen Neunziger Jahre zurückreicht.

Abwasser voller Feststoffe vom Obst

Die Kelterei will mit der teuren Anlage vor allem langfristig Kosten sparen, der Verband wünscht sich weniger verschmutztes Abwasser. Denn in der Hohenseefelder Kläranlage kommen bislang Abwässer der Kelterei an, die voller Feststoffe der gewaschenen Früchte sind, weil die Abwässer bislang ohne jegliche Vorbehandlung eingeleitet werden. Laut Verband hat die Kelterei im vergangenen Jahr über 6900 Kubikmeter Abwasser produziert und dafür Starkverschmutzergebühren gezahlt – bis zu 25 000 Euro, sagt Geschäftsführerin Jana Memmert.

Anlagen-Hersteller ging in Insolvenz

Seit Februar war man auf dem Gelände des Getränkeherstellers dabei, die neue Anlage aufzubauen, denn der Zweckverband hatte nach jahrelangen Diskussionen eine Vorbehandlung der verschmutzten Abwässer zum 30. Juni gefordert. Der Hersteller der Anlage, die Schweriner Triwaclean GmbH, war jedoch nur Wochen später in Insolvenz gegangen. „Wir hatten hier plötzlich eine halb aufgebaute Anlage und mussten daraufhin Ingenieure engagieren, um die Anlage selbst fertigzustellen“, begründet Jana Memmerts Vater Manfred, ebenfalls Geschäftsführer im Unternehmen, die Verzögerung.

Mit Wasseraufbereitung gleich die große Lösung gewählt

Statt für eine Vorbehandlung hat die Firma sich für eine Anlage zur Aufbereitung und Wiederverwendung des Wassers entschieden und dafür 250 000 Euro investiert. Alle Reinigungsarbeiten und auch die Wäsche von Obst sollen künftig mit aufbereitetem Wasser erfolgen. Das geschehe ohne chemische Zusätze, sondern über mechanische Filter. „Was da am Ende herauskommt, könnten man trinken“, sagt Manfred Memmert. Er versichert aber gleichzeitig, dass für die eigentlichen Produkte des Getränkeherstellers weiterhin das vom Zweckverband WAZV zur Verfügung gestellte Trinkwasser genutzt werde. „Wir werden bald gar kein Abwasser mehr produzieren“, gibt sich Jana Memmert optimistisch. Damit soll die Kelterei nicht nur die reguläre Abwassergebühr sparen, sondern auch den Zuschlag für stark verschmutztes Abwasser.

Verbandsvorsteherin bleibt skeptisch

Beim Zweckverband ist man skeptisch, was die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Anlage angeht. „Für uns wäre es eine gute Nachricht, wenn wir künftig deutlich bessere Werte an der Kläranlage bekommen. Dann ist unser Ziel bereits erreicht“, sagt Carmen Straach, Verbandsvorsteherin des WAZV. Die Ankündigung, dass künftig gar keine Abwässer von der Kelterei mehr eingeleitet würden, hält sie allerdings für unwahrscheinlich.

Von Peter Degener

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