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Motorrad-Jagd im Hornbach-Kreisel

Genshagen Motorrad-Jagd im Hornbach-Kreisel

Jedes Jahr im Frühjahr beginnt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rasern unter den Motorradfahrern und der Polizei im Hornbach-Kreisel von Genshagen. Es ist der mit Abstand gefährlichster Unfallschwerpunkt im Kreis Teltow-Fläming. Die Unfallkommission hat sich des Themas angenommen. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

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Motorradjagd im Hornbach-Kreisel im Jahr 2015 Neuerdings soll dort auch gegen die Fahrrichtung gerast worden sein.

Quelle: Jutta Abromeit

Genshagen. Es wird Frühling, wieder beginnen die Rasereien von Motorradfahrern im Hornbach-Kreisel in Genshagen. Familie Wende wohnt in der Nähe und schreibt über die Raser: „Sie schrecken nicht einmal davor zurück, falsch herum im Kreisverkehr zu fahren und sich dabei zu filmen. Sie fahren nicht nur in den Kreisverkehren, auch im Brandenburg Park direkt auf dem hohen Wall.“ Dieses Verhalten schockt andere Verkehrsteilnehmer nicht nur, sie werden zum Teil auch in Unfälle verwickelt.

Fünf Unfallschwerpunkte in Teltow-Fläming

Am Mittwoch tagte in Luckenwalde die Kreisunfallkommission Teltow-Fläming (KUK). Straßenverkehrsamtsleiter Hubert Grosenick sagte hinterher, die Kommission habe anhand der Unfallstatistik von 2016 fünf Unfallschwerpunkte im Kreis festgestellt mit insgesamt 61 Unfällen. Allein 31 davon passierten am Kreisverkehr Genshagen unter der B101 mit seinen Zu- und Abfahrten. „Bei acht Unfällen kamen Personen zu Schaden, an fünf Unfällen waren Motorradfahrer beteiligt, entweder allein oder mit Pkw-Kollisionen“, so Grosenick. Bereits voriges Jahr hatte sich die KUK in zwei Sitzungen fast ausschließlich mit diesem Unfallschwerpunkt befasst.

„Mit verkehrsrechtlichen Maßnahmen, also Polizeikontrollen, ist bisher keine nachhaltige Veränderung des Verhaltens der Motorradfahrer zu erreichen gewesen“, sagt Grosenick. Dass die Straße von Motorradfahrern befahren werde, sei grundsätzlich nicht zu beanstanden, auch wenn mal im Kreis gefahren werde, erklärt Grosenick. Er fährt selbst Motorrad und versucht, solchen Fahrern ins Gewissen zu reden und ihnen zu sagen, dass sie die ganze Zunft in Verruf bringen. „Was nicht geht, sind ,Übungsfahrten’, bei denen man sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet“, so der Leiter des Straßenverkehrsamtes.

Unstimmigkeiten mit dem Landesbetrieb

Um die Unfallstrecke für Motorradraser unattraktiv zu machen, hatte die KUK beim Landesbetrieb Straßenwesen und beim Betreiber des Gewerbegebietes Brandenburg Park voriges Jahr bauliche Veränderungen angeregt. Das könnten zum Beispiel Rüttelstreifen sein. Vereinbart war, dass der Landesbetrieb als Baulastträger bei entsprechender Witterung aktiv wird. „Unser Ziel im Januar war, dass so etwas zu Beginn der neuen Saison umgesetzt sein müsste“, sagt der Straßenverkehrsamtschef.

Doch ein aussagefähiger Landesbetrieb-Vertreter sei am Mittwoch nicht anwesend gewesen, so Grosenick. Er lasse jetzt prüfen, ob sich die Landrätin mit diesem Problem an die zuständige Ministerin wenden könne. Bereits am heutigen Donnerstag sei er selbst im Verkehrsministerium in Potsdam und werde sich mit zuständigen Abteilungsleitern zum weiteren Vorgehen verständigen.

Konsens ist sowohl im Straßenverkehrsamt als auch im Ordnungsamt von Ludwigsfelde und bei den zuständigen Polizisten: Es ist sinnlos, mit Pkws bis zu 200 PS starken Motorrädern hinterherfahren zu wollen. Speziell ausgerüstete Video-Motorradstreifen, um solche Raser fassen zu können, gebe es im Gegensatz zu anderen Bundesländern in Brandenburg aber nicht.

Hintergrund

Der Hornbach-Kreisel Genshagen ist der Knotenpunkt der Landesstraße 793 und Bundesstraße 101. Der Kreisverkehr hat Zu- und Abfahrten von der beziehungsweise auf die vierspurige B 101 nach Norden Richtung Berlin, nach Süden zum Berliner Autobahnring sowie Richtung Luckenwalde und Jüterbog.

Zurzeit siedeln sich im direkt angeschlossenen Nordbereich des Brandenburg Parks weitere Firmen an, so dass der Verkehr in diesem Großkreisverkehr unter der B 101 künftig noch zunehmen wird.

Bereits seit der Jahrtausendwende gibt es dort zwischen zwei kleinen Kreiseln ein teilweises Motorradfahrverbot.

 

Dabei wäre ihr Einsatz nicht nur in Genshagen sinnvoll. Auch im Süden des Landkreises gibt es Bereiche, die von manchen Motorradfahrern zum Rasen genutzt werden. Beliebt ist etwa in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal die Strecke Hennickendorf – Ahrensdorf. Dort gebe es Motorradunfälle, aber keine Häufung, sagt Grosenick. Vor Jahren hatte die KUK dort eine Zweirad-Geschwindigkeitsbegrenzung vorgeschlagen, die sei umgesetzt, erklärt er.

Von Jutta Abromeit

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