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Mückenjäger im Dienst der Wissenschaft

Mahlow Mückenjäger im Dienst der Wissenschaft

Mücken sind vor allem lästig. Seit sich immer mehr exotische Arten in Deutschland ausbreiten, steigt auch die Gefahr von Krankheiten. Kinder der evangelischen Kita aus Mahlow haben in den vergangenen Wochen Mücken gesammelt. Ihre Ergebnisse stellen sie nun der Wissenschaft zur Verfügung.

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Erzieherin Anja Blumberg (2.v.r.) ist mit den Kindern der Milchzahnbande auf Mückenjagd gegangen.

Quelle: Christian Zielke

Mahlow. Wissenschaft kann manchmal unangenehm sein. Mia Brachmüller hat es am eigenen Leib erfahren. „Drei mal hat sie mich gestochen“, sagt die Fünfjährige, die in den vergangenen Wochen auf Mückenjagd war.

Hintergrund

Seit 2012 gibt es den Mückenatlas, an dem sich jeder beteiligen kann.

Initiatoren sind das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald.

In diesem Jahr wurden bislang mehr als 800 Exemplare eingesandt.

Mehr als 50  Mückenarten leben in Deutschland

Kontakt: www.mueckenatlas.de

Anja Blumberg, Erzieherin im evangelischen Kindergarten in Mahlow, hat die Jagd nach den stechenden Insekten organisiert. Im Internet hatte sie vom Mückenatlas gelesen. Dieser erfasst, wo in Deutschland welche Mückenarten vorkommen. So soll dokumentiert werden, wie sich exotische Arten, wie etwa die Tigermücke, die Krankheiten wie das Denguefieber überträgt, ausbreiten. „Teltow-Fläming war bisher ein ziemlich grauer Fleck auf dem Mückenatlas“, sagt Anja Blumberg. Also entschloss sie sich, mit ihren Kindern aus der Milchzahnbande selbst auf die Jagd zu gehen. Mit Schnappern aus Plastik wurden die Tiere aus der Luft gefangen. „Wichtig ist, dass man die Mücken nicht erschlägt oder zerquetscht“, sagt die 43-Jährige. Nur bei unversehrten Tieren können die Wissenschaftler die Art und mögliche Krankheitserreger bestimmen.

Mückenparadies Kellertreppe

40 Mücken sind innerhalb weniger Wochen zusammengekommen. Vor allem die Kellertreppe am Kindergarten hat sich als wahres Paradies entpuppt. Wenn die Kinder dort mit ihren Schnappern im Einsatz waren, dauerte es nicht lange bis zum ersten Jagderfolg. Die gefangenen Tiere wurden dann in die Tiefkühltruhe gelegt, wo sie „einschliefen“. „So habe ich es den Kindern erzählt“, sagt Anja Blumberg. Zu Hause war für viele Kinder die Jagd noch nicht vorbei. Eltern und Geschwister haben begeistert mitgemacht. Auch die jüngeren Kindergartenkinder haben sich vom Fieber der Mückenjagd anstecken lassen. Insgesamt sind mehr als 40 Mücken zusammengekommen. Marmeladengläser oder Plastikkapseln aus Überraschungseiern haben sich als gute Aufbewahrungsmöglichkeiten erwiesen.

Anja Blumberg und die Kinder von der Milchzahnbande haben am Donnerstag das Paket mit den Tieren zur Post gebracht. Zu jeder Mücke gibt es einen Steckbrief, wo und wann sie eingefangen wurde.
In einigen Wochen, hofft Anja Blumberg, bekommt sie eine Auswertung, welche Arten die Kinder gesammelt haben, und der Mückenatlas für Teltow-Fläming hat weniger graue Flecken. Jedes Kind bekommt Urkunde als Mückenjäger. Weil die Kinder so erfolgreich und begeistert waren, plant Anja Blumberg schon die nächste Jagd. Dann sollen die Kinder nach Zecken suchen.

Von Christian Zielke

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