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Müllabfuhr ohne Gebührenerhöhung

Abfallverband investiert 2016 eine Million Euro Müllabfuhr ohne Gebührenerhöhung

Die Abfallgebühren für die Kunden des Abfallzweckverbandes SBAZV bleiben 2016 unverändert. Mit rund einer Million Euro fällt das im Wirtschaftsplan festgeschriebene Investitionsvolumen eher bescheiden aus. Angeschafft werden drei Entsorgungsfahrzeuge und ein Container mit Selbstladekran für illegal abgeladenen Unrat.

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Einfahrt zum Recyclinghof in Ludwigsfelde.

Quelle: Frank Pechhold

Ludwigsfelde.
Die Gebühren bleiben konstant. Auch im neuen Jahr verlangt der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) den Bürgern für die Entsorgung von Hausmüll, Sperrmüll, Papier, Grünabfällen und Weihnachtsbäumen nicht mehr Geld als bisher ab. Weiter wird in neue Technik investiert.

„Das steht im Wirtschaftsplan für 2016, den wir im Dezember beschlossen haben“, sagt Verbandsvorsteher Lutz Pätzold. Wobei das Investitionsvolumen mit rund einer Million Euro eher bescheiden ausfällt.

Verbandsvorsteher Lutz Pätzold

Verbandsvorsteher Lutz Pätzold.

Quelle: Nadine Pensold

„Aber alle großen Vorhaben wie der Bau unserer neuen Recyclinghöfe sind abgeschlossen“, erklärt Pätzold. Nun gehe es mit Neuanschaffungen eben häppchenweise weiter. Beispielsweise werden drei neue Entsorgungsfahrzeuge und ein Container mit Selbstladekran gekauft, um verschlissene Technik zu ersetzen. Seit sechs Jahren sammelt und verwertet der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) Müll und verwertbare Stoffe selbst. Die damals angeschaffte, mittlerweile 35 Fahrzeuge zählende Flotte „kommt so langsam an ihre Belastungsgrenze. Deshalb fangen wir nun damit an, neue Fahrzeuge zu kaufen“, so Pätzold. Zudem wird ein neuer großer Container mit Ladekran angeschafft. Der kommt an Orten zum Einsatz, wo Umweltsünder Müll einfach wild in Wald und Flur geworfen haben. Jährlich sammelt der SBAZV rund 900 Tonnen illegal entsorgten Müll ein.

„Insgesamt managen wir eine Menge von rund 110 000 Tonnen Abfall“, so Verbandsvorsteher Pätzold. Aktuell kümmern sich 140 Mitarbeiter in dem Verbandsgebiet (Landkreis Teltow-Fläming/Altkreis Königs Wusterhausen) darum, dass die legale Entsorgung und Wiederverwertung von Müll und Reststoffen eine saubere und für die Bürger kostengünstige Sache bleibt.

Hintergrund

Der SBAZV ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger für den Landkreis Teltow-Fläming und Teile des Landkreises Dahme-Spreewald (Amt Schenkenländchen, Bestensee, Eichwalde, Heidesee, Schönefeld, Schulzendorf, Zeuthen, Königs Wusterhausen, Wildau und Mittenwalde).

Die Fläche des Verbandsgebietes beträgt 2848 Quadratkilometer. Sitz des SBAZV ist Ludwigsfelde.

Als Eigentümer von fünf nach der Wende geschlossenen Deponien ist der SBAZV für deren 30 bis 50 Jahre dauernde Rekultivierung zuständig: „Frankenfelder Berg“ in Luckenwalde, Senzig, Horstfelde, „Markendorfer Chaussee“ bei Jüterbog, Oehna.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist der SBAZV sowohl auf die Abfallgebühren als auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Altpapier, Alttextilien, Metall und Elektroschrott angewiesen. „Bei Altpapier rechnen wir im nächsten Jahr mit einem Erlös von rund zwei Millionen Euro. Das sind 400 000 Euro mehr als 2015“, sagt Lutz Pätzold. Um diese Summe zu erzielen, müssen 20 000 Tonnen Papier und Pappe von Haushalten und Firmen eingesammelt und gewinnbringend veräußert werden. „Wir haben die Verwertung europaweit ausgeschrieben und einen guten Preis erzielt.“

Eine weitere wichtige Einnahmequelle sind die Alttextilien. Da sieht der Wirtschaftsplan einen Erlös von 130 000 Euro vor. Das entspricht einer gesammelten Menge von rund 250 Tonnen. Verbandsweit wurden 140 Container aufgestellt, in die man alte Kleidung werfen kann. „So können sich die Bürger entscheiden, ob sie ihre alten Anziehsachen karitativen Einrichtungen oder Kleiderkammern spenden, in private Sammelcontainer stecken oder bei uns einwerfen“, sagt Pätzold.

Offen ist, ob das Aufkommen bei Metall und Elektroschrott gleich bleibt oder sinkt. „Bisher haben wir da relativ konstante Erlöse erzielt. Nächstes Jahr wollen wir 1800 Tonnen sammeln und mit dem Verkauf 115 000 Euro erzielen“, sagt Pätzold. Allerdings sei Ende Oktober ein neues Gesetz in Kraft getreten, das Händler dazu verpflichtet, alte Elektro- und Elektronikgeräte zurückzunehmen und umweltverträglich zu entsorgen. „Da müssen wir abwarten, ob die Leute auf unseren Recyclinghöfen genau so viele oder weniger Geräte wie bisher abgeben.“

Wer künftig Bauschutt auf den Recyclinghof bringt, der muss sich auf eine geringfügige Preiserhöhung einstellen. Die Abnahme einer Tonne reinen Bauschutts kostet künftig 25 statt 23 Euro. Für eine Tonne Bauschutt mit Störstoffen wie beispielsweise Folien verlangt der SBAZV 44 statt 40 Euro.

Der Rangsdorfer Torsten Neumann und sein Sohn Luca  gaben  kurz vor der Jahreswende auf dem heimischen Grundstück geschnittenes, altes Schilf ge

Der Rangsdorfer Torsten Neumann und sein Sohn Luca gaben kurz vor der Jahreswende auf dem heimischen Grundstück geschnittenes, altes Schilf gegen eine kleine Gebühr auf dem Ludwigsfelder Recyclinghof ab.

Quelle: Frank Pechhold

Günstiger wird die Abgabe von Grünabfällen. Hier sinkt der Preis von bislang 12 auf 6 Euro pro Kubikmeter. „Auf diese Weise wollen wir vermeiden helfen, dass die Leute Laub oder andere Gartenabfälle illegal im Wald oder anderswo entsorgen“, sagt Lutz Pätzold. Die entgegengenommenen Grünabfälle werden anschließend zu Kompostieranlagen in Friedersdorf und Jühnsdorf (Pro Arkades GmbH) gebracht. Von den Betreibern dieser Anlagen gekauften Kompost und komposthaltige Erden will der SBAZV ab März auf dem Recyclinghof in Niederlehme testweise zum Kauf anbieten. „Wer Grünabfälle zu uns bringt und preiswerten Kompost sieht, der lädt sich vielleicht seinen Hänger damit voll und nimmt eine Fuhre mit nach Hause“, hofft Pätzold. Wenn die Vermarktung von Kompost und Pflanzerde in Niederlehme gut anlaufe, „weiten wir das auf unsere Recyclinghöfe in Ludwigsfelde und Luckenwalde aus.“

Von Frank Pechhold

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