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Teltow-Fläming Münzfund aus Zeit der Befreiungskriege
Lokales Teltow-Fläming Münzfund aus Zeit der Befreiungskriege
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12:05 19.08.2016
Joachim Wacker präsentiert den Fund in etwa dort, wo er vor sechs Wochen gemacht wurde. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Der innerstädtische Ausbau der B102 in Jüterbog nimmt Gestalt an. Am Wochenende wird der vor knapp zwei Jahren gesperrte erste Abschnitt nach seiner Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben.

Historischer Boden unter der Bundesstraße

Bereits im Vorfeld haben die Bauleute gewusst, dass dies die schwierigste Etappe sein würde. Denn die gesamte Straße verläuft über historischen Boden, der seit den 1970er Jahren nicht mehr angetastet wurde. Als die Straße damals neu angelegt wurde, fielen Teile der historischen Bebauung der Abrissbirne zum Opfer. Deren Kellergewölbe verblieben allerdings im Erdreich und wurden überbaut.

Die Vermutung und Hoffnung, dass sich darin das eine oder andere Zeitzeugnis vergangener Tage befinden würde, war der Grund, weshalb der deutlich in die Tiefe gehende Straßenbau bodenarchäologisch begleitet wurde. Auf den ersten, wichtigen Fund mussten die Fachleute lange warten.

Anfang Juli war es so weit: Verschüttet unter den Resten eines mittelalterlichen Gewölbes entdeckte der leitende Bodenarchäologe Daniel Dosdall acht Münzen, die sich als französische Währung aus der Zeit der Befreiungskriege herausstellten – sie wurden also vor gut 200 Jahren geprägt.

Zusammengehörige Fundstücke erzählen eine Geschichte

„Welchen Wert die Münzen damals besaßen und wie viel ein Sammler heute dafür ausgeben würde, lässt sich derzeit noch nicht sagen, da der Fund noch gereinigt und untersucht werden muss“, sagt Joachim Wacker vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum, „bedeutsam ist er für uns vor allem deshalb, weil es sich nicht um einzelne Münzen, sondern um einen geschlossenen Fundkomplex handelt, den man so, besonders aus dieser Zeit, nur sehr selten macht.“ Anders als Einzelstücke, die zufällig an ihren jetzigen Fundort gelangt sein könnten, möglicherweise auch zu einem viel späteren Zeitpunkt, lässt sich bei zusammengehörigen Münzen eine Geschichte dahinter erahnen, die in die Zeit passt.

Historischer Hintergrund

Die Schlacht von Dennewitz jährt sich in diesem Jahr zum 203. Mal und gilt als eine der wichtigsten Niederlagen der napoleonischen Truppen innerhalb der sogenannten Befreiungskriege.

40 000 Mann auf preußischer Seite und 70 000 Soldaten der französischen Armee und ihrer Verbündeten standen sich am 6. September 1813 auf dem Schlachtfeld gegenüber.

Die Preußen beklagten zirka 10 500 Tote, Verwundete und Gefangene. Die Verluste auf der Seite ihrer Gegner betrugen 23 000 Mann.

„Denkbar ist beispielsweise, dass Jüterboger am Beräumen der Schlachtfelder rings um Dennewitz und beim Bestatten der Toten beteiligt waren und alles von Wert, das sie dabei fanden, einfach mitgenommen, also geplündert haben“, erklärt Wacker. „Später haben sie den Fund dann im Keller ihres Hauses versteckt, wo er dann in Vergessenheit geriet oder aus anderen Gründen dort verblieb.“

Dem ersten Augenschein nach bestehen sieben der stark abgegriffenen und schwarz angelaufenen Geldstücke aus einer Kupfer-Silber-Legierung. Die größte Münze, auf der das Porträt König Ludwig XVI. und der Schriftzug „Republique francaise“ zu erkennen sind, könnte aus Gold sein.

Von Uwe Klemens

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