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Multimedia-Künstler aus Zeuthen

Oliver Modischs Kunst-Welt Multimedia-Künstler aus Zeuthen

Die Welt ist ihm nicht genug: Oliver Modisch erschafft als Komponist, Musik-Produzent, Zeichner und Schriftsteller ein ganz eigenes Universum. Im „Anshá-Epos“ bringt er sie in Wort und Bild zu Papier. Mitgefühl und Fürsorge sind dort seine zentralen Themen. Auch mit seiner Musik schafft er verträumte und harmonische Werke. Zeichnungen von ihm werden jetzt ausgestellt.

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Oliver Modisch in seinem Tonstudio. Er zeigt eines seiner Bilder, an dem er gerade arbeitet.

Quelle: Nadine Pensold

Zeuthen. Wenn Oliver Modisch zum Bleistift greift oder die Feder in die Tusche taucht, dann erschafft er Großes. Er baut Konzertsäle, Gärten, Theaterplätze, entwirft Glaspaläste und ganze Städte. Er ist der Architekt einer neuen Welt. Und der Schöpfer mystischer Wesen – die markantesten von ihnen kennzeichnen große Augen, denen Vertrauen und Güte innewohnen, deren Gestalt an Hasen oder Rehe erinnert. „Ticusen“ nennt der 41 Jahre alte Künstler seine Wesen, die ihn bereits den Großteil seines Lebens begleiten.

Denn die fantastische Welt, die Oliver Modisch in seinen Skizzen, Bildern und Zeichnungen darstellt, begann er sich schon als kleiner Junge zu erträumen. „Ich habe in Büchern und Filmen nicht das vorgefunden, was ich mit meiner Fantasie gesehen habe. Ich wollte es noch komplexer haben“, sagt der Zeuthener Künstler. „Ich habe immer versucht, eine fantastische Geschichte zwischen Science-Fiction und Utopien in der Art Jules Vernes zu schaffen, die mich glücklich machen. Und ich habe nach Harmonie gesucht und sie in dieser Welt gefunden.“

Kreative Tagträume

Die Tagträume, in denen er eine Welt voll botanischer Schönheit, technischem Fortschritt und kosmischer Vielfalt vorfand, verließen ihn mit dem Älterwerden nicht, im Gegenteil: Sie wurden noch facettenreicher. Vor mehr als 15 Jahren begann er die Welt seiner Fantasiewesen in Worte zu fassen. Seither schreibt er an seinem „Anshá-Epos“. Es handelt sich dabei um eine Trilogie, die von der fernen Zukunft der Menschheit erzählt, die in der Welt der Ticusen Zuflucht sucht und findet. Vollendet ist seine Geschichte noch nicht, erfahren kann man sie trotzdem. Denn Oliver Modisch zeichnet Szenen, Figuren und Kulissen dieser Welt.

Während er in seiner Jugend Comics anfertigte, stehen die Ausschnitte aus seiner Geschichte nun ganz für sich. Seit 2010 zeigt sie Oliver Modisch auch regelmäßig der Öffentlichkeit. „Ich versuche, meine Welt durch Ausstellungen und Bilder zugänglich zu machen“, sagt er. Seine Arbeiten zeigt und verkauft er auch über das Internet und hat sich auf diesem Weg schon eine kleine internationale Fangemeinde geschaffen.

„Ticusen“ nennt Oliver Modisch seine Fabel-Wesen

„Ticusen“ nennt Oliver Modisch seine Fabel-Wesen.

Quelle: Nadine Pensold

Seine Zeichnungen folgen nicht der Chronologie seines Buches. Sie zeigen Begegnungen der Menschen mit seinen Fantasiegestalten, Studien von mumienartigen Reptilwesen, feingliedrigen Reh­artigen. Der besondere Fokus liegt dabei immer auf den Gesichtern und Augen, die er detailreich ausarbeitet und ihnen Tiefe verleiht. „Ich will die Gefühlswelt meines Alltags und meiner Menschen in diesen Figuren darstellen“, sagt Modisch.

Das „Anshá-Epos“ dreht sich um Mitgefühl und Fürsorge – Machtspiele, Unterdrückung und Ressourcenverschwendung bilden den dramaturgischen Gegenpol. Und er erzählt von der Flucht. „Das, was von unserer Menschheit übrig ist, wird in dieser Welt aufgenommen“, fasst er den Plot zusammen. Wie sein Epos enden wird, weiß er noch nicht. „Ich tendiere immer zu einem Happy-End. Ich möchte, dass meine Geschichte sich zum Guten wendet.“

Biografisches

Oliver Modisch lebt in Zeuthen.

Er arbeitet als Musikproduzent, ist Komponist und freischaffender Künstler.

In seinem eigenen Musik- und Tonstudio komponiert er klassische Sinfonien und elektronische Popmusik.

Er arbeitete bereits mit Musikern der Staatsoper Berlin und dem Produzenten José Alvarez-Brill, der unter anderem Peter Heppner, Wolfsheim und Joachim Witt produzierte.

Seine eigenen Kompositionen veröffentlichte er unter anderem auf seinem Album „Mittags im Café“.

Seit 2010 ist Oliver Modisch Mitglied des Kunstfoyers Wildau, seit 2011 präsentiert er seine Arbeiten in eigenen Ausstellungsreihen.

Zu sehen sind seine Bilder aktuell im Landratsamt in Königs Wusterhausen in der Brückenstraße und in der Praxisgemeinschaft Dr. Mendel in der Friedrich-Ebert-Straße 20/21 in Niederlehme.

Die Arbeit an seinem Fantasy-Roman beeinflusst dabei nicht nur die Malerei, sondern auch seinen Beruf als Komponist. Wenn Oliver Modisch an eigenen Stücken arbeitet, lässt er sich davon inspirieren, schafft verträumte und beruhigende Pop-Arrangements. Das Cover seiner CD „Mittags im Café“ zieren seine Rehwesen. Auch wenn seine Welt alle Bereiche seiner kreativen Arbeit beeinflusst, sei die Herangehensweise eine andere. „Als Schriftsteller und Maler bin ich ein Beobachter. In der Musik kann ich mich anders verwirklichen. Da ist mehr Platz für mich.“

„Diese Bilder bedeuten mir sehr viel“

Wer in die fantastische Welt von Oliver Modisch eintauchen möchte, kann das zum Beispiel bei der Ausstellung „10 Jahre Kunstfoyer Wildau“ im Landratsamt Königs Wusterhausen. Im vierten Stock des Verwaltungsgebäudes in der Brückenstraße hängen dabei neben seinen Skizzen auch Bilder, die ernster wirken als seine meist harmonischen Tusche- und Bleistiftzeichnungen. Mit Kohle und Pastellkreide hat er Menschen zu Papier gebracht, mal allein, mal in familiären Konstellationen, umgeben von dunklen Schatten, denen er Traurigkeit über das Gesicht gelegt hat. „Diese Bilder bedeuten mir sehr viel“, sagt Oliver Modisch nachdenklich. Er habe darin den Verlust geliebter Menschen verarbeitet.

Dem Kummer und der Verletzlichkeit, die die reale Welt mit sich bringen, wohnt aber auch Hoffnung inne. Ein kleines Mädchen mit erwartungsvollen, großen Augen blickt dem Betrachter aus der Kreidezeichnung „Abschied vor dem Fasching“ entgegen, sie steckt in einem Hasenkostüm. Fast sieht sie aus, als entstamme sie einem Tagtraum von Oliver Modisch.

Von Nadine Pensold

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