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Teltow-Fläming Museum in Ludwigsfelde zeigt 100 Jahre alte Rolltücher
Lokales Teltow-Fläming Museum in Ludwigsfelde zeigt 100 Jahre alte Rolltücher
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11:11 07.03.2018
Sammelt seit fast 30 Jahren Rolltücher: Die Berlinerin Gisela Meyer (l.) hat ihre schönsten Exponate dem Museum geliehen. Quelle: Marina Ujlaki
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Ludwigsfelde

Zeugnisse einer vergangenen Alltagskultur sind im Ludwigsfelder Stadt- und Technikmuseum zu sehen. Unter dem Titel „Durch die Mangel gedreht“ zeigt eine Sonderausstellung bis Ende Juni rund 60 der interessantesten und schönsten Rolltücher aus der Sammlung von Gisela Meyer. Die Auswahl der nostalgisch anmutenden Exponate präsentiert damit auch ein Stück europäischer Alltagskultur. „Das Wäschewaschen war damals eine Riesenplage. Die gestalteten Rolltücher sollten diese Plage wahrscheinlich etwas verschönern“, sagte eine der Ausstellungsbesucherinnen.

Gisela Meyer sammelt seit fast 30 Jahren

Ihre Leidenschaft begleitet die Berlinerin Gisela Meyer nun fast 30 Jahre, insgesamt 555 verschiedene Rolltücher gehören zu ihrer Sammlung. Die ersten Tücher hatte die ehemalige Gemeindeschwester in den 90er Jahren von einer älteren Berlinerin erhalten, einer „Jüterbogschen“, wie diese damals von sich sagte. „Erst dann bin auch ich aufmerksam geworden, welche traumhaften, teils auch witzigen Motive es gibt. Die große Zeit der Rolltücher war die Epoche des Jugendstils. Und nur wenn man genau hinschaut, sieht man im Spiel des Lichts die aufwendigen Muster“, so die begeisterte Sammlerin. Neben den oft weit über 100 Jahre alten Textilien werden auch Fotos und Emailleschilder rund ums Rollen präsentiert. Verschiedene Arten von Wäschemangeln laden zum Ausprobieren ein, so dass auch die technische Seite nicht zu kurz kommt. Ein kurzer Film veranschaulicht außerdem das Kaltmangeln.

Heute wird lieber das Bügeleisen genommen

Um Wäsche von Falten zu befreien, benutzen wir heute vor allem das Bügeleisen. Eine Kaltmangel glättet dagegen, indem ihre rollenden Holzwalzen enormen Druck auf die Wäsche ausüben. So wurde auch in unserer Region teilweise noch bis in die 1970er Jahre gearbeitet. Wollte man „rollen“, waren Rolltücher unentbehrlich. Mit Hilfe dieser Stoffbahnen aus Leinen, Halbleinen oder Baumwolle wurde die zu mangelnde Wäsche um sogenannte Rollhölzer gewickelt. Die ersten Apparaturen zum Glätten der Wäsche benutzten bereits Färber und Weber im Mittelalter. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden große Mangeln üblich. Da sich kleine Haushalte diese Ungetüme nicht leisten konnten, mietete man sie stundenweise. Fast jedes Seifengeschäft hatte im Keller für seine Kunden eine Mangel.

Zur Ausstellungseröffnung waren neben Gästen von den Heimatvereinen aus Teltow und Berlin-Zehlendorf auch Ludwigsfelder gekommen. Gerlind Michael aus Ludwigsfelde brachte sogar ein altes Rolltuch, das sie hütet und nur noch als dekoratives Tuch bei feierlichen Buffets benutzt. Sie erinnerte sich, dass es auch in Ludwigsfelde eine Mangel im ehemaligen Farbenhaus Deetz gab.

Öffnungszeiten des Stadt- und Technikmuseums

Jeden Donnerstag ab 11 Uhr steht Gisela Meyer für Führungen und Fragen zur Verfügung. Öffnungszeiten des Stadt- und Technikmuseums: Mittwoch bis Freitag: 10-15 Uhr Samstag und Sonntag: 13-17 Uhr

Von Marina Ujlaki

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