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Mysterienspiel feiert Auftakt

Jüterbog Mysterienspiel feiert Auftakt

Die aufwendig gestalteten Szenen hinterließen bei den Zuschauern am Freitag und Sonnabend einen bleibenden Eindruck. Ein Jahr lang hatten 55 Laiendarsteller intensiv geprobt für die Premiere.

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Gott (l.) und Kain (r.) in der Szene „Brudermord“.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. Der minutenlange Applaus am Ende der Vorstellung lieferte den Beweis – die ersten beiden Vorstellungen des Mysterienspiels in der Jüterboger Nikolaikirche waren ein voller Erfolg. Am Freitag gab es die Premiere. Auf diesen Tag hatten die 55 Laiendarsteller ein Jahr lang hingearbeitet.

Pfarrer Bernhard Gutsche hatte die Regie des Stückes übernommen und spielte zudem die Rolle des verstoßenen Engels Luzifer. Nach der Vorstellung am Sonnabend zeigte er sich sehr zufrieden mit der Leistung seiner Darsteller. „Bei der Premiere hat es mich wirklich erstaunt, wie gut sie lief“, berichtete der Pfarrer. Zudem hätten ihn die zumeist unerfahrenen Akteure damit überzeugt, dass sie stets bereit gewesen seien, kleine Fehler sofort zu korrigieren.

Das Engagement der Beteiligten kam auch bei den Zuschauern sehr gut an. Besonders die selbst gebastelten Bühnenbilder, Kostüme und Requisiten brachten viele ins Staunen. David Wolf war am Sonnabend mit seiner Familie in die Nikolaikirche gekommen. Anfangs war der 16-Jährige noch skeptisch, ob das Mysterienspiel für ihn überhaupt interessant sein würde. Am Ende der Vorführung hatte der Schüler aus Luckenwalde seine Meinung geändert: „Mir hat es sehr gut gefallen. Die Szene mit Noah zum Beispiel, wie die Tiere dort dargestellt wurden, war sehr gut.“

Am Ende bedankten sich die Zuschauer bei den Laiendarstellern mit einem kräftigen Applaus

Am Ende bedankten sich die Zuschauer bei den Laiendarstellern mit einem kräftigen Applaus.

Quelle: Isabelle Richter

Auch Ursula Jard war begeistert von den vielen Eindrücken. Die Berlinerin hatte zwei Freunde mit nach Jüterbog gebracht. Sie war erstmals bei einer Wandertour im Frühjahr auf die Veranstaltung aufmerksam. Eine Führung brachte sie in die Nikolaikirche. „Dort waren gerade Proben und das sah fantastisch aus“, erzählte die Zuschauerin. Ihre Erwartungen wurden bei der offiziellen Aufführung noch übertroffen. „Die Darsteller geben sich große Mühe. Die Freude, mit der sie das machen, kommt richtig gut rüber. An einigen Stellen ist es akustisch etwas schwer zu verstehen, doch das ist nicht schlimm. Es gibt ja das Textheft und man weiß ja, worum es geht“, sagte Ursula Jard.

Nach der Vorstellung waren die Hobby-Schauspieler erleichtert. Für einige ging es direkt vor den Spiegel, um sich die dicke Make-Up-Schicht abzuwischen. Das 55-köpfige Team hatte sich für die Maske einen Profi ins Boot geholt: Jakob Stenzel ist Visagist und unterstützte die zehn Hauptfiguren bei der Arbeit mit Wimperntusche und Rougepinsel. Vor allem die Männer brauchten dort ein wenig Nachhilfe. Der 21-jährige Dabendorfer machte sich im Vorfeld Gedanken darüber, wie er die verschiedenen Figuren mit der passenden Schminke für die Zuschauer ausdrucksstark gestalten könnte. „Man muss die Charaktere auch bis zur letzten Reihe erkennen können, deshalb dürfen die Augenbrauen und Wangen ruhig etwas stärker betont werden“, erläuterte er. Neben dem Einsatz beim Mysterienspiel arbeitet Stenzel unter anderem als Maskenbildner beim Theater der Werktätigen in Jüterbog. Zum Mysterienspiel sagte er: „Es macht einfach unglaublich viel Spaß, mit diesen Darstellern zu arbeiten.“

Von Isabelle Richter

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