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„Nach fünf Sekunden war die Aufregung weg“

Jüterboger bei „The Voice of Germany“ „Nach fünf Sekunden war die Aufregung weg“

Seinen ersten großen Auftritt hat Georg Stengel längst hinter sich, im Fernsehen zu sehen ist er jedoch erst am Freitag. Der Jüterboger ist Kandidat in der Casting-Show „The Voice of Germany“. Ob er es in die nächste Runde geschafft hat, darf der 22-Jährige noch nicht verraten.

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Georg Stengel auf der Bühne von „The Voice of Germany“.

Quelle: Prosieben/Claudius Pflug

Jüterbog. Bis Anfang dieser Woche hielten sich die Facebook-Einträge in Grenzen. Seit Georg Stengel im Werbespot zu sehen ist, summieren sich die Likes und Kommentare. „Am Wochenende wird das explodieren“, vermutet der junge Mann aus Jüterbog.

Aber Georg kann sich Freitagabend erst einmal entspannt im Fernsehsessel zurücklehnen. Denn der 22-Jährige weiß ja schon, ob er bei „The Voice of Germany“ eine Runde weiterkommt. Sein Wissen muss er für sich behalten, so sind die Bedingungen. Denn die Spannung ist Teil des Konzeptes der Castinghow, die auf Sat 1 und Pro Sieben ausgestrahlt wird. Aber ein bisschen gespannt ist er schon, denn den Film, der über ihn in Jüterbog gedreht wurde, sieht er am Freitag auch zum ersten Mal.

Georg Stengel hat schon Erfahrung mit dem Fernsehshowgeschäft. 2009 sang er als 16-jähriger Schüler vor der Deutschland-sucht-den-Superstar-Jury.

Deutschlands Superstar ist er nicht geworden, aber Musik macht er immer noch, am liebsten solo. Nach der 10. Klasse hat er in einem freiwilligen sozialen Jahr beim Verein Ventus bei der Betreuung Jugendlicher geholfen. „Da war ich eher der Kumpel oder große Bruder“, sagt er. Die Konditor-Lehre in Berlin hat er abgebrochen, seitdem kann er keine Kirschplunder mehr sehen. Auch die Koch-Lehre war nicht das Richtige. Jetzt steht er kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in Jüterbog. Die möchte er natürlich beenden, das hat für ihn etwas mit Halt und Bodenständigkeit zu tun. Aber dann bricht es doch aus ihm heraus: „Ich weiß, dass ich etwas mit Musik machen will“, sagt Georg. Was ihn damals nach dem Rausschmiss bei Dieter Bohlen am meisten zugesetzt hat, waren nicht dessen Kommentare über seine damalige Frisur, sondern die Leute, die behaupteten, Musik wäre wohl nicht das Richtige für ihn. Ob Superstar oder nicht, Georg wäre es genug, eine Wohnung und Essen bezahlen zu können. „Von der Musik zu leben, ist mein großer Traum“, sagt er.

Die Konkurrenz ist groß. Wie er haben sich 2000 Sänger bei The Voice beworben. 130 davon wurden für die Blind Auditions ausgewählt. Dazwischen liegen die Online-Bewerbung mit Video und drei Vorcastings. Im Mai hatte der Jüterboger seine Bewerbung eingereicht, im Juni kam schon die Antwort. Beim dritten Casting vor einer vierköpfigen Jury plus Kameramann sang er die Ausschnitte der drei Titel, die er selbst gewählt hatte: „Blame it on me“ von George Ezra, „Love don’t live here anymore“ von Dallas Green und „Wolke 4“ von Philipp Dittberner. Der Musikproduzent wählte für die Show „Wolke 4“ aus. „Ich hatte Glück, weil ich den Song kannte“, erzählt Georg.

Es ging alles so schnell. Im Juli fanden die Proben in Berlin statt. Zwei Wochen arbeiteten die Gesangstalente an den 90 Sekunden, die ein Leben verändern können. Georg schwärmt von dem tollen Team, den Vocal Coaches, also Gesangslehrer, die gute Tipps für ihn hatten. „Sie sagten, ich solle nicht auf die Stühle schauen, aber natürlich habe ich die ganze Zeit dahin gestarrt.“ Weil er mit seinem Auftritt später dran war als andere, stieg die Nervosität immer weiter an. „Nach zehn Sekunden, ach, fünf Sekunden war die Aufregung weg und ich war in meinem Element“, sagt Georg. „Das war so cool, die Bühne, der Sound, die Band, das Team, das Publikum, das super mitgemacht hat“, zählt er auf. Rückhalt hat Georg Stengel bei seiner Familie. Er selbst hat zwei große Schwestern und zwei kleine Brüder. Ein Bruder mit seiner Freundin, eine Schwester, eine Cousine und seine Freundin haben den leidenschaftlichen Sänger aus Jüterbog zur Show begleitet. Aber nicht nur die engsten Angehörigen sind stolz auf Georg. Zu denen, die schon mal vorsorglich gratulierten, gehört auch Frank Lawrenz, Lehrer an der Musikschule Teltow-Fläming. Bei ihm hatte Georg Stengel einige Zeit Gitarrenunterricht. „Er hatte damals schon eine auffällige Farbe in seiner Stimme und ist mit Sicherheit heute auf einem anderen Level als 2009“, sagt Frank Lawrenz, der früher selbst in der bekannten Heavy-Metal-Band „Biest“ gespielt hat. Tatsächlich sind die Klangfarbe und die Unverwechselbarkeit der Stimme die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der Talente.

Ob sich ein Coach umgedreht hat und der Jüterboger Georg Stengel dem Fernsehpublikum noch eine Weile erhalten bleibt, wird sich Freitagabend zeigen. Der Sänger ist jedoch schon jetzt „megahappy“.

Von Martina Burghardt

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