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Kirche in Blankensee Nachfolger gesucht

Edith Fechner hat 15 Jahre lang Kirchenführungen angeboten. Aus gesundheitlichen Gründen kann sie das Ehrenamt nicht weiter fortführen und so werden Nachfolger gesucht, die Interesse an der Kirchengeschichte haben.

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Die Blankenseer Dorfkirche hat eine lange und interessante Geschichte.

Quelle: Margrit Hahn

Blankensee. Die Kirche in Blankensee kennt Edith Fechner wie ihr Wohnzimmer. 15 Jahre lang führte sie kleine und große Gruppen durch das Gotteshaus. Jetzt muss sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und sucht dringend einen oder mehrere Nachfolger.

Die 82-Jährige wurde im Jahr 2000 regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Sie hatte die damalige Pfarrerin Katharina Möller zwar bei Kirchenführungen begleitet, doch nie eine allein gemacht. Als die Pfarrerin einen Termin nicht wahrnehmen konnte, weil sie anderen Verpflichtungen hatte, bat sie Edith Fechner die Gruppe zu übernehmen. „Ich habe erst versucht, mich zu wehren. Doch ohne Erfolg“, berichtet Edith Fechner. Heute weiß sie, dass es richtig war. Kurze Zeit später zog die Pfarrerin nach Kanada. Da übernahm Edith Fechner endgültig die Aufgabe.

Edith Fechner

Edith Fechner

Quelle: Hahn

Wie viele Interessierte sich die Kirche in den 15 Jahren angeschaut haben, hat sie nicht gezählt. Meist waren es mehr als 15 Führungen im Jahr mit sechs bis 40 Personen. Im vergangenen Jahr hatte sich im Januar bereits eine Gruppe für Juni angemeldet. Aber es gab auch kurzfristige Termine. Wenn sich Gäste in der „Freizeit in Blankensee“ überlegten, die alte Dorfkirche zu besichtigen, bekam sie schon mal die Order, in einer Stunde die Pforten zu öffnen. Das Interesse der Besucher war recht unterschiedlich. Edith Fechner kannte ihre Pappenheimer. Wer während des kurzen Vortrages den Kopf konsequent nach unten richtete, war an weiteren Informationen nicht interessiert. Wer hingegen offen in die Runde schaute, stellte anschließend auch Fragen.

Die längste Führungen dauerte anderthalb Stunden. „Die Jugendlichen waren so begeistert, dass sie zum Schluss regelrecht aus der Kirche geholt werden mussten, weil das Abendessen auf dem Tisch stand“, erinnert sich Edith Fechner. Selbst die Jüngsten wusste sie immer zu begeistern. Sie hat genau gemerkt, wenn sie unruhig wurden und hat sie dann zu sich nach vorn geholt. Sie hat ihnen den Taufstein gezeigt und Geschichten erzählt. Nur den Eltern musste sie den Mund verbieten, weil sie sich ins Gespräch einmischen wollten. Da ist in Edith Fechner die Lehrerin durchgekommen.

Besonders gut gefiel den Kindern wenn die Kirchentür verschlossen und anschließend festgestellt wurde, dass kein Schlüssel vorhanden ist. „Ein Kind hat das Räderschloss immer aufbekommen und das war ein Spaß“, erzählt Fechner. Sie hat fast alle Daten des Gotteshauses im Kopf. Trotzdem nimmt sie immer einen Spickzettel mit  – für alle Fälle.

Einen direkten Lieblingsplatz in der Kirche hat sie nicht. Aber sie mag die Engel. Wenn eine Predigt im Gottesdienst mal nicht so spannend ist, dann schaut sie sich die Engel an – den der lächelt und den der schmollt. Das sind ihre beiden Lieblinge.

Es gibt Episoden, die sie wohl nicht vergessen wird. So interessierte sich eine Gruppe mal besonders für die Ansichtskarten. Das Geld dafür kommt ins nebenstehende Kästchen. Zwei Frauen konnten sich nicht entscheiden, welche Karte sie wollen. Während alle längst Platz genommen hatten, musste Edith Fechner auf die Nachzügler warten. Endlich hatten sie sich entschieden und steckten eine Münze in den Kasten. Edith Fechner hörte am Klang sofort, dass es sich nur um ein Centstück gehandelt haben kann. „Ich habe mir die ganze Zeit überlegt, wie ich sie bestrafen könnte. In meinem Vortrag habe ich dann gesagt, dass ja für die Ansichtskarten ein Kästchen zur Verfügung steht und man nicht abkassiert, sondern den Besuchern vertraue. Und außerdem würde doch niemand den Herrgott betrügen. „Die beiden Frauen sind mit hochrotem Kopf ganz tief auf die Bank gerutscht. Das war für mich eine kleine Genugtuung“, sagt Edith Fechner lachend.

Doch jetzt muss sie die Kirchenführungen schweren Herzens aufgeben. In Schlossherrin Julia Wolters sieht sie zwar eine kompetente Nachfolgerin, die sich gut eingearbeitet hat, doch die Schlossherrin hat selbst viel zu tun. Auch Karin Wegener, die vor zwei Jahren zur Kirchenältesten gewählt wurde, könnte sich vorstellen hin und wieder mal eine Kirchenführung anzubieten. Doch als Mitarbeiterin im öffentlichen Dienst steht die 56-Jährige nicht immer zur Verfügung. Wobei sich Edith Fechner gut vorstellen kann, dass ihre ehemalige Schülerin, die Aufgabe gut meistert. Den Bezug zu ihrer geliebten Kirche wird Edith Fechner nie verlieren. In ihrem Wohnzimmer hängt ein Winterbild vom Gotteshaus.

Von Margrit Hahn

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