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Nachfrage nach Seniorenwohnungen steigt

Dahmeland-Fläming Nachfrage nach Seniorenwohnungen steigt

Die Menschen in Deutschland werden immer älter und so steigt auch die Frage nach bezahlbarem und vor allem altersgerechtem Wohnraum. Vor allem in den Speckgürtelgemeinden ist die Nachfrage nach seniorenfreundliche Wohnprojekten groß. Einige Wohnungsbaugesellschaften bieten inzwischen Zusatzleistungen, die über eine normale Wohnung hinaus gehen.

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Mit dem Rollator durch die Wohnung – ein Altenheim kommt für viele Senioren nicht infrage, sie wollen auch im Alter zu Hause wohnen.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Ein Concierge im Hauseingang, der Friseur im Erdgeschoss und ein Gemeinschaftsraum, in dem man sich mit den anderen Hausbewohnern auf einen Plausch treffen kann. Im Alter möchte niemand alleine wohnen und ständig auf Hilfe angewiesen sein. Ein Alters- oder Pflegeheim kommt für viele Senioren dennoch nicht in Frage. Ungern möchten sie ihre gewohnte Umgebung verlassen und noch einmal einen Umzug wagen. Wer in einer der begehrten seniorengerechten Wohnanlagen der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft (Wiwo) wohnt, kann sich daher glücklich schätzen. Denn diese bieten für viele Senioren eine gute Alternative zum Heim. Doch die Nachfrage nach den altersgerechten Wohnprojekten ist hoch

Demografische Daten

Im Jahr 2014 lebte bundesweit ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren allein in einem Einpersonenhaushalt. Unter den Frauen dieses Alters war der Anteil der Alleinlebenden in Privathaushalten mit 45 Prozent sogar mehr als doppelt so hoch wie bei den Männern. Dort waren es 19 Prozent.

Die Mehrheit der Generation der über 65-Jährigen, nämlich 62 Prozent, lebte im Jahr 2014 nicht alleine, sondern in einer Paargemeinschaft, das heißt mit dem Ehe- oder Lebenspartner in einem Haushalt zusammen. Aufgrund der geringeren Lebenserwartung von Männern traf das allerdings nur auf etwa die Hälfte, nämlich 49 Prozent der Frauen ab 65 Jahre zu, aber auf 78 Prozent der Männer.

52 Prozent der Senioren in Deutschland lebten 2008 in Mietwohnungen. 48 Prozent verfügten über die eigenen vier Wände. Knapp zwei Drittel der Seniorenhaushalte mit Wohneigentum lebten in Einfamilienhäusern, weitere 13 Prozent in Zweifamilienhäusern.

Die durchschnittliche Größe der Wohnung der Seniorenhaushalte mit Haupteinkommensbeziehern zwischen 65 und 79 Jahren betrug Anfang 2008 rund 92 Quadratmeter.

Im Jahr 2060 wird nach Ergebnissen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung bereits jeder Dritte in Deutschland mindestens 65 Jahre alt sein.

„Circa zehn Prozent aller Anfragen sind gezielt mit dem Wunsch verbunden, das Alter in Wildau zu verbringen“, sagt Volker Klich, Bestandsmanager der Wiwo. Besonders beliebt seien eben genau die Projekte, die einen weitergehenden Service bieten. „Am beliebtesten sind die Anlagen mit eigenem Concierge und Gemeinschaftsraum“, so Klich. Ein Concierge würde nicht nur die Sicherheit in den Wohnobjekten verbessern, sondern auch ein Mittel gegen die Vereinsamung der Hausbewohner sein, da so immer jemand zum Reden vor Ort ist.

Wohnungen für Senioren

In Wildau verfügt die Wohnungsbaugesellschaft derzeit über 120 Wohnungen, die extra auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten sind. Dazu kommen noch einmal 160 Wohnungen, die – etwa durch Aufzüge und einen ebenerdigen Zugang – ebenfalls für Senioren geeignet sind. Damit haben die altersgerechten Wohnungen inzwischen einen Anteil von 15  Prozent am gesamten Wohnungsbestand der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft. Und demnächst werden noch einmal 70 Apartments dazukommen. Ein entsprechendes Projekt befindet sich derzeit noch im Bau.

Auch ein paar Kilometer weiter westlich in Ludwigsfelde ist die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum hoch. „Seit ungefähr zehn Jahren nimmt die Nachfrage eigentlich kontinuierlich zu“, sagt Jennifer Adameck, Sprecherin der Wohnungsgesellschaft „Märkische Heimat“ in Ludwigsfelde. Zwölf Prozent der Bestandswohnungen seien inzwischen seniorenfreundlich ausgestattet. Bei den älteren Herrschaften seien besonders Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen beliebt. Und das hat einen Grund: „Viele ältere Menschen haben ja doch über die Jahre einen großen Haushalt angesammelt, von dem sie sich ungern trennen möchten“, sagt Adameck. Daher gibt es in diesem Segment zum Beispiel keine Einraumwohnungen.

Seniorenfreundlich und altersgerecht

Der Unterschied zwischen den Wohnungen in Ludwigsfelde und den 120 speziellen Seniorenwohnungen in Wildau ist aber der, dass die Wohneinheiten in Ludwigsfelde nur seniorenfreundlich sind und nicht altersgerecht. Dies sei jedoch kein Nachteil. „Das bedeutet nur, dass wir nicht alle vorgeschriebenen gesetzlichen Kriterien erfüllen, die Wohnungen aber trotzdem sehr gut für ältere Menschen geeignet sind“, erklärt Jennifer Adameck. Konkret heißt das, dass eine Tür etwas schmaler ist, als es vom Gesetztgeber für altersgerechten Wohnraum verlangt wird, der Bewohner aber dennoch nicht in seiner Mobilität eingeschränkt ist. „Das Problem ist, dass sich einige alte Objekte nur mit einem großen Aufwand umbauen lassen“, sagt Jennifer Adameck. Häufig sei da ein Neubau besser geeignet, allerdings dann auch dementsprechend teurer.

Der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats Teltow-Fläming, Horst Leder, sieht das Problem woanders: „Es gibt generell zu wenig bezahlbaren Wohnraum, vor allem für Senioren“, so Horst Leder. Die Landesregierung stelle seiner Meinung nach zu wenig finanzielle Mittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Und somit würden auch altersgerechte und vor allem für Senioren bezahlbare Wohnprojekte auf der Strecke bleiben. Der Bestand an altersgerechten Wohnungen sei auf keinen Fall ausreichend. „Die Menschen werden immer älter und da brauchen wir einfach mehr barrierefreie Wohnungen, da jeder die Möglichkeit haben sollte, auch im hohen Alter in seiner Wohnung zu bleiben“, sagt Horst Leder. Begehbare bodentiefe Duschen, Aufzüge und schwellenlose Übergänge zu den einzelnen Räumen seien besonders wichtig, damit sich Senioren frei in ihren Wohnungen bewegen können.

Neue Wohnungen werden gebaut

So wie in Wildau werden auch in Ludwigsfelde neue Wohnungen gebaut, die genau diesen Anforderungen entsprechen. 44 rollatorfreundliche Wohneinheiten sollen in der Potsdamer Straße entstehen. „Nicht alle werden von Senioren bewohnt werden, einige werden auch an Familien vermietet“, sagt Jennifer Adameck. Die hohe Nachfrage in Wildau und Ludwigsfelde hat vor allem etwas mit der Lage der beiden Orte zu tun. „Wir haben hier einfach die nötige Infrastruktur, so dass die älteren Menschen auch ohne eigenes Auto mobil sein können“, sagt Jennifer Adameck. Viele würden ganz gezielt aus dem Umland nach Ludwigsfelde ziehen.

Im eher ländlich gelegenen Jüterbog ist die Situation eine ganz andere.„Derzeit ist die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen noch nicht so stark“, sagt Dierk Giese, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog. Das habe aber auch etwas mit den Strukturen auf dem Land zu tun, so Giese. Demnach würden die Menschen hier noch viel mehr in Familienverbünden leben. Auch die Nachbarschaftshilfe sei noch deutlich ausgeprägter als in den größeren Orten. Dennoch ist seniorengerechter Wohnraum auch in Jüterbog ein wichtiges Thema. „Wir sind dabei, diesen Bereich auszubauen, denn die Bevölkerung wird immer älter und altersgerechter Wohnraum ist sicherlich ein Zukunftsmarkt“, so Dierk Giese. Konkrete Projekte gäbe es noch nicht, aber auch in Jüterbog plane man langfristig den Umbau einiger Wohneinheiten.

Schwierigkeiten, einen geeigneten Handwerksbetrieb zu finden, sollte es dabei keine geben. Denn inzwischen haben sich auch die Handwerker in der Region Dahmeland-Fläming auf die Ansprüche einer immer älter werdenden Gesellschaft eingestellt. So haben sich bereits sieben Handwerksbetriebe ihr Fachwissen im seniorengerechten Wohnungsumbau von der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming zertifizieren lassen. Einige von ihnen haben sich anschließend im „Netzwerk Gesundheitsdienstleister – barrierefreies Bauen“ zusammengeschlossen und bieten Beratung und Umbau. Alles, damit ältere Menschen weiterhin in ihren Wohnungen leben können.

Von Danilo Hafer

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