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Nachwuchskicker aus Minsk in Malterhausen

Freundschaftsspiel Nachwuchskicker aus Minsk in Malterhausen

So einfach kann Begegnung sein. Ein Ex-Soldat der Sowjetarmee, der in den 90er Jahren in Altes Lager stationiert war und im Malterhausener Sportverein Fußballspielen durfte, hat vor sechs Jahren die Freundschaft zwischen Malterhausener und Minsker Freizeitkickern begründet. Nun waren zum ersten Mal auch Kinder aus Weißrussland im Fläming zu Gast.

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Die jungen Gäste und Gastgeber gemeinsam mit ihren Trainern vor dem Spielanpfiff in Malterhausen.

Quelle: Uwe Klemens

Malterhausen. Der Erdball ist beinahe so rund, wie der Fußball. Dass das Messen des Könnens auf dem Fußballrasen auch dazu taugt, dass sich Menschen unterschiedlicher Völker kennen lernen, war am Donnerstag auf dem Sportplatz in Malterhausen zu erleben. Kinder der Minsker Fußballschule Muraschko (FSM) gaben sich mit dem Malterhausener Kickernachwuchs ein spannendes Duell.

Die Anfänge der Fußballerfreundschaft reichen bis in die erste Hälfte der 90er Jahre zurück, als der aus Minsk stammende Hobbyfußballer Oleg in Altes Lager als Soldat der Sowjetarmee diente. „Mit einer Ausnahmegenehmigung durfte er die Kaserne verlassen, bei uns trainieren und bei Turnieren mitspielen“, erzählt der Malterhausener Lars Koch, der damals schon zu den Spielern gehörte und heute zudem Trainer der D-Junioren ist.

Trainer: „Oleg war ein klasse Spieler.“

Seite an Seite erlebten Oleg und seine deutschen Teamkollegen Siege und Niederlagen. Wahrscheinlich mehr Siege,„denn Oleg war ein klasse Spieler“, blickt Koch auf die gemeinsam verbrachte Zeit auf dem Fußballrasen zurück. Nur seinen unaussprechlichen Nachnamen konnte sich schon damals niemand von seinen deutschen Mitspielern merken. Der Rückzug der ehemaligen Waffenbrüder Mitte der 1990er Jahre brachte die Trennung – die aber nicht endgültig sein sollte.

Spieler Oleg (8 v r

Spieler Oleg (8. v. r. mit weißer Mütze) im Kreis seiner Malterhausener und Minsker Fußballfreunde.

Quelle: privat

Vor etwa sechs Jahren flatterte beim Malterhausener Sportverein (MSV) Post aus Minsk in den elektronischen Briefkasten. Denn Oleg hatte seine Freunde im Fläming nicht vergessen und wollte gern wieder einmal vorbeischauen, ein gemeinsames Spielchen inklusive. Lange betteln musste er darum nicht. Beim traditionellen Wintercup des MSV 2011 war es dann endlich soweit. Zusammen mit 15 weiteren Fußballern aus Minsk konnte er endlich wieder in Malterhausen zeigen, dass er das Kicken nicht verlernt hat.

Erstes Freundschaftsspiel vor fünf Jahren

Beim MSV hatte man für dieses erste weißrussisch-deutsche Freundschaftsspiel alles akquiriert, was Töppen hat. „Trotzdem haben wir gegen die Minsker verloren", gesteht Lars Koch. Mit russischem Wodka und deutschem Bier wurde die Freundschaft im Anschluss besiegelt. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum sie bis heute hält.

„Von Jahr zu Jahr ist die Zahl der Gäste aus Minsk größer geworden“, sagt Koch. 40 Spieler waren es beim letzten Cup. Auch die Malterhausener haben sich inzwischen mehrmals auf die Reise nach Minsk gemacht, wenngleich auch in deutlich geringerer Mannschaftsstärke.

Kinder-Mannschaft auf dem Weg nach Bayern

Auch beim Minsker Fußball-Nachwuchs mochte man da nicht abseits stehen. Auf dem Weg zum Internationalen Kinderturnier, das am Pfingstwochenende erstmals in Bayern stattfindet, legten Fußballschulbetreiber Nikolai Muraschko und sein 35 Jungs einen Zwischenstopp in Malterhausen ein. „Ein Turnier in Deutschland ist auch für uns eine Premiere“, sagt Muraschko, dessen Schule 115 Jungen im Alter sechs bis 14 Jahren ihrer Freude am Kicken frönen. Der Schulbesuch und die Fahrten zu Turnieren sind kostenfrei. Die Fahrt nach Deutschland wurde auf Sponsoringbasis von den Eltern unterstützt.

Dass Spiel der D-Jugend entschieden die Gastgeber mit 4:2 für sich, bei den größeren Jungs siegten die Gäste haushoch mit 7:0. „Das Gesamtturnier gewonnen hat unsere neue Freundschaft“, sagte Muraschko.

Von Uwe Klemens

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