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Teltow-Fläming Nackt durch die Natur
Lokales Teltow-Fläming Nackt durch die Natur
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14:35 08.07.2013
Höchstens mit Kappe, Schuhwerk oder Rucksack „bekleidet“ wanderten die Naturisten durch das Wildgehege. Quelle: Nadine Pensold
Glau

Das Aufgebot auf dem Parkplatz des Wildgeheges im Glauer Tal verheißt eine bunte Mischung. Autos und Wohnmobile aus Sachsen, Bayern, Hessen und der Hauptstadtregion entdeckt man dort am Samstagnachmittag. Alle sind sie angereist, um bei der ersten Nacktwanderung Brandenburgs dabei zu sein. Organisator Ulfert Hanschur mag seinen Augen kaum trauen, als er die Teilnehmerzahl zu schätzen versucht.

Mehrere Dutzend tummeln sich bereits am Naturparkzentrum, als sich eine weitere Gruppe nähert. „Es ist das erste Mal, dass ich so eine Tour mache. Bei meinen Barfußwanderungen sind maximal zehn Mann dabei. Das ist jetzt schon aufregend“, sagt der Beelitzer. 85 Teilnehmer versammeln sich schließlich in Glau. Damit ist es die zweitgrößte Nacktwanderung Deutschlands, da sind sich die FKK-Anhänger einig. Nur die Pfingstwanderung in Hessen vor zwei Jahren habe mehr Nacktwanderer angelockt – damals waren rund 90 Leute dabei.

Quelle: Nadine Pensold

Kurz nach 17 Uhr setzt sich der Pulk in Bewegung. In voller Montur geht es Richtung Wildgehege. Am Drehtor warten der Stadtverordnete Dietrich Puppe, Beate Rantzsch und Kerstin Pfeiffer von der Stadtverwaltung. Für die nackige Premiere haben sie den Eingang mit einem Band versiegelt, das feierlich durchtrennt wird. Durchs Tor trauen sich die Vertreter der Stadt aber nicht.

Die ersten Meter geht’s noch in Textil durch den Wald. Ziel: der alte Kommandoturm. Dass man dort eine Männer- und eine Frauenumkleide eingerichtet hat, entlockt der Truppe ein Lachen. Einige wollen gar nicht so lange warten. Auf einem Hügel lassen die Ersten die Hüllen fallen. Ob barfuß, mit Schal oder voll bekleidet – akzeptiert wird jeder von den Naturisten. Nur eine Regel gibt es: „Das Du ist Pflicht!“, sagt Bernd aus Niedersachsen.

Unter den Wanderern ist Nicole Wunram. Sie hat den ersten Reiseführer für Nacktwanderer in Deutschland veröffentlicht. Die Route durchs Wildgehege sagt ihr zu. „Es ist schön, dass es hier für die Barfußwanderer so einen tollen Untergrund gibt. Die Strecke sollte aber außerhalb des Zauns in der Natur liegen und mehr als zehn Kilometer lang sein. Viele reisen von weit her an, aber nicht, um nur fünf Kilometer zu laufen.“

Ob ein offizieller Nacktwanderweg in Trebbin Realität wird, muss die Politik klären. Meist sei es die Bürokratie, die den Projekten im Weg steht, weiß die Autorin. „Es braucht nur das Ja aller Beteiligten. Wenn das da ist, kann alles ganz schnell gehen.“ Der Naturistenweg in der Lüneburger Heide wurde in nur wenigen Wochen realisiert, berichtet Dieter Gräwe. Er hatte mit Gleichgesinnten den dortigen Bürgermeister überzeugt. „Und der Nacktwanderweg wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen.“
Auf Zustimmung hofft auch Ulfert Hanschur. Trebbin könnte der dritte Nacktwanderweg Deutschlands werden. „Ich hoffe, dass die Anzahl der Teilnehmer die Stadt davon überzeugt, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.“

Von Nadine Pensold

SOLL ES IN TREBBIN REGELMÄßIG NACKTWANDERUNGEN GEBEN?

Daniel Hartmann, Berlin: Ja! Für mich war das meine erste Nacktwanderung – und es war super. In Berlin ist es schwer, Nacktwandern zu betreiben. Deshalb wäre ein offizieller Wanderweg eine wirklich gute Sache. Ich hätte auf jeden Fall Interesse daran.  

Petra Schaffrath, Hildesheim: Jeder sollte wandern können wie er möchte und seiner Wege gehen. In Brandenburg braucht es dafür insgesamt mehr Angebote. Ein offizieller Nacktwanderweg in Trebbin wäre ein guter Anfang. Ich wäre wieder dabei.

Ralf Schwarz, Luckenwalde: Es sollte ein ständiges und ganzjähriges Angebot für Nacktwanderer geben. Man hat bei der Probewanderung ja gesehen, wie viel Nachfrage es gibt. Optimal wäre eine Strecke, die anders als das Wildgehege nicht eingezäunt ist.

Olaf Chrost, Berlin: Selbstverständlich. Die Wanderung hat mir sehr gefallen, nur ein paar Kilometer mehr hätten es sein dürfen. Ich würde mir einen offiziellen Wanderweg wünschen, das wäre besser als nur geführte Touren, weil man zeitlich nicht so gebunden ist.

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