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Teltow-Fläming Nestor der Ortsgeschichte wird 100
Lokales Teltow-Fläming Nestor der Ortsgeschichte wird 100
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21:09 21.03.2017
Lehrer und Heimatforscher Hermann Reich hätte dieses Jahr 100. Geburtstag gefeiert; hier abgebildet 1994 mit einem seiner Sammlerstücke. Quelle: FOTO: Klaus Gerlach
Ludwigsfelde

Derjenige, der den Grundstock für das heute so anerkannte Stadt- und Technikmuseum Ludwigsfelde mit legte, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden: der Deutsch- und Geschichtslehrer Hermann Reich. An dieses Jubiläum erinnert der Geschichtsverein Ludwigsfelde: „Auch wir wären, wenn er noch lebte, bestimmt unter den Gratulanten gewesen“, sagen Vera Gärtner und Ursula Jänichen vom Vereinsvorstand. Die beiden Frauen nutzen vieles aus der Sammlung, die Hermann Reich zusammengetragen hatte, bis heute für eigene Publikationen.

Ursprünglich war Reich Schriftsetzer

Der am 3. Februar 1917 geborene Hermann Friedrich Ferdinand Wilhelm Reich hatte mit seiner Hartnäckigkeit dazu beigetragen, dass die Stadt nach den Umbrüchen des Mauerfalls 1994 den Grundstein für ihr heutiges Museum legte. Der Vorläufer wurde im Gebäude der früheren Berufsschule an der Brandenburgischen Straße eingerichtet, im Volksmund „Gummistiefel“ genannt (später Jugendtischlerei, heute Evangelisches Jugendwerk TF), bevor es ins ungenutzte Bahnhofsgebäude verlegt wurde. Hermann Reich war im Zweitberuf Lehrer und unterrichtete an der Erweiterten Oberschule (EOS) in Ludwigsfelde. Vorher war er Schriftsetzer. Sein Gautsch-Brief liegt im Stadtmuseum: Reich hatte als Freisprechung das Gautschen über sich ergehen lassen müssen, ein bis ins 16. Jahrhundert reichender Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Prüfung in eine Bütte mit Tinte oder Druckerschwärze getaucht oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wurde.

Bereits während seiner Lehrerzeit interessierte sich Reich für die regionale Geschichte. Wahrscheinlich trug auch das Erzählen manch lokaler Histörchen dazu bei, dass viele Schüler ihn „Papa Reich“ nannten.

Sehr engagiert

Der Mann aus der Rehstraße war in den 1980er Jahren von Anfang an im Arbeitskreis „Heimatgeschichte/Ortschronik“ dabei. Der gab die Heftreihe „Ludwigsfelder Geschichte und Geschichten“ heraus, etliche Beiträge darin stammten von Hermann Reich oder waren von ihm bearbeitet. Mit dabei war schon damals Marina Ujlaki, heute Pressesprecherin der Stadt Ludwigsfelde, damals Pressereferentin des Generaldirektors des IFA-Kombinats. Sie erinnert sich an Hermann Reich: „Er war jemand, der sich sehr engagiert hat. Und das nicht nur für sich.“ Immer freute es ihn, wenn sich Jüngere oder überhaupt Einwohner für die Geschichte ihres Ortes interessiert hatten, sagt sie.

Sammlung im Museum

Bereits damals ahnte Reich, dass seine heimatgeschichtliche Sammlung mit seinem Tod verschwinden würde. Deshalb bot er sie verschiedenen Kommunen an. Doch niemand hatte Geld dafür. Im Dezember 1988 schließlich kaufte die Stadt Ludwigsfelde diese Sammlung. Ines Krause, die heutige Museums- und Stadtarchivleiterin, die vieles der zurückliegenden drei Jahrzehnte miterlebt und mitbefördert hat, erinnert sich: „Das Geld dafür stammte aus dem Fonds der Volksvertretung. Der Kauf der Sammlung sollte für das schon zur DDR-Zeit geplante Museum den Grundstock bilden.“

Die Eröffnung der Räume am heutigen Industriepark 1994 konnte Hermann Reich noch miterleben. Am 17. Dezember 1996 starb er. „Auch wenn der Schwerpunkt unserer Museumsarbeit heute die Industriegeschichte ist“, so Ines Krause, „in den Räumen der Ortsgeschichte findet der Besucher nach wie vor Stücke aus der Sammlung von Herrn Reich.“

Zu dieser Sammlung gehören Dokumente und Gegenstände, die das Alltagsleben der Ludwigsfelder widerspiegeln. Außerdem finden sich zum Beispiel im orangefarbenen Geschichtsheft Nummer vier von Hermann Reich aufgeschriebene Sagen: „Die versunkene Kirche in Ludwigsfelde“ oder „Das Heereslager in Löwenbruch“.

Von Jutta Abromeit

In Ludwigsfelde wird zurzeit ein weiterer Zweigeschosser abgerissen. Das Haus an der Thälmann-/Ecke Ladwig-Straße gehörte zru Daimler-Werksiedlung, die zwischen 1938 und 1943 gebaut worden war. Die städtische Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat will dort neu bauen.

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