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Neue Ausstellung zur Wünsdorfer Moschee

Eröffnung in Zossen Neue Ausstellung zur Wünsdorfer Moschee

In Zossen ist seit dem Wochenende eine neue Ausstellung über die Wünsdorfer Moschee zu sehen. Sie entstand während des Ersten Weltkriegs in einem Kriegsgefangenenlager und sollte muslimische Gefangene auf die deutsche Seite ziehen.

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Besucher in der Ausstellung.

Quelle: Gudrun Ott

Zossen. Am Sonnabend trafen sich Mitglieder des Fördervereins Garnisonsmuseum Wünsdorf, Archäologen, Kommunalpolitiker sowie Mitglieder des türkischen Vereins unabhängiger Industrieller und Unternehmer „Young Musiad“, um gemeinsam eine Ausstellung über die ehemalige Wünsdorfer Moschee und das Leben der Kriegsgefangenen im früheren Halbmondlager zu eröffnen. Sie ist im Haus Fischerstraße 26 zu sehen.

Dieter Meier, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Garnisonsmuseum, wies auf die große Unterstützung hin, welche die Ausstellung möglich gemacht hat. Vereinsmitglied Sven Reimer stellte das Material zu den 30 000 Kriegsgefangenen zusammen, Barbara Kaulen vom Wünsdorfer Ortsbeirat gestaltete die Abteilung „Extreme des 20. Jahrhunderts“, Mitglieder des Vereins „Young Musiad“ informieren auf Schautafeln über die ersten Türken, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, und ihre Integration. „Uns Muslimen ist es wichtig, dass die Spuren unserer Geschichte in Deutschland nicht dem Vergessen anheimfallen. Deshalb haben wir uns gern in dieses Projekt eingebracht“, sagte Ömer Igaç, Vorsitzender von „Young Musiad“.

Das Landesamt für Archäologie lieferte die Ergebnisse der Ausgrabungen, die 2015 auf dem Gelände des Halbmondlagers begannen. „Im vergangenen Jahr währte sich der 100. Jahrestag des Halbmondlagers und wir wollten wissen, was bei den Ausgrabungen zutage gefördert wurde“, so der Vorsitzende des Fördervereins Maik Lamolla. Thomas Kersting vom Brandenburgischen Landesdenkmalamt Wünsdorf verwies auf Reste von Glasfenstern und Fliesen, auf eiserne Bolzen und Verspannungen der Kuppelkonstruktion und sagte: „Wir sind nicht abgeneigt, dem Garnisonsmuseum einen Teil der Fundstücke zu überlassen.“

Die hölzerne Moschee hatte ein 24 Meter hohes Minarett und ist 1925/26 abgerissen worden. Das Deutsche Historische Museum Berlin plant eine Sonderausstellung zum Thema. Vom Heimatverein „Alter Krug“ ist ein Vortrag zu den Ausgrabungen der Moschee geplant, den der Archäologe Ulrich Wiegmann halten wird. Immerhin handelt es sich um die erste als Gebetshaus genutzte Moschee auf deutschem Boden. Errichtet worden war sie im Juli 1915 für muslimische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges. Mittels Propaganda wollten die Deutschen diese gegen ihre Kolonialherren beeinflussen und zum Dschihad, dem Heiligen Krieg, aufstacheln. Um das Ansehen Deutschlands in der muslimischen Welt zu stärken, wurden die Muslime korrekt behandelt. Sie konnten ihre religiösen Rituale ausüben. Einst sollte der Dschihad von diesem Ort in die Welt der Kolonialmächte getragen werden. Heute finden Menschen, die vor dem Dschihad fliehen mussten, hier Schutz und Geborgenheit, so Maik Lamolla.

Info: Die Ausstellung in der Fischerstraße 26 ist noch vier Monate zu sehen, täglich von 10 bis 16 Uhr. Vorgesehen ist, die Schautafeln mit englischen und arabischen Texten zu ergänzen und im Erstaufnahmelager zu zeigen.

Von Gudrun Ott

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