Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Neue Bleibe für das Wasserpfeifchen

Jüterbog Neue Bleibe für das Wasserpfeifchen

Vor zwei Monaten ist die Gaststätte in der Neuen Wohnstadt komplett ausgebrannt. Das Angebot, ein leerstehendes Gasthaus im Stadtzentrum zu beziehen, war der erste Hoffnungsschimmer. Nun ist er Wirklichkeit.

Voriger Artikel
„Buchmesse steht für Individualität“
Nächster Artikel
Der Berliner Ring zerbröselt

Christine Kaufmann (l.) und Karin Moldenhauer beim Einräumen der Küche. Ab Dienstag wird dort gebrutzelt.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Alles, was noch fehlt, ist ein neues Schild über der Eingangstür und ein paar Tage Zeit, um das Wirrwarr aus Umzugskisten zu ordnen. Bereits ab heute wird in der Küche der seit 2015 geschlossenen Gaststätte „Braukrug“ wieder gekocht. Ab kommendem Montag steht das Haus als „Wasserpfeifchen“ auch wieder für die hungrige Laufkundschaft offen.

Fast auf den Tag genau zwei Monate ist es her, dass das bisherige Wasserpfeifchen in der Neuen Wohnstadt – vermutlich wegen Brandstiftung – komplett zerstört wurde. Über Nacht standen Inhaberin Christine Kaufmann und ihre vier Mitarbeiter auf der Straße.

Noch während die Feuerwehr die Glutreste löschte, gab es fürs Wasserpfeifchenteam einen ersten Hoffnungsschimmer. Das Angebot von Bürgermeister Arne Raue (parteilos), den leerstenden, von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verwalteten „Braukrug“ zu übernehmen, ergriff Kaufmann wie einen Rettungsanker. Um die täglichen 150 Essen für Kinder- und Senioreneinrichtungen liefern zu können, quartierte sich das Wasserpfeifchen anfangs in Grüna, später in der Küche des Schlafwagenhotels Altes Lager ein.

Noch ist das alte Schild „Braukrug“ zu lesen

Noch ist das alte Schild „Braukrug“ zu lesen.

Quelle: Uwe Klemens

Parallel dazu wurde mit dem Umbau und Renovieren des in die Jahre gekommenen Braukrugs in der Zinnaer Straße begonnen. „Ich bin allen Unterstützern unendlich dankbar“, sagt Kaufmann. Die Besitzer der Übergangsquartiere, Freunde und Bekannte, die bei allen Umzügen mit Hand anlegten und beim Einräumen halfen, Stadt und WBJ haben ermöglicht, dass das „Wasserpfeifchen“ noch immer existiert.

„Probleme mit der Versicherung wegen des Schadens gab es keine“, berichtet Kaufmann. Von den ersten beiden Raten konnte sie neue und gebrauchte Küchen- und Gastraumausstattung kaufen. Nur die vielen historischen Unikate, die früher die Wände des Wasserpfeifchens schmückten und einen Teil der Atmosphäre ausmachten, sind unwiederbringlich verloren, sollen aber nach und nach, eventuell auch durch gespendete Gegenstände, ersetzt werden. Spätestens nächste Woche soll „Wasserpfeifchen“ über der Tür prangen.

Gasthaus mit Geschichte

Der „Braukrug“ gehört zu den ältesten Wirtshäusern in Jüterbog und befindet sich heute im Immobilienbestand der Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog.

Der Name „Muffe“ für das Lokal stammt noch aus DDR-Zeit und hält sich, vor allem bei älteren Jüterbogern, hartnäckig bis heute.

Nach der Wende wechselten die Betreiber. Ein letzter Versuch, das Lokal zu halten, wurde über die TV-Sendung „Kochprofis“ 2014 unternommen.

Geöffnet ist ab dann montags bis freitags von 6.30 bis 14.30 Uhr, samstags zwischen 9 und 14 Uhr. Das Hauptgericht am Eröffnungstag ist Schweingeschnetzeltes mit Reis. „Das“, so Kaufmann, „stand bei uns schon auf der Speisekarte für den Tag, als das Feuer alles zerstörte. Da es das „Wasserpfeifchen“ seit 14 Jahren gibt, dürfen alle Gäste am Eröffnungstag ausprobieren, ob sie diese Zahl mit Würfeln erreichen. Wer’s schafft, bekommt sein Essen gratis.

Von Uwe Klemens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg