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Teltow-Fläming Neue Bleibe für das Wasserpfeifchen
Lokales Teltow-Fläming Neue Bleibe für das Wasserpfeifchen
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05:49 13.09.2016
Christine Kaufmann (l.) und Karin Moldenhauer beim Einräumen der Küche. Ab Dienstag wird dort gebrutzelt. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Alles, was noch fehlt, ist ein neues Schild über der Eingangstür und ein paar Tage Zeit, um das Wirrwarr aus Umzugskisten zu ordnen. Bereits ab heute wird in der Küche der seit 2015 geschlossenen Gaststätte „Braukrug“ wieder gekocht. Ab kommendem Montag steht das Haus als „Wasserpfeifchen“ auch wieder für die hungrige Laufkundschaft offen.

Fast auf den Tag genau zwei Monate ist es her, dass das bisherige Wasserpfeifchen in der Neuen Wohnstadt – vermutlich wegen Brandstiftung – komplett zerstört wurde. Über Nacht standen Inhaberin Christine Kaufmann und ihre vier Mitarbeiter auf der Straße.

Noch während die Feuerwehr die Glutreste löschte, gab es fürs Wasserpfeifchenteam einen ersten Hoffnungsschimmer. Das Angebot von Bürgermeister Arne Raue (parteilos), den leerstenden, von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft verwalteten „Braukrug“ zu übernehmen, ergriff Kaufmann wie einen Rettungsanker. Um die täglichen 150 Essen für Kinder- und Senioreneinrichtungen liefern zu können, quartierte sich das Wasserpfeifchen anfangs in Grüna, später in der Küche des Schlafwagenhotels Altes Lager ein.

Noch ist das alte Schild „Braukrug“ zu lesen. Quelle: Uwe Klemens

Parallel dazu wurde mit dem Umbau und Renovieren des in die Jahre gekommenen Braukrugs in der Zinnaer Straße begonnen. „Ich bin allen Unterstützern unendlich dankbar“, sagt Kaufmann. Die Besitzer der Übergangsquartiere, Freunde und Bekannte, die bei allen Umzügen mit Hand anlegten und beim Einräumen halfen, Stadt und WBJ haben ermöglicht, dass das „Wasserpfeifchen“ noch immer existiert.

„Probleme mit der Versicherung wegen des Schadens gab es keine“, berichtet Kaufmann. Von den ersten beiden Raten konnte sie neue und gebrauchte Küchen- und Gastraumausstattung kaufen. Nur die vielen historischen Unikate, die früher die Wände des Wasserpfeifchens schmückten und einen Teil der Atmosphäre ausmachten, sind unwiederbringlich verloren, sollen aber nach und nach, eventuell auch durch gespendete Gegenstände, ersetzt werden. Spätestens nächste Woche soll „Wasserpfeifchen“ über der Tür prangen.

Gasthaus mit Geschichte

Der „Braukrug“ gehört zu den ältesten Wirtshäusern in Jüterbog und befindet sich heute im Immobilienbestand der Wohnungsbaugesellschaft Jüterbog.

Der Name „Muffe“ für das Lokal stammt noch aus DDR-Zeit und hält sich, vor allem bei älteren Jüterbogern, hartnäckig bis heute.

Nach der Wende wechselten die Betreiber. Ein letzter Versuch, das Lokal zu halten, wurde über die TV-Sendung „Kochprofis“ 2014 unternommen.

Geöffnet ist ab dann montags bis freitags von 6.30 bis 14.30 Uhr, samstags zwischen 9 und 14 Uhr. Das Hauptgericht am Eröffnungstag ist Schweingeschnetzeltes mit Reis. „Das“, so Kaufmann, „stand bei uns schon auf der Speisekarte für den Tag, als das Feuer alles zerstörte. Da es das „Wasserpfeifchen“ seit 14 Jahren gibt, dürfen alle Gäste am Eröffnungstag ausprobieren, ob sie diese Zahl mit Würfeln erreichen. Wer’s schafft, bekommt sein Essen gratis.

Von Uwe Klemens

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