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Teltow-Fläming Neue Digitalfunkmasten geplant
Lokales Teltow-Fläming Neue Digitalfunkmasten geplant
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17:23 28.06.2018
Mehrere neue Funkmasten, wie dieser in Königs Wusterhausen, sind ab 2019 in der Region geplant. Quelle: Jonas Nayda
Dahmeland-Fläming

Der Mobilfunkempfang auf dem Land soll verbessert werden. Das Brandenburgische Ministerium des Innern und für Kommunales kündigte an, dass im Jahr 2019 insgesamt 32 neue Funkmasten im ganzen Land errichtet werden. Mindestens zwei davon sind an verschiedenen Orten im Landkreis Teltow-Fläming eingeplant.

Die neuen Masten werden allerdings in erster Linie für den Digitalfunk BOS gebaut, der nur für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie etwa Feuerwehr oder Polizei nutzbar ist. Dennoch können auch private Handynutzer von den geplanten Funkmasten profitieren, da Mobilfunkanbieter die neue Infrastruktur mitnutzen können.

Wer nutzt den Digitalfunk?

Der Digitalfunk steht in Deutschland nur Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zur Verfügung.

Zu den BOS gehören laut Funkrichtlinie: Polizei, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, Zoll, Rettungsdienste, Verfassungsschutz, Katas-trophen- und Zivilschutzbehörden sowie private Hilfsorganisationen und mit Sicherheits- und Vollzugsaufgaben gesetzlich beauftragte Behörden und Dienststellen.

Bund und Länder betreiben den Digitalfunk seit 2011 in gemeinsamer Zusammenarbeit.

Der Funkverkehr der BOS ist durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Dadurch wird ein Abhören oder Ausspionieren der Funksprüche von Außerhalb unmöglich gemacht.

„Geplant sind Funkmasten in allen Landkreisen Brandenburgs. Gewisse Schwerpunkte ergeben sich aus dem Stand der bisherigen Planungen unter anderem in Teltow-Fläming“, sagt Andreas Carl, stellvertretender Pressesprecher im Innenministerium.

Mögliche Standorte für neue Masten

Die möglichen Standorte sind laut Ministerium Zülichendorf (Nuthe-Urstromtal) und Baruth. Zu den genauen Plätzen oder Straßen, in denen die neuen Masten gebaut werden könnten, wollte Carl allerdings keine Angaben machen. Noch in diesem Jahr sollen mit Standortakquise und Bauplanung begonnen werden.

Feuerwehren begrüßen den Ausbau

Die Feuerwehren in den Regionen freut diese Botschaft. „Wir hatten bisher immer wieder Probleme mit dem Empfang, vor allem bei Waldbränden in entlegenen Gebieten“, sagt René Mydaß, Stadtbrandmeister in Baruth. Obwohl die Kommunikation trotz der Schwierigkeiten bisher zum Glück noch nie gänzlich zusammengebrochen sei, begrüßt er die angekündigten neue Funkmasten sehr. „Natürlich freut es uns, wenn die Verbindung weiter ausgebaut wird“, sagt er.

Teltow-Flämings Kreisbrandmeister Tino Gausche stimmt seinem Kollegen René Mydaß zu, auch er berichtet von Stellen, an denen der Digitalfunk lückenhaft sei. „Manchmal müssen wir mit den Einsatzfahrzeugen noch ein paar Meter weiter fahren, um wieder Empfang zu haben“, sagt er. Die schwierigen Bereiche seien gemeldet worden.

Auch die Polizei ist auf eine bessere Netzabdeckung angewiesen. Eine Sprecherin des Zentraldienstes der Polizei erklärte auf MAZ-Nachfrage, dass im Landkreis Teltow-Fläming Bereiche festgestellt worden wären, an denen „aufgrund der bestehenden einsatztaktischen Anforderungen der Versorgungsgrad erhöht werden soll“.

Handynetzbetreiber zeigen Interesse

Bereits jetzt seien 96 Prozent der Landesfläche soweit ausgestattet, dass Fahrzeugfunk möglich sei. Doch damit die Funklöcher in den Handynetzen verschwinden, müssen die Mobilfunkanbieter die neuen Masten mitbenutzen.

Laut Ministerium sei das kein Problem, ja es sei sogar gewünscht. „Die Mobilfunkunternehmen haben bereits Interesse an der Mitnutzung an mindestens 27 der bis zu 32 geplanten neuen Standorte signalisiert“, erklärt Andreas Carl. Die Unternehmen, die ihr Interesse bekundet haben, sind Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne er jedoch keine weiteren Angaben dazu machen, sagt Carl.

Nur wenig Besserung zu erwarten

Für Privatleute, die gerne von Unterwegs im Internet surfen oder mit dem Handy größere Datenmengen verschicken wollen, bedeutet das im Klartext: Besserer Empfang ist nur an den Stellen zu erwarten, wo bisher selbst die Feuerwehr Schwierigkeiten hatte, ihren Funkverkehr aufrecht zu erhalten.

In der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Teltow-Fläming ist von den geplanten neuen Funkmasten bisher allerdings noch nichts bekannt, sagte Pressesprecherin Heike Lehmann auf MAZ-Anfrage.

Auch in Nachbarlandkreisen neue Masten geplant

Immerhin, ein Schritt in Richtung bessere Netzabdeckung ist getan. Die Region Dahmeland-Fläming profitiert auf jeden Fall, schließlich sind neue Funkmasten laut Innenministerium auch in den Nachbarlandkreisen in Schönewalde (Elbe-Elster) und Marzahna (Potsdam-Mittelmark) geplant. Da die Sendeleistung der Stationen meist über mehrere Kilometer weit reicht, sollte ein bisschen dieser Mehrleistung also auch in den Landkreis Teltow-Fläming herüberwehen.

Laut der Bundesnetzagentur sollen bis zum Jahr 2020 rund 98 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit ausreichenden Übertragungsraten versorgt sein. Von den 139 Basisstationen des Digitalfunks BOS, die es aktuell in Brandenburg gibt, werden derzeit nur 14 auch von Telekommunikationsunternehmen mitgenutzt.

Nach MAZ-Informationen sollen die nun geplanten neuen Masten den Unternehmen mietfrei bereitgestellt werden. Die Firmen müssten nur die Einrichtungs- und Betriebskosten tragen.

Zuletzt hatte Dierk Homeyer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU im Brandenburgischen Landtag, kritisiert, die Landesregierung müsse mehr Druck auf die Bundesnetzagentur und die Mobilfunkanbieter ausüben. Die CDU hatte mit einem eigenen „Funkloch-Atlas“ öffentlich gemacht, wie schlecht die Verbindung in vielen Gebieten des Landes tatsächlich ist (MAZ berichtete).

Die geplanten neuen Masten sind offenbar die Reaktion der Regierung auf diese Missstände.

Von Jonas Nayda

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