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Neue Künstler ziehen ins Schloss

Kunst-Stipendiaten in Wiepersdorf Neue Künstler ziehen ins Schloss

Für das Schloss Wiepersdorf hat die zehnte Saison unter der Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begonnen. Die ersten zwölf Künstler sind vor wenigen Tagen für ihre viermonatigen Stipendien angereist. Neben Brandenburgern sind auch Koreaner und Finnen unter ihnen, um sich von den Kollegen und der historischen Anlage inspirieren zu lassen.

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Die ersten Stipendiaten 2016 genießen die gesellige Ruhe im Gartensaal von Schloss Wiepersdorf.

Quelle: Peter Degener

Wiepersdorf. Nach vier Monaten winterlicher Pause hat Anne Frechen, die Leiterin des Künstlerhauses Wiepersdorf, die Holzläden vor den Fenstern geöffnet. Das Licht scheint in den barocken Gartensaal von Schloss Wiepersdorf und fällt auf die ersten Stipendiaten des Jahres 2016. Zwölf Autoren, Maler, Bildhauer und Fotografen kamen vor wenigen Tagen im Künstlerhaus an. 28 weitere werden ihnen bis Oktober noch folgen. In Wiepersdorf sollen sie jeweils vier Monate lang Konzentration und Ruhe in den bereitgestellten Appartements und Ateliers sowie Austausch untereinander finden.

„Das ist ein so inspirierender Raum. Ich habe bereits einen Morgen lang mit Stift und Papier hier gesessen und die Dekorationen und Bilder betrachtet“, sagt Anu Kaaja über den Gartensaal. Sie gehört zu den weit gereisten Stipendiaten, stammt aus dem finnischen Turku. Für das Stipendium in Wiepersdorf hatte sie sich gezielt beworben, um an einem historischen Roman zu arbeiten. „Der spielt im Frankreich des 18. Jahrhunderts in einem alten Herrenhaus wie diesem“, sagt Kaaja. Bei ihrem Aufenthalt im – so sagt sie – „südlichen Europa“ will sie vor allem Parkanlagen und Schlösser in Potsdam besuchen und die Ruhe zum Schreiben finden.

Mehrere Stipendiaten aus Finnland

Kaaja ist nicht die einzige Finnin. Genau wie das brandenburgische Kulturministerium und die Kulturstiftungen mehrerer Bundesländer sendet auch die finnische Kulturförderung mehrere Stipendiaten pro Jahr nach Wiepersdorf.

Für die Finnin Mia Kankimäki ist das brandenburgische Dorf Endstation einer weltumspannenden Reise, die die Autorin unter anderem nach Tansania, Japan und Italien geführt hatte. „Ich bin Forscherinnen und Entdeckerinnen aus der Geschichte nachgereist. In Wiepersdorf will ich mein Reisetagebuch über diese Frauen beenden“, formuliert Kankimäki ihr Ziel für die kommenden Monate.

Virtuell begehbare Fotoprojekte

Das koreanische Ehepaar Insook Ju und Sukyun Yang schafft Panorama-Fotografien von spektakulären Räumen, die man im Internet virtuell begehen kann. Begonnen hatten sie einst mit ihrer eigenen Wohnung. Es folgten virtuelle Porträts von Gotteshäusern im Rheinland, in Israel, Palästina sowie in Korea. Nun wollen Ju und Yang Brandenburg entdecken.

Ihr erster Wunsch: Der Plenarsaal des Potsdamer Landtags soll dreidimensional dokumentiert werden. Zudem suchen die beiden noch unbekannte Räumen mit besonderer Ausstrahlung. Nach den ersten Tagen in Wiepersdorf ist bislang nur eines klar: Der Gartensaal des Schlosses wird definitiv ein Teil ihrer neuen Arbeiten werden.

Essay über Dissidenten, Roman über Porzellan

Nicht alle kommen von so weit her. Übersetzerin Ines Sebesta wohnt in Werneuchen und will hier Essays des bulgarischen Dissidenten Georgi Markow ins Deutsche übertragen. Drehbuchautorin Annick Klug lebt in Mörz bei Bad Belzig und schreibt an einem Roman über das Geheimnis der Erfindung des Porzellans.

Künstlerhausleiterin Anne Frechen

Künstlerhausleiterin Anne Frechen.

Quelle: Peter Degener

„Es ist eine sehr offene und erwartungsfrohe Gruppe, die schon am ersten Abend sehr aneinander interessiert war. Das ist selten“, sagt Anne Frechen über ihre ersten Gäste in diesem Jahr. Es ist die zehnte Saison des Hauses in der Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und unter ihrer Leitung. Bei allem Drang der Kunstwelt nach Berlin ist sie sich sicher, dass ein Stipendien-Angebot in der Ruhe der Provinz immer gefragt ist. „Die Künstler finden hier Ruhe, Konzentration und gegenseitige Inspiration“, sagt Frechen.

 

Bettina und Achim von Arnim uneins über ländliche Vorzüge

Über die Vorzüge von Stadt und Land wurde schon in jener Künstlerfamilie diskutiert, die das Schloss Wiepersdorf berühmt gemacht hat. „Das Schreiben vergeht einem hier, wo den ganzen Tag, das ganze Jahr, das ganze liebe lange Leben nichts vorfällt“, meinte Bettina von Arnim. Ihr Ehemann Achim von Arnim empfand dagegen: „Die Einsamkeit ist hier weniger drückend als in Berlin“.

Saisonauftakt: Beim „Treffpunkt Gartensaal“ am 3. April um 15 Uhr werden die Stipendiaten vorgestellt.

Von Peter Degener

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