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Neue Pläne für das geplante Hospiz

Mahlow Neue Pläne für das geplante Hospiz

Freundlich, bunt und außergewöhnlich soll das geplante Hospiz in Mahlow werden. Dazu hat sich Bauherrin Nare Yesilyurt Unterstützung von dem Mosaikkünstler Robert Kaller geholt. Ihre Ideen dafür hat sie von einer Reise nach Barcelona mitgebracht – und damit so manchen ihrer bisherigen Geschäftspartner vor den Kopf gestoßen.

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Nare Yesilyurt, Frank Beckmann und der Mosaikkünstler Robert Kaller (v.l.) präsentieren ein Modell des geplanten Hospizes in Mahlow.

Quelle: Foto. Christian Zielke

Mahlow. Reisen verändert zuweilen den Blickwinkel. Nare Yesilyurt hatte im vorigen Jahr ein solches Erlebnis, als sie in Barcelona zu Gast war. Vor allem die Architektur von Antoni Gaudí beeindruckte die Leiterin des Berliner Pflegedienstes Deta-Med, die das ehemalige Ambulatorium in der Arnold-Böcklin-Straße in Mahlow in ein Hospiz umbauen lässt. „Die geschwungenen Formen, die bunten Mosaike – das wollte ich auch haben“, sagt sie.

Bei den Handwerkern habe der plötzliche Sinneswandel der Bauherrin für blankes Entsetzen gesorgt, erinnert sich Nare Yesilyurt. Doch wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann zieht sie das auch durch. Mehrere Nächte verbrachte sie vor dem Computer auf der Suche nach einem Künstler, der sie und ihre Ideen versteht und nach Handwerkern, die das dann auch umsetzen können. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt sie.

Die Symbolik der Kraniche

Nachdem die bisherigen Architekten und Handwerker die Segel strichen, übernimmt nun Robert Kaller die Arbeit. Der 59-Jährige ist gelernter Bildhauer und betreibt in Dortmund die Mosaikbauschule. Nare Yesilyurt und er haben sich mehrmals getroffen. Sie sprechen über Ästhetik und Tod und sie sind sich einig, dass das Hospiz in Mahlow etwas Besonderes sein soll. „Ich möchte Kunst und das Sterben zusammenfügen“, sagt Nare Yesilyurt.

Fliegende Kraniche sollen die Wiederkehr der menschlichen Seele symbolisieren. „Kraniche spielen eine große Rolle“, sagt Nare Yesilyurt, die Kurdin und Anhängerin des alevitischen Glaubens ist, jedoch großen Wert auf ein nichtreligiöses Umfeld legt. „Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen, egal welcher Religion oder sexuellen Orientierung“, sagt sie. Für jeden Bewohner des Hospizes verspricht sie eine individuelle Begleitung auf dem letzten Lebensweg.

Sterben soll leichter fallen

Die Verbindung von Leben und Tod hat auch für Robert Kaller den Reiz des Projektes ausgemacht. Eine Geburtsklinik hat er bereits gestaltet, nun eben ein Hospiz. „Nicht das Ende steht im Vordergrund. Das Ende ist ein Anfang. Sterben ist ein natürlicher Vorgang“, sagt der Künstler. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem das Sterben leichter wird“, sagt Nare Yesilyurt. Dabei soll die Gestaltung eine wichtige Rolle spielen.

Zentraler Ort soll der Kamin sein. Dort sollen Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter ins Gespräch kommen. Rund um das Hospiz will die Betreiberin einen Garten anlegen – mit Naschecke, Lagerfeuerplatz, Wasserspielen und Bäumen, an die man sich anlehnen kann. Dass das Hospiz praktisch mitten im Wald liegt, ist wie ein Glücksfall. „Es wird ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Landschaft“, sagt Rober Kaller. Nare Yesilyurt schwebt sogar vor, dass das Hospiz zu einer Attraktion für Mahlow wird und Besucher anzieht.

Eröffnung für September geplant

Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch. Derzeit ruht der Bau. Das Dach, dessen Statik für die geplanten Mosaike aufwendig umgeplant werden musste, ist winterfest. Sobald das Wetter es zulässt, gehen die Arbeiten los. Wenn das Dach steht, beginnen die Innenarbeiten. Im September soll das Hospiz dann eröffnen. Frank Beckmann von Deta-Med vergleicht den Bau mit der Suche nach dem Wahren, Guten und Schönen. „Wir wollen nicht mehr, als die medizinische mit der ästhetischen Seite verheiraten.“

Von Christian Zielke

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