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Teltow-Fläming Neue Schwellen in einem Zug
Lokales Teltow-Fläming Neue Schwellen in einem Zug
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02:16 13.08.2015
Rückwärts zur Arbeitsrichtung fädelt Maschinist Frank Reimann die Schienen auf die neuen Schwellen unter die Schienenklemmen. Quelle: Abromeit
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Mahlow

Noch bis Dienstag ist „Heinrich der Starke“ in der Region – zwischen Lichtenrade und Mahlow. Heinrich ist ein Zug. Und der fährt nicht nur, er erneuert die Schwellen dieser Strecke. Auf dem einen Monat gesperrten Abschnitt der S-Bahnlinie S 2 reißt der Gleisbauzug alte Schwellen raus und setzt neue ein. Zwischendurch schweben die beiden bereits erneuerten Gleisstränge einen Meter hoch neben den Schwellen über dem Schotterbett.

Was früher Wochen dauernde Arbeit in mehreren Teilschritten war, das erledigt heutige Technik buchstäblich in einem Zug: „Heinrich der Starke“ ist 150 Meter lang, mit Verlegeeinheit und Materialwagen. Der Gleisumbauzug des Großbeerener Spezialunternehmens Spitzke hat einen seiner seltenen Auftritte vor der Haustür. 6,1 Kilometer Gleis plus fünf Weichen werden komplett erneuert. „Das meiste davon ist einspurig, nur im Bahnhofsbereich liegen 750 Meter zweispurig“, erklärt Bauleiter Chris-Adrian Dahlmann.

Er war heilfroh, dass gestern doch noch einigermaßen planmäßig gearbeitet werden konnte. Die Betonschwellen aus dem Werk Möllnhagen (Mecklenburg-Vorpommern) waren zwei Stunden später auf der Baustelle angekommen als geplant. „Und der Zwei-Wege-Bagger war auch nicht ganz pünktlich“, sagt er. Unbeeindruckt arbeitet neben ihm „Heinrich der Starke“: Im Schritttempo reißt er alte Holzschwellen raus, setzt Betonschwellen in den Schotter, fädelt die neuen Gleise wieder ein. Nächste Woche wird dann der Schotter im Bett recycelt.

Heute Abend ist „Heinrich“ bereits auf der nächsten Baustelle irgendwo. Der Gigant im Maschinenpark von Spitzke ist er übrigens nicht. Diesen Titel führt „ Katharina die Große“ – ihre Wagen- und Arbeitskette mit Siebwagen, Schotteraufbereitung, Aushubmaschine, Stopf-, Einschotterungs- und Übergabetechnik misst allein stolze 198 Meter „Wenn die in Aktion ist mit den Schotter-Einheiten, dann ist der Auftritt noch wesentlich spektakulärer als bei unserem ,Heinrich’ hier“, erklärt Dahlmann. „Mit allen Antrieben und Materialwagen kommt sie auf fast eine Kilometer Länge“.

Haben „Heinrich“ oder „Katharina“ die Baustelle hinter sich, sind Gleise trotz aller Technik aber noch nicht fertig. Gleich hinterher laufen Männer wie René Vetter. Der Maschinist erklärt: „Wir kontrollieren alles – Höhe, Breite, Tiefe. Da kann mal was verrutschen, und die erlaubten Toleranzen sind gering.“ Vor ihm dröhnt und rumpelt „Heinrich“ mit seinen Riesenmaßen bei 242 Tonnen Gewicht. Und Vetter sagt: „Die neuen Gleise liegen 40 Millimeter höher.“

Manch Lichtenrader interessiert sich für die imposante Technik, die da im Unterholz an der Wolziger Zeile arbeitet. Gestern etwa kam eine Familie die Schwellen entlang marschiert, vom Opa bis zum Ferienkind in Warnwesten. „Wir wollten mal sehen, wie sowas geht. Das erlebt man doch nicht alle Tage.“ Bauleiter Dahlmann ergänzt: „Woanders haben wir viel mehr Zuschauer als hier. Manchmal stehen die Leute die ganze Strecke lang, wenn sie an die Gleise rankommen.“ Und Pressesprecherin Maren Brandt erzählt: „Man merkt auf den Baustellen schon, dass unsere Leute stolz sind mit so spannender Technik zu arbeiten.“

Die Blankenfelder und Mahlower dürfte am meisten das Ende der Bauzeit interessieren: Ab 31. August um 1.30 Uhr soll nach einem Monat Komplettsperrung des Abschnitts Lichtenrade-Blankenfelde der reguläre S-Bahn-Betrieb wieder aufgenommen werden, kündigt die Bahn an.

Von Jutta Abromeit

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