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Teltow-Fläming Neue Stolpersteine für Luckenwalde
Lokales Teltow-Fläming Neue Stolpersteine für Luckenwalde
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04:31 10.05.2016
Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt zwei Stolpersteine für das Ehepaar Cahn in der Breiten Straße 32 in Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

„Wir wollen ein anderes Zeichen setzen, als die Schmierereien am Stadttheater, am Gymnasium und am Bahnhof“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke). „Uns alle eint hier und heute der Gedanke daran, dass nie wieder Menschen wegen ihrer Religion, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung verfolgt oder getötet werden dürfen“, so Wehlan weiter. Sie dankte dem CDU-Stadtverband, der zur feierlichen Stolpersteinverlegung eingeladen hatte.

In diesem Jahr wird das 800-jährige Bestehen von Luckenwalde gefeiert. Viele Veranstaltungen befassen sich mit der langen Geschichte der Stadt. Auch in Luckenwalde hat die dunkelste Zeit Deutschlands ihre grausamen Spuren hinterlassen. Ganze Familien wurden ausgelöscht, es gibt keine Nachfahren, die heute in der Heimatstadt ihrer Eltern und Großeltern leben. Zur Erinnerung an vier jüdischen Mitbürger wurden am Montag im Jubiläumsjahr der Stadt Luckenwalde Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt. Zu den Gästen gehörte Rogel Rachmann von der Botschaft des Staates Israels: „Den Juden wurden durch das nationalsozialistische Regime ihre Namen genommen und durch Nummern ersetzt. Jetzt bekommen sie durch diese Stolpersteine ihre Namen zurück“, sagte Rachmannn.

Pfarrer Detlev Riemer forscht seit drei Jahren

Besonders freuten sich viele der Anwesenden über den Besuch von Pfarrer a. D. Detlev Riemer. Ohne seine jahrzehntelange Forschung wären die Verlegungen der Stolpersteine nicht möglich. Seit 30 Jahren beschäftigt er sich mit den Juden, die einmal in Luckenwalde gelebt haben. „ Rund 200 Jahre lang lebten Juden in dieser Stadt – ein Viertel der 800-jährigen Geschichte“, so Riemer. Mit der achten Stolpersteinverlegung in Luckenwalde wurde Rose Rachel Cahn und ihrem Ehemann Meyer Cahn gedacht. Die Steine wurden vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnsitz in der Breiten Straße 32 verlegt.

Kornelia Wehlan, Rogel Rachmann und Sven Petke (v.l.) Quelle: Hahn

Wie von der Pressestelle der Stadt zu erfahren war, werden diese Steine auf Grund der Bauarbeiten auf dem Boulevard noch einmal ausgebaut, beim städtischen Bauhof eingelagert und nach Abschluss der Baumaßnahme wieder eingesetzt.

Jeder Stein ist besonders

Für Gunter Demnig ist jeder einzelne Stein ein Besonderer. Vor genau 20 Jahren hat er mit diesem Projekt begonnen. Anfangs sei es schwierig gewesen und man hätte ihm viele Stolpersteine in den Weg gelegt. „Ich habe in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 57 600 Steine in 20 verschiedenen Ländern verlegt“, berichtete Gunter Demnig. Bis Ende Dezember hat er keine freien Termine mehr. „Hinter jedem Stein verbirgt sich ein Schicksal. Zum Teil treffen sich Familien durch die Verlegung der Stolpersteine zum ersten Mal in ihrem Leben“, sagt Demnig, der sich auch nach drei Morddrohungen nicht davon abbringen lässt, sein Projekt fortzuführen.

Nach der Verlegung in der Breiten Straße 32 wurden zwei weiteren Stolpersteinen für das Ehepaar Josefine und Felix Michaelis in der Schützenstraße 7 gesetzt. Auch dort berichtete Pfarrer Detlev Riemer über deren Leben und Wirken in Luckenwalde.

Von Margrit Hahn

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