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Neue Wege beim Straßenbau

Blankenfelde-Mahlow Neue Wege beim Straßenbau

Um den Konfliktherd Straßenbau zu entschärfen, will man in Blankenfelde-Mahlow künftig andere Wege gehen. Die Gemeinde will den Blick stärker auf Areale legen und bisherige Informationen bündeln. Einen nicht unbedeutenden Anteil haben auch die Initiatoren von Waldblick 2020.

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Die Initiative „Waldblick 2020“: Alexander Korsch, Thomas Fäder, Peter Jankowski und Markus Schulze (v.l.).

Quelle: Christian Zielke

Mahlow. Straßenbaumaßnahmen in Blankenfelde-Mahlow liefen in den vergangenen Jahren in der Regel nach dem gleichen Szenario ab. Die Verwaltung teilte den Anwohnern mit, dass deren Straße laut von der Politik beschlossener Prioritätenliste ausgebaut werden soll. Daraufhin brach unter vielen Anliegern Panik ob der zu erwartenden Kosten aus. Die Anwohner sammelten Unterschriften und formulierten Petitionen gegen den Ausbau ihrer Straße. Diesen gaben die Gemeindevertreter unter dem Druck wütender Bürger häufig nach. Was blieb, war Frust bei allen Beteiligten.

Verkehrkonzept für Waldblick

Am 19. Oktober hat die Gemeindevertretung das Verkehrskonzept für Mahlow-Waldblick beschlossen.

Es klassifiziert Straßen nach ihrer Verkehrsbedeutung – von der Haupterschließungsstraße zum Wohnweg.

Streitpunkt war die Verbindung von Marienfelder Straße und Hubertusstraße

In Zukunft möchte die Gemeinde andere Wege beim Straßenbau gehen. „Wir haben die Prioritätenliste derzeit ausgesetzt“, sagt Marion Dzikowski, die stellvertretende Bürgermeisterin und kommissarische Bauamtsleiterin. Zunächst wolle man alle wichtigen Informationen, etwa den Straßenzustand und die Vorgaben aus dem Generalentwässerungsplan, zusammenführen, um ein genaues Bild zu bekommen. „Diese Grundlagenerfassung ist wichtig, weil die bisherigen Informationen oft nicht im Gesamtkontext betrachtet werden“, sagt Marion Dzikowski. Statt einzelne Straßen zu planen, will man künftig größere Areale betrachten. Ziel sei es, die Anwohner rechtzeitig über geplante Baumaßnahmen zu informieren und ihnen realistischere Kostenschätzungen vorlegen zu können. Preissteigerungen hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für Frust gesorgt. „Es geht darum, die Akzeptanz bei den Bürgern zu erhöhen“, sagt Marion Dzikowski.

Neue Wege gehen

Den Anstoß für den neuen Weg gab das Verfahren zum Verkehrskonzept Mahlow-Waldblick. Anderthalb Jahre haben Anwohner und Politik kontrovers über die Straßen in dem Ortsteil gestritten. Alexander Korsch, Anwohner der Marienfelder Straße, hatte irgendwann genug von den Auseinandersetzungen. Eine Bauausschusssitzung gab den entscheidenden Schub. „Da saßen neun Leute, die beschlossen, dass sie nichts beschließen. Das wollte ich nicht länger hinnehmen“, sagt er. Über nachbarschaftliche Kontakte hatte er schnell Mitstreiter gefunden. Sie wollten den – aus ihrer Sicht – Stillstand aufbrechen. „Es gibt eine kleine Gruppe, die meint für ganz Waldblick zu sprechen und alles blockiert“, sagt Thomas Fäder und meint die Initiative Waldblick. Deren Mitglieder verfolgen zu stark ihre eigenen Interessen, kritisiert Peter Jankowski. „Das bedauere ich sehr. Ich wünsche mir, dass man den Blick auf das gesamte Areal legt“, sagt er.

Blick aufs große Ganze

An eben diesem Blick aufs große Ganze hat sich Alexander Korsch versucht und sorgte mit seinem Konzept „Waldblick 2020“ sowohl bei Verwaltung und Politik als auch bei den Verkehrsplanern für Aufsehen. Seine Idee einer Begegnungszone hat Eingang in das kürzlich beschlossene Konzept für ganz Waldblick gefunden. Dort finden sich auch die von der Initiative Waldblick geforderten Aufpflasterungen wieder, die den Verkehr bremsen sollen. „Uns geht es nicht darum, die Waldblicker zu spalten“, sagt Markus Schulze. Ziel sei es, den Durchgangsverkehr aus dem Gebiet fernzuhalten und vernünftige Straßen zu bekommen. Mehr als 5000 Mal haben Menschen die Internetseite der Initiative „ Waldblick 2020“ geklickt. Man verstehe sich als Stimme der schweigenden Mehrheit. Nachdem nun klare Verhältnisse zum Straßenbau beschlossen sind, fühle er sich nicht als Sieger, sagt Alexander Korsch: „Wir haben lange genug miteinander gestritten. Jetzt ist es Zeit sich die Hände zu reichen.“

Von Christian Zielke

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