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Teltow-Fläming Neuer B-Plan soll alte Grafschaft retten
Lokales Teltow-Fläming Neuer B-Plan soll alte Grafschaft retten
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21:04 31.05.2016
Der Zankapfel: die sanierte Grafschaft samt Remise. Quelle: Uwe Klemens
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Kloster Zinna

Das Grundstück der Grafschaft in Kloster Zinna und das nördlich daran angrenzende Grundstück bekommen einen neuen Bebauungsplan (B-Plan). Den Beschluss dazu fassten die Jüterboger Stadtverordneten mehrheitlich. Zahlreiche Einwohner des Jüterboger Ortsteils hatten sich vor der Beschlussfassung zu Wort gemeldet, um die Abgeordneten um Mithilfe beim Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes Grafschaft zu bitten.

Zankapfel der inzwischen juristischen Auseinandersetzung ist der Neubau einer Remise am exakt gleichen Standort, an dem zuvor eine Scheune mit gleichen Ausmaßen stand. Obwohl der Neubau mit Genehmigung der Bauaufsicht der Kreisverwaltung erfolgte, droht Investor Andreas Bruns der zwangsweise Abriss. Denn der Richter gab dem klagenden Nachbarn, den die Remise stört, Recht. Schließlich habe es bislang weder einen rechtsverbindlichen B-Plan noch andere Urkunden über die Zulässigkeit der Grenzbebauung gegeben. Eine Chance der nachträglichen „juristischen Heilung“ ist die Ausarbeitung eines neuen B-Plans.

An der Remise nehmen Nachbarn Anstoß. Quelle: Uwe Klemens

Anwohner sind gegen Abriss

„Wir Klosteraner würden den Abriss bedauern, denn die Grafschaft war jahrelang ein echter Schandfleck im Ort“, warb die Einwohnerin Gabriele Eichelbaum um Zustimmung für das Planungsverfahren. Auch Ingrid Rosenzweig, die im Ort den Kulturverein leitet und lange Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft der Grafschaft wohnte, hat nichts als Lob für den Mut des Investors übrig. „Vom schlimmen Zustand vorher habe ich viele Fotos, nur nicht vom Gestank, der bis zur Sanierung von Gebäuden und Ungeziefer ausging.“

Die beiden Frauen haben kein Verständnis für die Klage der Nachbarn. „Grenzbebauung war in Kloster schon immer üblich“, erläuterte Ingrid Rosenzweig. Auf die aus Sicht der Denkmalpfleger gelungene und mit mehreren Preisen bedachte Sanierung verwies Gabriele Eichelbaum.

B-Plan mit 18 Ja-Stimmen beschlossen

Auch Andreas Bruns erhielt vor der Abstimmung noch einmal Gelegenheit, das Projekt und die verzwickte Rechtslage zu erläutern. „Es geht hier nicht um einen Knallerbsenstrauch, aber ohne B-Plan konnte der Richter wohl nicht anders. Das Maximale, das ich ohne diesen Plan erreichen könnte, wäre eine Duldung, die jederzeit wieder angefochten werden kann, oder der Abriss der Remise.“

„Wenn wir schon Investoren haben, die bereit sind, alte Kulturgüter zu sanieren, sollten wir sie unterstützen und nicht im Stich lassen,“ warb der Stadtverordnete Jens Schandert (Für Jüterbog) bei seinen Kollegen für den B-Plan, dessen Aufstellung mit zwei Gegen- und 18 Ja-Stimmen beschlossen wurde. Kosten für die Stadt gibt es nicht. „Die trage ich, denn das ist das kleinere Übel“, sagte Andreas Bruns.

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Von Uwe Klemens

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