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Neuer Glanz für die alte Orgel

Eckmannsdorf Neuer Glanz für die alte Orgel

In der kleinen Dorfkirche in Eckmannsdorf verbirgt sich ein großer Schatz. Nach Jahren des Schweigens kann man ihn dort nun wieder nicht nur sehen, sondern auch hören. In einer Feierstunde erklang die sanierte Turley-Orgel so, wie sie ihr Schöpfer einst konzipierte.

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Orgelbaumeister – und Restaurator Rainer Wolter im Gehäuse der von ihm wieder spielbar gemachten Turley-Orgel.

Quelle: Uwe Klemens

Eckmannsdorf. Die Eckmannsdorfer Kirche ist winzig. Gerade mal vierzig Besucher passen auf die Bänke im Kirchenschiff. Am Freitagabend waren die Plätze alle belegt. Den Moment, in dem die seit langen Jahren nur noch eingeschränkt spielbare Orgel zum ersten Mal wieder in voller Schönheit zu erleben war, wollten die Eckmannsdorfer nicht verpassen.

Statt eines Gottesdienstes mit musikalischem Anteil erwartete die Besucher eine spannenden Lehrstunde in Sachen Orgelbau. Orgelbaumeister Rainer Wolter und Kantor Michael Weigert erwiesen sich dabei als eingespieltes Team.

„Heute ist ein würdiger Tag, an dem uns die Orgel nach einer langen Zeit des Schweigens wieder begrüßt“, zeigte sich auch Pfarrerin Ute Schollmeyer erfreut über den Anlass und über das große Interesse. „Bis zu diesem Moment war es ein weiter Weg auf dem uns viele, angefangen vom Gemeindekirchenrat bis zum Kreiskirchenrat und der Landeskirche, unterstützt haben und auch Geld fließen ließen“, so Schollmeyer, die für den gesamten Pfarrsprengel Blönsdorf zuständig ist. Rund 30 000 Euro wurden benötigt, um nicht mehr klingende Pfeifen in Stand zu setzen und gänzlich fehlende zu ersetzen.

Hervorragend geeignet für barocke und romantische Werke

„Ich weiß nicht wer und warum, aber der oder die Orgelbauer, die vorher an der Orgel gearbeitet haben, haben mächtig gepfuscht“, ist sich Rainer Wolter sicher. Er zeigt auf nun wieder zugelötete Risse an den meisten der Metallpfeifen, die von Dilettantismus bei vorherigen Versuchen die Orgel zu stimmen stammen. Wie aufwendig seine Arbeit war, erläuterte der Fachmann, der als 17-jähriger seine Passion zum Orgelbau entdeckte, anhand einiger alten Pfeifen, die er anblies und deren Funktionsweise erklärte.

Michael Weigert, der als Kantor zwischen Wittenberg und Eckmannsdorf viele Orgel kennt, ließ der Erklärung viele Klangbeispiele folgen. „Die Turley-Orgel ist klanglich nun wieder ein richtiges Schmuckstück geworden, auf dem sich sowohl barocke als auch romantische Werke wunderbar spielen lassen – ganz so, wie es sich Turley damals wohl vorgestellt hatte“ schwärmte der 37-jährige. Wie gut sich die Orgel mit anderen Instrumenten verträgt, demonstrierten Weigert und Flötistin Juliane Wildgrube aus Wergzahna im Laufe des Abends auf ansprechende Weise.

Wolter hatte in Abständen über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren an der 1836 vom Niemegker Orgelbauer Johann Friedrich Turley errichteten Orgel gearbeitet. Für ihn ist das Instrument aufgrund seiner Klangfülle und des nun wieder herrschenden Urzustandes einzigartig. Eingesetzt wird die Orgel vor allem im Gottesdienst. In der Kirchen-Sommermusikreihe im nächsten Jahr könnte es ein erstes Konzert geben.

Von Uwe Klemens

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