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Teltow-Fläming Neuer Glanz für ein altes Denkmal
Lokales Teltow-Fläming Neuer Glanz für ein altes Denkmal
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06:05 20.08.2016
Restauratoren arbeiten eine Woche lang an der Einsiedel-Säule. Quelle: Uwe Klemens
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Meinsdorf

125 Jahre sind eine lange Zeit. Auch vor Denkmalen macht der Zahn der Zeit keinen Halt. Der Meinsdorfer Einsiedel-Gedächtnissäule haben Wind und Wetter sichtlich zugesetzt. Seit Wochenbeginn legen der Berliner Steinrestaurator Manfred Sährig und seine Assistentin Johanna Marie Quadrizius die einstige Pracht wieder Stück für Stück frei.

„Den ersten Tag haben wir vor allem allerhand Unkraut bis hin zu dicken Wurzeln aus den Fugen gekratzt, da hatte sich eine ganze Menge angesammelt“, beschreibt der freiberufliche Diplomrestaurator die erste, wenig spektakuläre Etappe. Danach machten sich die beiden ans Sichtbarmachen der Inschrift, die selbst das geübte Auge des Fachmanns nicht mehr komplett erkennen konnte. „Ich bin selbst schon ganz gespannt auf den vollständigen Text“, sagt Sährig.

Das Wappen derer zu Einsiedel war vor der Sanierung kaum zu sehen. Quelle: Uwe Klemens

Auch diese Phase der Sanierung ist nicht sonderlich aufregend, erfordert dafür aber umso mehr Geduld, eine ruhige Hand und beim Balancieren auf dem Gerüst neben der acht Meter hohen Sandsteinsäule auch ausreichend Schwindelfreiheit.

Mit feinem Pinsel und harzhaltigem Schellack wurden die schon lange verblassten Schriftzüge grundiert. „Der Schellack gibt Halt, dient aber auch als Isolierung, damit die Schriftfarbe nicht vom saugenden Sandstein aufgesogen wird, der dann aussehen würde wie ein schmutziges Blatt Löschpapier“, erklärt Sährig.

Die Schrift auf der Säule ist wieder sichtbar. Quelle: Uwe Klemens

Durch das Auftragen des rötlich und gelblich schimmernden Lacks, der aus Ausscheidungen von Läusen hergestellt wird, wurde sichtbar, wo genau Teile der Schrift bereits weggeplatzt oder verwittert waren. „Anböschen“ nennt der Fachmann das Ersetzen der fehlenden Substanz.

Kaum noch erkennbar war seit langem auch das Familienwappen derer zu Einsiedel, das, ebenso wie der Sandstein ringsum, schwarz angelaufen war. Nach der Reinigung mit heißem Dampf sieht es zwar nicht aus wie neu, ist aber wieder gut erkennbar. „Fehlerstellen wurden beim Wappen nur teilweise ausgebessert“, sagt Manfred Sährig und erläutert weiter: „Ziel war, dass ein möglichst homogenes Gesamtbild, das sogenannte ,Patina-Bild’, entsteht und dass sichtbar bleibt, dass es sich hier um eine historische Säule handelt.“

Steinrestaurator Manfred Sährig Quelle: Uwe Klemens

Anders als ursprünglich geplant, haben die beiden Fachleute nicht zwei, sondern nur eine Woche benötigt, um die Säule in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Bereits am Freitagnachmittag konnten so das Gerüst abgebaut und die Gerätschaften eingepackt werden. „Zwölf, dreizehn Stunden haben wir dafür pro Tag gearbeitet und sind nun selbst von dem Ergebnis beeindruckt.“

Assistentin Johanna Marie Quadrizius Quelle: Uwe Klemens

Beeindruckt zeigt sich Sährig auch vom Interesse der Meinsdorfer, die öfter mal vorbeischauten, und von der Hilfsbereitschaft. Die Agrargenossenschaft hat das Gerüst zur Verfügung gestellt, das vom Eigentümer des Nachbargrundstücks aufgebaut wurde. „Auch Wasser und Strom haben wir von dort bekommen und durften unsere Ausrüstung dort abstellen“, berichtet Sährig erfreut.

Bedeutsames Stück Regionalgeschichte

Die Einsiedel-Gedächtnissäule erinnert an Gottfried Emanuel von Einsiedel, der einst Gutsherr des aus sieben Dörfern bestehenden Ländekens Bärwalde war und die Orte vereinte. Deshalb wurde in der geografischen Mitte des Ländekens errichtet.

10 000 Euro hat die Gemeinde für die Restaurierung und für die abschließende Neugestaltung des knapp 600 Quadratmeter großen Grundstücks bereitgestellt.

Die Inschrift der Säule endet auf: „Gott segne Ihr Haus und lasse es Ihnen und den Gemeinden dieses Ländchens wohlergehen.“

Dass das Umfeld der Einsiedelsäule nun noch umgestaltet werden soll und dann eine Hinweistafel die Bedeutung der Säule und ihres Stifters und Namensgebers erläutern wird, hält der Restaurator für angemessen. Auf jeden Fall macht die Säule jetzt wieder Lust, sich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen.

Von Uwe Klemens

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