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Neuer Investor für Bücker-Gelände

Millioneninvestition in Rangsdorf geplant Neuer Investor für Bücker-Gelände

Nach Jahren des Verfalls und zahlreichen gescheiterten Versuchen, das Rangsdorfer Bücker-Gelände zu verkaufen, gibt es einen neuen Investor. Das Unternehmen Terraplan möchte auf dem ehemaligen Flugplatz und Flugzeugwerk ein Wohnquartier errichten – für einen dreistelligen Millionenbetrag. Die denkmalgeschützten Hallen sollen stehen bleiben.

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Die Einfliegerhalle des früheren Bücker-Flugzeugwerks.

Quelle: Archivfoto: Zielke

Rangsdorf. Eine Millionen-Investition bahnt sich in Rangsdorf an. Nach mehr als 20 Jahren Verfall ist eine Rettung des Konversionsgeländes in Sicht. Die Firma Terraplan möchte dort 350 Wohnungen und gemeinsam mit der Gemeinde ein Sportzentrum entwickeln.

Terraplan-Geschäftsführer Erik Roßnagel stellte seine Ideen am Dienstag im Bauausschuss vor. Sein Unternehmen hat seit mehr als 40 Jahren Erfahrung bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Vor allem in Potsdam und Berlin hat das Unternehmen zahlreiche Industriebauten zu Wohnhäusern umgestaltet. Erst im vorigen Jahr entstand in der ehemaligen Reithalle auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen ein exklusives Quartier.

Eine ähnliche Vision hat Erik Roßnagel auch für Rangsdorf. Er möchte den ehemaligen Flugplatz mit dem Bücker-Flugzeugwerk zu einem Wohngebiet gestalten. „Einen klaren Plan haben wir noch nicht, eher eine grobe Idee“, sagte er. Ganz so grob ist die Idee nicht, denn in seiner Präsentation stehen auf dem südlichen Teil des Geländes mehrere neue Reihenhäuser.

Denkmalschutz ist für die Investoren kein Hindernis

Eine besondere Herausforderung dürften die alten Halle werden. Sie verfallen seit Mitte der 1990er Jahre und galten lange Zeit wegen ihres Denkmalstatus als größtes Hindernis für den Verkauf der Fläche. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde sogar das Land Brandenburg gebeten, den Denkmalschutz aufzuheben. Aus Sicht von Erik Roßnagel ist das nicht nötig. „Die Denkmalpfleger sind nicht unsere Feinde“, sagte er. Entgegen der landläufigen Meinung seien die Behörden für gestalterische Ideen offen, wenn es darum geht, ein altes Gebäude an moderne Anforderungen anzupassen.

Schon eher ein Problem könnten die Wünsche der Rangsdorfer werden, die in einem Eckpunktepapier im vorigen Jahr 15 Prozent Sozialwohnungen gefordert hatten. „Sozialwohnungen sind nicht unser Steckenpferd.“ Man setze eher auf effiziente Baukörper und breiten Wohnungsmix. Bei einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich, verteilt über zehn Jahre, müsse sich das Projekt auch rechnen. Zumal noch nicht abzusehen sei, was die Entsorgung der Altlasten auf dem früheren Militärgelände kostet. Erste Schätzungen gehen von vier Millionen Euro aus. „Es wird selten weniger“, sagte Roßnagel. Entgegenkommen signalisierte der Terraplan-Geschäftsführer bei den Plänen für ein Sportzentrum. „Die Gemeinde muss sagen, welche Sportstätten sie braucht.“

Neue Einwohner brauchen Straßen, Schulen und Kindergärten

350 Wohnungen bedeuten rund 1000 neue Einwohner und damit auch eine Zunahme des Verkehrs. Für Hartmut Rex (Linke) ist dies nur zumutbar, wenn das Gebiet über die Pramsdorfer Straße erschlossen wird. Ralph Brockhaus (SPD) forderte, den Nord-Süd-Verbinder schnell anzugehen. Auch die Frage der sozialen Infrastruktur wie Schulen und Kitas stellt sich nun neu.

Tassilo Soltkahn (CDU) lobte die Ideen: „Wir brauchen Visionäre, die Mut haben.“ Für Erik Roßnagel war der Abend ein erstes Kennenlernen. „Es ist wie in einer Ehe. Ich hoffe, dass es Liebe auf den ersten Blick ist.“ Ganz daneben lag er damit nicht. Immerhin hat der Bauausschuss einstimmig für die Pläne gestimmt. Anfang 2018 könnte die Entscheidung fallen, wer den Zuschlag für das Areal bekommt.

Von Christian Zielke

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