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Neues Heim für Störche in Rohrbeck geplant

Nisthilfen für den Adebar Neues Heim für Störche in Rohrbeck geplant

In Brandenburg verschwindet immer mehr Grünland zugunsten der Landwirtschaft. Zudem ziehen sich quer durchs Land Stromtrassen – all das trägt nicht gerade dazu bei, dass sich Störche zum Brüten niederlassen. In Rohrbeck (Teltow-Fläming) will man dem Adebar nun beim sicheren Nestbau helfen.

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Grün so weit das Auge reicht: Auf dem Sportplatz in Rohrbeck könnte es dem Adebar gefallen, hofft Vogelexperte Helmut Brücher.

Quelle: Josefine Sack

Rohrbeck. Wann zum letzten Mal ein Storchenpaar in Rohrbeck brütete, kann Helmut Brücher, Artenschutzreferent bei der „Eurogroup Against Bird Crime“, einem Netzwerk gegen Verbrechen an Vögeln, nicht sagen. Sicher ist, dass sich der Weißstorch weder im vergangenen noch in diesem Jahr zum Brüten in dem Niedergörsdorfer Ortsteil niedergelassen hat.

So könnte die künstliche Nisthilfe in Rohrbeck aussehen

So könnte die künstliche Nisthilfe in Rohrbeck aussehen.

Quelle: dpa

„In den letzten Jahren hat es aber immer wieder Nestbauversuche gegeben“, weiß der Vogelexperte aus Rohrbeck. Bislang jedoch ohne Erfolg. Mehrere Male hat Helmut Brücher den Storch beim Anflug auf einen der Strommasten auf den Nuthewiesen am Ende der Hauptstraße beobachtet. Doch die Versuche, ein Nest zu bauen, scheiterten bis jetzt immer.

Gefährliche Strommasten

Gefährliche Strommasten: Die Freileitungen sind vor allem für Jungstörche riskant.

Quelle: Josefine Sack

Engagierte Rohrbecker, allen voran Ortsvorsteher Jürgen Bandke sowie dessen Tochter Alexandra Bandke, wollen nun mit Hilfe des Vogelexperten eine Nisthilfe für den Adebar in ihrem Ort errichten – und zwar an einem sicheren Ort. Denn vor allem für Jungstörche können ungesicherte Strommasten zu einer Todesfalle werden. Zwar ist in den vergangenen Jahren kein Weißstorch in Rohrbeck ums Leben gekommen. Doch auch für andere Vogelarten sind Stromleitungen eine große Gefahr.

Strombetreiber rüsteten Masten lange nicht nach

Erst vor einem Jahr verunglückte an der Trasse am Ortsrand ein seltener Greifvogel, der Rotmilan. „Der Tod hätte verhindert werden können, wenn der Energieversorger rechtzeitig seiner Verpflichtung nachgekommen wäre, die Masten vogelsicher zu machen“, ist Helmut Brücher überzeugt. Die zehnjährige Übergangsfrist zur Nachrüstung war bereits Ende des Jahres 2012 abgelaufen. Erst 2015 rüstete der Betreiber die alten Strommasten in dem Ortsteil auf Druck des Vogelexperten nach.

Landwirtschaft verdrängt Nahrungsflächen für den Storch

Doch nicht nur die elektrischen Freileitungen, die sich quer durch die Landschaft ziehen, machen es dem Storch schwer, geeignete Brutgebiete in der Region zu finden. In Deutschland und anderen Teilen Mittel- und Westeuropas ist das landwirtschaftlich genutzte Grünland heute der typische Lebensraum der letzten Weißstörche. Die intensive Landwirtschaft hat die für den Storch lebenswichtige Kulturlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nachhaltig beeinflusst: Auch im Land Brandenburg wurde ehemals feuchtes Grünland nach und nach entwässert und in Ackerland umgewandelt. Der Einsatz von Pestiziden zerstört Pflanzen und Tiere. Die Folge: Störche finden kaum noch Nahrung – selbst dort, wo die Landschaft auf den ersten Blick naturnah erscheint.

Finanzierung der Nisthilfe bislang offen

Nicht so in Rohrbeck: Hier, auf dem Grünland nördlich und südlich der Nuthe, gibt es für den Storch noch viele Insekten und Mäuse zu holen. Nur kann er dort wegen der Trasse nicht gefahrenfrei nisten. Das geplante Storchennest soll daher – ganz in der Nähe – auf dem Sportplatz an der Gartenstraße im Südosten errichtet werden. Die Anlage am Ortsrand gehört der Gemeinde, wodurch immerhin die Eigentumsverhältnisse geklärt sind. Offen ist jedoch die Finanzierung der Nisthilfe. Allein der Nistkorb kostet schätzungsweise 400 Euro, weiß Helmut Brücher aus Erfahrung. „Da sind das Fundament und der Mast noch gar nicht mit berücksichtigt“, so der Vogelexperte, der auch beim Naturschutzbund aktiv ist. Ob mit Rat oder finanziell – Interessierte sind deshalb eingeladen, das Vorhaben zu unterstützten.

Von Josefine Sack

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