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Neues Leben für alte Schranke

Schlagbaum wird zur Attraktion in Rangsdorfer Gartenbahn Neues Leben für alte Schranke

Seit fast 30 Jahren baut Manfred Arndt an seiner Gartenbahn. Bald soll es eine ganz besondere Attraktion geben. Er möchte eine der Schranken des Ende Mai geschlossenen Bahnübergangs vor seinem Haus aufstellen.

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Für Manfred Arndt wäre die Schranke ein weiterer Höhepunkt in seinem an Höhepunkten bereits nicht armen Garten.
 

Quelle: Zielke

Rangsdorf.  Blumen und Hecken im Vorgarten kann jeder. Manfred Arndt hat sich vor seinem Haus in der Rangsdorfer Rheingoldallee eine kleine Parallelwelt erschaffen. Seit 1987 baut er an seiner Gartenbahn. Gut vierhundert Meter Gleise hat er verlegt. „Es könnten auch ein paar mehr sein“, sagt Manfred Arndt. Der pensionierte Eisenbahner hat fast seinen gesamten Garten seiner Leidenschaft gewidmet. Vor dem Bungalow steht ein Flügelsignal als Erinnerung an die Zeit als er jung war und Lokführer noch ein Beruf für harte Kerle war.

DIe alten Schranken liegen bereit

DIe alten Schranken liegen bereit

Quelle: Zielke

Anfang der 1960er Jahre, als Manfred Arndt bei der Deutschen Reichsbahn begann, waren Dampfloks noch Standard.Viereinhalb Tonnen Kohle hat er als Heizer damals für die Strecke von Berlin bis Dresden geschippt, um die Lokomotive auf Tempo 120 zu halten. „Hinterher ist man in die Kneipe gegangen, hat ein Bier und einen Schnaps getrunken und alles war wieder gut“, erinnert sich der 68-Jährige. In mehr als 40 Berufsjahren hat er so ziemlich alles gefahren, was bei der Reichsbahn und später der Deutschen Bahn rollte. „Sogar den ICE durfte ich steuern“, sagt er. Das sei zwar anfangs aufregend gewesen, aber auch schnell langweilig. Schließlich sitzt man ganz allein im Cockpit und drückt hin und wieder ein paar Knöpfe. Nur der Computer spricht mit einem und auch nur dann, wenn es ein Problem gibt.„Man ist ganz schön einsam da“, sagt Manfred Arndt. Auf der Dampflok sind Heizer und Lokführer eine Schicksalsgemeinschaft; es riecht nach Schweiß, Öl und Rauch. Die Maschine rattert, im Winter pfeift der Wind, im Sommer glüht es wie im Backofen.

Manfred Arndt denkt gerne an die alten Zeiten zurück. Einmal Eisenbahner, immer Eisenbahner, deshalb kann er auch als Rentner nicht davon lassen. Heute ist er immer wieder auf der Suche nach neuen Attraktionen für seine Gartenbahn und hat etwas ganz Besonderes in Aussicht: Eine der beiden Schranken des Rangsdorfer Bahnübergangs, der seit 30. Mai nicht mehr in Betrieb ist, soll direkt an der Gartentür aufgestellt werden. „Dann können die Kinder sie hoch- und runterkurbeln“, sagt er. Mehrmals im Jahr öffnet er seinen Garten für jedermann. Dann strömen an einem Tag bis 1000 Besucher auf das Grundstück.

Die Deutsche Bahn hat der Gemeinde beide Schlagbäume überlassen. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) hatte die Idee, einen davon Manfred Arndt zu geben. „Das wäre doch eine tolle Attraktion für den Ort“, sagt Rocher, der mit seinem Enkel schon einige Male im Garten von Manfred Arndt zu Gast war. Die zweite Schranke wird auf der Westseite des ehemaligen Übergangs an alter Stelle wieder aufgestellt, zusammen mit einer Gedenktafel die an die 140-jährige Geschichte des Bahnübergangs erinnert.

Manfred Arndt nimmt das Angebot gerne an, auch wenn er die Säge ansetzen muss. Der fast sechs Meter lange Schlagbaum würde mit den Bäumen auf dem Grundstück in Konflikt kommen. Nun hofft er, dass die Bahn ihm auch die Antriebstechnik und den Schrankenbock überlässt. Beides gehört noch offiziell der Bahn, die derzeit ein Verschrottungsprotokoll erarbeitet. „Wir müssen die Bauteile immer zuerst dem Signalwerk Wuppertal anbieten“, teilt eine Bahnsprecherin mit. Bis dieses entschieden hat, können noch mehrere Wochen vergehen. „Wäre schon toll, wenn das klappt“, sagt Manfred Arndt. Es würde ihm eine Menge Arbeit ersparen.

Sollte sich sein früherer Arbeitgeber entscheiden, die alte Technik auf Reserve zu legen, wäre das auch kein Beinbruch. Er stammt schließlich aus einer Zeit, als Zugfahren noch mehr war als Knöpfe zu drücken.

Von Christian Zielke

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