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Neues Leben im alten Trebbiner Bahnhof

Initiative lud zum Tag der offenen Tür Neues Leben im alten Trebbiner Bahnhof

Als die Stadt den alten Trebbiner Bahnhof gekauft hat, hatte es kein Nutzungskonzept. Daher wurde das Gebäude an die Bürgerinitiative „Trebbin im Wandel“ übergeben – und die hat es herausgeputzt. Davon überzeugten sich zahlreiche Besucher am Tag der offenen Tür.

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Werner Kempin (r.) gehört zu den Aktivisten der Bürgerinitiative „Trebbin im Wandel“. Er informierte am Sonnabend die Gäste.

Quelle: Fotos: Matthias Butsch (2)

Trebbin. Das Café ist keine Nobel-Lokalität, der Tauschladen keine Edel-Boutique. Das Mobiliar ist aus alten Beständen zusammengewürfelt, die Wände sind nicht tapeziert oder auffallend farblich gestaltet. Das alles hat noch den Charme des Aufbruchs und ist in seiner Art anheimelnd.

„Dabei war hier früher die Gepäckabfertigung“, sagt die Trebbinerin Helga Scheja. Die Achtzigjährige hat ihr Leben lang bei der Bahn gearbeitet, die letzten fünf auf dem Trebbiner Bahnhof. An diesem Sonnabend ist sie gekommen, um zu sehen, was aus ihrer einstigen Arbeitsstätte geworden ist. Die Bürgerinitiative „Trebbin im Wandel“, die das Bahnhofsgebäude in Beschlag genommen hat und es zu einer Freizeit- und Begegnungsstätte für Jung und Alt gestaltet, hatte zum Tag der offenen Bahnhofstür eingeladen.

Im Laufe des Nachmittags kamen viele Trebbiner vorbei, um sich zu informieren. Auch Bürgermeister Thomas Berger (CDU) war unter ihnen, er sagte: „Als die Bahn das Gebäude vor Jahren veräußern wollte, hat die Stadt es gekauft, ohne zu wissen, was daraus einmal werden soll. Wir wollten Einfluss auf die weitere Nutzung des historischen Gebäudes haben, hatten aber nicht das Geld, hier etwas in großen Dimensionen zu etablieren.“

Da kam der Tatendrang der Bürgerinitiative gerade recht. Die Stadt übergab ihr das Haus. „Vor gut drei Jahren haben wir hier erstmals Hand angelegt“, erzählt Paula Valderrama, die Sprecherin der Initiative. „Zum ersten Einsatz kamen an die 20 Leute mit Gerätschaften und Material bewaffnet.“

Mittlerweile gibt es eine richtige Toilette

Seitdem hat sich viel getan, alles in ehrenamtlicher Arbeit. Nicht nur die Räumlichkeiten wurden mit rund 2000 Euro Fördergeldern und Spenden in Schuss gebracht. Auch viele Veranstaltungen und Projekte wurden generationsübergreifend organisiert und gestaltet. Dazu gehören das Gemeinschaftsbeet am Bahnhof, die Vorführung von Umweltfilmen und die Ausstellungen im Raum der einstigen Bahnhofsgaststätte oder die Töpfer-Zusammenkunft. Seit kurzem engagiert sich auch der Trebbiner Seniorenbeirat zusammen mit der Bürgerinitiative im Gebäude, was dazu führte, dass ein ordentliches WC gebaut werden konnte.

„Wir haben noch viel vor“, sagt Valderrama, „so denken wir an einen kleinen Laden, in dem Produkte aus der Region angeboten werden.“ Im Gespräch ist auch ein Raum, in dem es wieder Fahrkarten, Zeitungen und einen Imbiss geben soll. „Wenn ich im nächsten Jahr Rentner bin, will ich diesen Raum in Regie nehmen“, sagt Werner Kempin, einer der rührigsten Ehrenamtler im Bahnhof. „Von solchen Leuten können wir noch viel mehr für unsere Arbeit brauchen“, betont Valderrama und schaut sich dabei herausfordernd in der Runde um.

Von Matthias Butsch

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