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Neues Schützenhaus im Denkmalschutzkalender

Trebbin Neues Schützenhaus im Denkmalschutzkalender

Das „Neue Schützenhaus“ in Trebbin ist eines von rund 1000 Baudenkmalen in Teltow-Fläming. Auf dem Juli-Blatt des Denkmalschutzkalender wird das 1911 errichtete Bauwerk gewürdigt.

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Das Schützenhaus mit dem markanten Fachwerkturm

Quelle: Landkreis TF

Trebbin. Das „Neue Schützenhaus“ in Trebbin ist das Denkmal des Monats Juli in Teltow-Fläming. Insgesamt gibt es im Landkreis 1000 Baudenkmale. Das Schützenhaus entstand am Rande der Stadt noch außerhalb des Scheunenviertels am Berliner Tor im Jahr 1911. Prägend ist der weit sichtbare Fachwerkturm mit dem Pyramidendach, der aus dem Baukörper herauswächst.

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) ist stolz, dass es innerhalb eines Jahres bereits das zweite Trebbiner Gebäude in den Denkmalschutzkalender des Kreises geschafft hat; vor wenigen Monaten war das Rathaus abgebildet. „Beide sind prägende Gebäude. Deren Würdigung ist gerechtfertigt“, sagte er.

Seit 20 Jahren ein Jugendtreff

Vor 20 Jahren hat die Stadt das Schützenhaus an einen privaten Betreiber verpachtet. Im sogenannten „Kulti“ finden seither Tanzveranstaltungen statt. Zwischenzeitlich stand das Haus wegen Lärmbelästigung in der Kritik. „Aber das hat sich alles beruhigt“, sagt Berger, „das Publikum ist älter geworden und die Besucherzahlen sind nicht mehr so hoch.“ Er ist zufrieden, dass die Immobilie nicht leer steht, sondern genutzt und dadurch instandgehalten wird.

Das Hauptportal

Das Hauptportal.

Quelle: Landkreis TF

Schöpfer des Bauwerks war der 1860 in Breslau geborene Architekt und Preußische Baumeister Walter Kern. Nach seiner Ernennung zum Baurat entwarf er öffentliche Bauten, aber auch private Wohnhäuser in Berlin und Brandenburg.

Das Schützenhaus stehe beispielhaft für die Heimatschutzarchitektur, deren Stil sich Kern anschloss, teilt die Denkmalschutzbehörde des Kreises mit. Ziel dieses Stils, der sich kurz nach der Jahrhundertwende etablierte, war die Weiterentwicklung des Historismus mit traditionellen, regionaltypischen Bauformen. Über alte Formensprache sollten traditionelle Bauweisen und das Handwerk gefördert werden. Das Vereinswesen und der architektonische Heimatstil hätten ein romantisches Lebensgefühl als Gegenentwurf der um sich greifenden Industrialisierung verkörpert.

Auffälliges Ornament mit Jäger und Hirsch

Die hell verputzten, mit einander verbundenen Baukörper des Gebäudes werden an wichtigen Stellen wie dem Eingangsbereich und über den großen Fensteröffnungen des Festsaals durch Ornamentfelder hervorgehoben. Der über dem Hauptportal in einem Baum stehende Jäger, der einem Hirsch nachstellt, erinnert an alpenländische Vorbilder.

Mit der Gründung der DDR wurde aus dem Schützenhaus das Kulturhaus „Solidarität“. Im Erdgeschoss befanden sich der Tanzsaal mit seinem holzverkleideten Tonnengewölbe, eine Gaststätte und ein Jugendclub. Im Archiv der Heimatstube Trebbin findet sich eine Einladung zur Wohnbezirksversammlung am Donnerstag, dem 4. Oktober 1962, um 19.30 Uhr, gezeichnet vom Rat der Stadt Trebbin und dem Ortsausschuss der Nationalen Front. Oder: 1983 wurde aus Anlass des Tages der Republik zu einer „Festveranstaltung der Stadtverordnetenversammlung mit kultureller Umrahmung und anschließendem Tanz“ eingeladen.

Info: Infos zum „Kulti“ im Schützenhaus auf ww.kulti-trebbin.de

Von Elinor Wenke

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