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Neues Technologiezentrum in Wildau geplant

Wirtschaftsförderung Neues Technologiezentrum in Wildau geplant

Rund 24 Millionen Euro würde der Bau eines weiteren Bürogebäudes im Technologiepark Wildau kosten. Viel Geld, aber im Landkreis Dahme-Spreewald ist man sich einig, dass sich die Investition unter bestimmten Umständen lohnen würde. Denn nur so können womöglich neun Firmen, die sich bereits in Wildau etabliert haben, gehalten werden.

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Der Sitz der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) in Wildau.

Quelle: Uta Schmidt

Wildau. Die vielen High-Tech-Firmen im Umfeld der Wildauer Fachhochschule haben dem Landkreis Dahme-Spreewald in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem guten Image in Wirtschaftskreisen verholfen, sondern ihn auch ökonomisch auf ein neues Level gehoben. Deshalb will man den eingeschlagenen Weg fortsetzen und erneut in den Technologiepark Wildau investieren. Nach Vorstellungen der kreiseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) und der Kreisverwaltung soll dort ein „Zentrum für Zukunftstechnologien“ entstehen.

Das entsprechende Grundstück dafür hat die WFG Anfang des Jahres gekauft, ein grobes Konzept für ein solches Zentrum liegt bereits vor und sein grundsätzliches Interesse an dem Projekt hat auch schon der Kreistag bei seiner jüngsten Sitzung bekundet. Landrat Stephan Loge (SPD) wurde beauftragt, die Bedingungen zu prüfen, unter denen eine solche Investition – man redet über ein Gesamtvolumen von 24 Millionen Euro – sinnvoll ist.

Firmentafel der ansässigen Unternehmen

Firmentafel der ansässigen Unternehmen.

Quelle: Uta Schmidt

Bei dem Projekt geht es der WFG aber nicht nur darum, ein weiteres Bürogebäude zu errichten, um noch mehr High-Tech-Unternehmen in den Norden des Landkreises zu locken. Ein wichtiges Argument ist auch, dass einige Firmen, die sich schon in Wildau etabliert haben, womöglich nur auf diesem Weg dort gehalten werden können, heißt es aus der Spitze der Kreisverwaltung. Denn: Die bisher bestehenden Technologiezentren – allen voran die Zentren für Luft- und Raumfahrt I und III – wurden mit Fördermitteln gebaut. Dafür gab es Auflagen.

Fördermittel nur mit Auflagen

Eine davon war, dass Unternehmen, die in die Zentren einziehen, dort höchstens acht Jahre lang bleiben dürfen. Deshalb sei absehbar, dass viele der ansässigen Unternehmen spätestens 2020 eine neue Bleibe suchen müssen. Und weil es im Landkreis Dahme-Spreewald kaum Alternativen gibt, sei es durchaus wahrscheinlich, dass die betroffenen Firmen abwandern – etwa nach Berlin-Adlershof. Konkret betroffen davon seien neun Unternehmen. Alle haben nach Angaben des Landkreises ihren Verbleib in Wildau in Aussicht gestellt, wenn ihnen die Möglichkeit dazu geboten wird.

Hintergrund

Der Technologiepark Wildau ist in der Nachwendezeit auf Flächen entstanden, die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Lokomotivenbauer Schwarzkopff und später von der Schwermaschinenindustrie der DDR genutzt wurden.

Ab 1990 musste für das Gelände eine neue Nutzung gefunden werden. Weite Teile des VEB Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“ gingen zwar in den Unternehmen Wildauer Schmiedewerke GmbH, Gröditzer Kurbelwelle Wildau und Sondermaschinenbau Wildau auf, zahlreiche Flächen lagen aber weiterhin brach.

Ab 1991 entstand dort zunächst die Technische Fachhochschule Wildau, Ende der 1990er Jahre dann das Technologie- und Gründerzentrum.

Seit dem Jahr 2003 sind auf der Fläche insgesamt vier Zentren für Luft- und Raumfahrt eröffnet worden, das bisher letzte im Jahr 2011. Insgesamt sind dort heute etwa 60 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten ansässig, die vorrangig aus der Luftfahrttechnik, aber auch aus anderen High-Tech-Branchen stammen. Die Auslastung beträgt gut 90 Prozent.

Das Zentrum für Zukunftstechnologien, das laut dem vorliegenden Konzept im Jahr 2019 bezugsfertig sein soll, soll diese Unternehmen auffangen. Allerdings müsste es dafür ohne Fördermittel gebaut werden. Der Landkreis müsste 2,5 Millionen Euro zur Bausumme beisteuern und für einen WFG-Kredit über weitere gut acht Millionen Euro bürgen. Vor allem bei der Fraktion CDU/Bauern sah man diese neuerlichen Investitionspläne des Landkreises skeptisch, da der Landkreis Dahme-Spreewald mit einem Gymnasiumsneubau, dem angestrebten Jobcenter-Neubau und dem Breitband-Ausbau bereits mehrere Millionen-Projekte auf der Agenda hat.

Keine Konkurrenz zu Königs Wusterhausener Park

Die Befürchtungen, der Landkreis könne sich übernehmen, wurden aber mit Verweis auf die kommende Haushaltsdiskussion ausgeräumt. Auch die Tatsache, dass die Stadt Königs Wusterhausen auf dem Funkerberg bereits ein ähnliches Technologiezentrum plant, fiel bei der Abstimmung im Kreistag nicht sonderlich ins Gewicht. „Wir denken, dass der Flächenbedarf auch in größerem Umfang da ist“, sagt der Kreistagsvorsitzende Martin Wille (SPD).

Von Oliver Fischer

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