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Neues Zuhause für Bärin Brenda

Wildpark Johannismühle Neues Zuhause für Bärin Brenda

Großer Bahnhof am Wildpark Johannismühle: Am Montagnachmittag kam die Kodiak-Bärin Brenda an. Sie wurde aus dem Wuppertaler Zoo nach Baruth gebracht, da sie in der alten Heimat nicht mit den Artgenossen zurecht kam. Im Wildpark hingegen war die Ankunft vielversprechend.

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Brendas wagt ihre ersten Schritte im Wildpark Johannismühle. Sie stammt aus Argentinien.

Quelle: Andrea von Fournier

Johannismühle. Große Gefühle im Wildpark Johannismühle: Leitung und Tierpfleger erwarteten am Montagnachmittag gespannt einen gewichtigen Neuzugang. Im Kleintransporter kam er an und stand seinerseits nach fast 600 Kilometern in einer engen Frachtkiste „etwas neben sich“.

24-jährige Bärin bekommt eigenes Gehege

Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch reichte dem Fahrer des Wuppertaler Autos durch das Fenster die Hand: „Hat alles gut geklappt?“. „Ja, außer Stau direkt am Abzweig Baruth war Ruhe“, sagte Tierpfleger Andreas Liedmann und deutete in den Frachtraum. In der großen Kiste saß Brenda, eine Braunbärin aus dem Wuppertaler Zoo. Die 24-jährige Kodiak-Bärin soll bei der 30-jährigen Braunbärin Karla Quartier beziehen. Doch gemach. „Das dauert. Die beiden müssen sich kennenlernen und wir müssen sehen, ob sie miteinander auskommen“, sagt Julian Dorsch.

Zugang im Rahmen eines Bärenschutzprojektes

Er navigierte den Bären-Transport durch den Wildpark zu den Braunbären-Gehegen, wo auch Igor und Katja leben. Nicht einfach, denn der Sturm vom Donnerstag hat im Wildpark deutliche Spuren hinterlassen. Deshalb war auch Thomas Ilk zum Aufräumen unterwegs. Er hatte 1999 als freiwilliger Helfer im Wildpark das erste Bärengehege gebaut, damit Tiere des ehemaligen Staatszirkus der DDR unterkommen konnten. Nun also der nächste Bärenzugang, der im Rahmen des Bärenschutzprojektes des Wildtierparks erfolgt.

Abladen mit vereinten Kräften

Abladen mit vereinten Kräften.

Quelle: Andrea von Fournier

Mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und der Stiftung „Vier Pfoten“ wurde es angebahnt. Im Wuppertaler Zoo sollten die Berliner Bärin Siddy und Brenda zusammenleben. Tierpflegerin Anja Hillen, die mit Andreas Liedmann gemeinsam den Transport begleitete und zwei Jahre für Brenda verantwortlich war, erklärte: „Daraus wurde nichts. Wie mussten uns von einem Tier trennen“. Da die Einrichtungen, die hierzulande solche Tiere halten, vernetzt sind, war bald ein neues Zuhause für Brenda gefunden. Die Bärin stammt aus Buenos Aires und kam über Gelsenkirchen 2015 nach Wuppertal. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die kräftige Bärendame in Johannismühle heimisch wird.

Brenda (l) und Karla beschnuppern sich

Brenda (l.) und Karla beschnuppern sich.

Quelle: Andrea von Fournier

Das Ausladen der Fracht wurde zu einer Bewährungsprobe für Kraft und Erfindungsreichtum der Zweibeiner und die Geduld des Tieres. Nathalie Brandt, die sich seit zwei Jahren in Johannismühle um die Raubtiere kümmert, wird Brenda unter ihre Fittiche nehmen. Die Zootierpflegerin war bereits in Wuppertal, um Umgebung, Lebensgewohnheiten und Charakter der Bärin kennenzulernen. Sie stand als erste an der Frachtkiste, nachdem Andraes Liedmann die hinteren Autotüren geöffnet hatte.

Abladen mit Muskelkraft

Gespannte Ruhe herrschte auf beiden Seiten, als man sich in Augenschein nahm. Axel Brümmer, zuständig für das Schalenwild, versuchte, die Kiste mit dem Traktorvorbau anzuheben. Das misslang, sodass alle anwesenden Männer in gemeinsamem Kraftakt die Kiste aus dem Fahrzeug hoben. Brendas Gitter wurde geöffnet und das Tier so geleitet, dass es als erstes in das Bärenhaus gelangte. Im Freigehege daneben lief Karla schon unruhig herum. „Gleich gibt es das Willkommensgeschenk“, lockte Axel Brümmer. Frisches Dammwild, rote Johannisbeeren und ein dickes Petersilie-Bündel standen bereit.

Da hatte Brenda schon das Haus begutachtet und Nathalie Brandt öffnete die Klappe zum Freigehege. Karla wartete bereits an der anderen Zaunseite und die beiden beschnupperten sich vorsichtig. „Das ist ein ganz toller Anfang!“, befand Anja Hillen fachkundig. In den kommenden Wochen werden die Tiere ordentlich gefüttert, auch mit Ölen und Fetten, damit sie sich genährt zur Winterruhe einbuddeln können. Erste Überwinterung also für Brenda im märkischen Sand.

Von Andrea von Fournier

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