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Teltow-Fläming Niedergörsdorfs schlimmste Müllecken
Lokales Teltow-Fläming Niedergörsdorfs schlimmste Müllecken
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00:24 16.03.2019
Im Oktober 2018 konnte man in dem Gebäude auf dem Privatgrundstück in Oehna noch den Boden sehen – nur fünf Monate später stapelt sich der Müll fast bis unter die Decke. Quelle: Isabelle Richter
Niedergörsdorf

Das Thema illegale Müllablagerungen in der Gemeinde Niedergörsdorf beschäftigt die Verwaltung und die Einwohner nicht erst seit gestern. Weil die Diskussion um den Kiessandtagebau Lindower Heide in den vergangenen Tagen wiederholt aufgenommen wurde, stand das Thema auch im Bauausschuss am Dienstagabend auf der Tagesordnung.

Neben der Lindower Heide wurden zwei weitere Problemstellen angesprochen. Zum einen die Baustoffrecyclinganlage Niedergörsdorf nahe des Abzweiges Jüterboger Weg/Niedergörsdorfer Allee und zum anderen das Privatgrundstück nahe des Oehnaer Bahnhofes.

Zuständigkeit liegt bei Land und Landkreis

Bei der Lindower Heide konnte Bauamtsleiterin Claudia Neumann konnte die Zuständigkeit geklärt werden. Demnach sei für den Kiessandtagebau das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LGBR) verantwortlich. Der Betrieb ist aufgrund des Prozesses aktuell eingestellt. Das werde auch durch regelmäßige Kontrollen sichergestellt.

Direkt nebenan befindet sich aber noch ein Müllabladeplatz. Er ist offiziell unter dem Namen „Bürgermeisterdeponie“ gelistet und liege in der Zuständigkeit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Teltow-Fläming. Die Deponie wird vom Betreiber mit Erlaubnis weiter betrieben. Eine Rekultivierung werde aktuell durchgeführt.

Zwei Gutachten mit unterschiedlichen Ergebnissen

Weiterhin berichtete Claudia Neumann, dass es neben dem vom LBGR beauftragten Gutachten auch noch ein vom Betreiber beauftragtes Gutachten zum Grundwassermonitoring im Bereich des Kiessandtagebaus gibt. Nach Auskunft der Unteren Wasserbehörde des Landkreises seien im Bericht vom LBGR jedoch einige Werte falsch zusammensortiert worden. Beim Gutachten des Betreibers sei das wohl nicht der Fall. Laut dieses Berichtes sei eine erhebliche Verschlechterung des Grundwassers nicht erkennbar. Nach Claudia Neumanns Informationen werde deshalb eine Gefahrenabwägung vorgenommen.

Einwohner wollen endlich Informationen, wie es um das Grundwasser rund um die Kiesgrube wirklich steht. Quelle: privat

Doch die Einwohner wollen nicht weiter warten. Gemeindevertreter Helmut Stark (CDU) hat sich deshalb bereits mit der Stadt Treuenbrietzen in Verbindung gesetzt. Da die Mülldeponie Lindower Heide nahe an der Grenze zu Frohnsdorf liegt, hätten auch die Einwohner dort ein großes Interesse daran, etwas über die Grundwasserwerte zu erfahren. „Ich finde, dass man mit der Stadt Treuenbrietzen einen Austausch anstreben sollte“, sagte Helmut Stark.

Zudem forderte er, das LBGR sowie das beauftragte Ingenieurbüro zum Ausschuss einzuladen, um über den Stand zu berichten. Zustimmung dafür gab es auch von den anderen Fraktionen. Der Bauausschussvorsitzende Wolfgang Loof (Bürgergemeinschaft) erklärte: „Ich denke wir sind uns einig, dass die Informationen, wie es um die Grube und das Wasser steht, bei uns vorliegen müssen.“

Müllhalde in Oehna wird immer größer

Immer schlimmer wird es in Oehna. Einwohner ärgern sich seit 2015 über die stetig wachsende Müllhalde nahe des Bahnhofes. Stefan Rößler berichtete am Dienstag, dass inzwischen sogar künstliche Mineralfaserplatten und Leuchtstoffröhren in Massen dort abgelagert wurden.

Im Vergleich zum Oktober 2018, hat sich der Müll in Oehna inzwischen vervielfacht. Quelle: Isabelle Richter

Claudia Neumann sagte dazu: „Wir haben schon neues Bildmaterial an den Landkreis geschickt und eine Anfrage gestellt. Wir sind selber unglücklich mit der Situation.“ Eine Anfrage der MAZ zum Verfahren gegen den Eigentümer konnte der Landkreis am Mittwoch nicht kurzfristig beantworten. Eine Information in den kommenden Tagen wurde jedoch zugesichert.

Neben den schlechten Nachrichten gab es aber auch etwas Positives. Laut Claudia Neumann interessiere sich für die Baustoffrecyclinganlage Niedergörsdorf ein Investor, der plant, das Gelände zu sanieren und Solarmodule zu errichten. „Die Verhandlungen laufen noch. Wir hoffen, dass sie bis September abgeschlossen sind“, sagte Claudia Neumann. Sobald ein Sanierungskonzept vorliegt, soll die Gemeinde dieses vorher zur Kenntnis bekommen. Die Anlage wird derzeit von einem Nachlassverwalter betreut, da der bisherige Investor verstorben ist.

Von Isabelle Richter

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