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Teltow-Fläming Nisthilfen gibt’s nicht für jeden Storch
Lokales Teltow-Fläming Nisthilfen gibt’s nicht für jeden Storch
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00:33 02.08.2015
Der Schornstein in der Großen Straße in Jüterbog stößt auf Interesse bei Störchen. Sie bauen dort bislang aber kein Nest. Quelle: Gertraud Behrendt
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Jüterbog

Staatliche Bauförderung gibt es nicht für jeden Storch mit Nistproblemen. So beobachtet Karl Vadaru schon länger den hohen Schornstein in der Großen Straße 74 in Jüterbog. Der Schornstein sei als Nistplatz für Störche stehen geblieben, sagt er: „Seit etwa drei Jahren wird er von Störchen umkämpft, aber nicht bebaut.“ Er vermutet, dass eine Nisthilfe angebracht werden müsste so wie im Grünaer Weg in Jüterbog (die MAZ berichtete).

Doch nicht überall sollte der Mensch sofort Hilfsmaßnahmen ergreifen. Hans-Joachim Sommer von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises erläutert: „Die Installation von Nisthilfen in der Nähe bestehender Horste kann zu Revierkämpfen führen, wenn die Nahrungsgrundlage in der Umgebung nicht für mehrere Storchenfamilien ausreichend ist.“ Im Extremfall könnte ein gut gemeinter Eingriff von außen sogar dazu führen, „dass auch die angestammten Horste verwaisen“. Der nächste Horst sei nur 1000 Meter Luftlinie entfernt an der Kurve zum Ortsteil Neumarkt.

Der Schornstein in der Großen Straße war schon von Storchen um die Jahrtausendwende besiedelt, geht aus Unterlagen seiner Behörde hervor. Dies belege, dass „das Fehlen geeigneter Neststandorte normalerweise nicht der entscheidende Faktor für die Besiedlung durch Störche ist.“

Entscheidend sind das Engagement des Storchenpaares mit Kinderwunsch und die Nahrungsgrundlage. „Nur bei hartnäckigen Bauversuchen wie im Falle Grünaer Weg hilft die UNB nach“, sagt Sommer. Zuvor sollte erst einmal abgewartet werden, „ob die Nisthilfe im Grünaer Weg im kommenden Jahr angenommen wird und wie sich die Situation dann entwickelt“, erläutert der Fachmann.

Hintergrund

Bei Störchen in Deutschland herrscht in diesem Jahr Nachwuchsmangel.

Der Bruterfolg ist laut Storchexperte Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) vor allem in Ostdeutschland schlecht.

Ein Grund sei die späte Heimkehr vieler Störche aus ihren Winterquartieren – erst im Mai. Viele Paare fingen gar nicht mehr mit dem Brüten an.

Auch Trockenheit spielt eine große Rolle, weil sie das Nahrungsangebot verkleinert.


Deutschlandweit gab es 2014 etwa 6150 Storchenpaare, davon die meisten in Brandenburg (rund 1400).

Er spricht noch einen anderen Aspekt an: „Die Errichtung einer Nisthilfe auf dem hohen Schornstein ist ungleich aufwendiger als auf dem Elektromast im Grünaer Weg.“ Seine Behörde würde dies nur bei hoher fachlicher Eignung und beispielsweise kostenfreiem Engagement der städtischen Feuerwehr in Angriff nehmen. Vorher muss abgewogen werden, ob eine Hilfe sinnvoll sei.

Von Gertraud Behrendt

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