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Noch viele feuchte Keller

Dahmeland-Fläming Noch viele feuchte Keller

Der „Jahrhundertregen“ ist fort, aber seine Spuren sind auch fünf Tage später noch in der Region Dahmeland-Fläming zu sehen. Vielerorts sind die Keller feucht, Kleingärtner müssen ihre Bungalows trocken legen, und für die Überlastung des Pumpwerks in Groß Machnow wird ein Verantwortlicher gesucht. KMS-Vorsteherin Nicolaus sagt, ihr Verband sei es nicht.

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Der Königs Wusterhausener Ortsteil Zeesen kämpft noch immer mit den Folgen des „Jahrhundertregens“. So sah die örtliche Kleingartenanlage noch am Wochenende aus.

Quelle: WBV "Dahme-Notte"

Dahmeland-Fläming. Auch fünf Tage nach dem großen Regen kämpfen einige der am stärksten betroffenen Landstriche noch immer mit den Folgen. Eines der Dörfer, die es am schlimmsten erwischt hat, ist Zeesen. Weite Teile des Königs Wusterhausener Ortsteils liegen in einer Niederung. Als am vergangenen Donnerstag dort zwischen 100 und 150 Liter pro Quadratmeter niedergingen, soff die Siedlung deshalb förmlich ab. Die Gräben konnten den Regen nicht aufnehmen, das Wasser bildete Seen, überflutete Sandstraßen und ergoss sich in die zahlreichen Kleingärten, wo Bungalows bald einen halben Meter unter Wasser standen.

Das örtliche Schöpfwerk, das eigentlich das Wasser abtransportieren soll, sei angesichts der unglaublichen Mengen völlig überfordert gewesen, sagt Torsten Woitke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dahme-Notte. „An dem Schöpfwerk hängen 30 Hektar. Wenn es dort 100 Liter auf den Quadratmeter regnet, sind das 30 000 Kubikmeter Wasser, die vom Himmel fallen und abtransportiert werden müssen.“ Sämtliche Pumpen des Verbandes seien am Freitag auf Hochtouren gelaufen. „Aber am Wasserstand hat sich nichts geändert“, so Woitke. Einen vergleichbaren Fall habe es dort noch nie gegeben.

Die Feuerwehr tat ihr Bestes, um das Wasser von den Straßen und aus der Landschaft zu bekommen, am Sonnabend wurde auch noch das Technische Hilfswerk aus Lübben hinzugeholt, das bis Sonntagabend das meiste Wasser in den Zeesener See pumpte. Mit feuchten Kellern müssen aber immer noch viele Anwohnern leben, was der Ort im Moment allerdings nicht exklusiv hat.

Der Wasserstand im Dorfteich Bestensee etwa liegt derzeit 50 bis 60 Zentimeter über normal, auch dort sind nach dem Starkregen viele Keller voll gelaufen. „Wenn im See das Wasser um zehn Zentimeter steigt, dann hebt sich der Grundwasserspiegel in der Regel um das Dreifache. Das Wasser drückt dann von unten“, so Woitke.

Wasser wieder auf dem Rückweg

Inzwischen ist zumindest das Oberflächenwasser wieder auf dem Rückweg. Durch die Schleuse in Märkisch Buchholz flossen am Montag etwa sieben Kubikmeter pro Sekunde ab – das ist etwa das Siebenfache des Üblichen.

Im Zossener und Ludwigsfelder Raum sei die Lage etwas weniger angespannt gewesen, sagt Woitke. Zwar stehen auch dort Wiesen unter Wasser, aber der Boden haben viel aufgenommen.„Wir hatten noch Glück, weil es vorher eine lang anhaltende Trockenheit gab.“

Zum Tagesgeschäft ist man inzwischen auch bei den Wasser- und Abwasserverbänden wie dem MAWV oder dem KMS zurückgekehrt. Beide hatten am Donnerstag mächtig zu kämpfen. Rund 2600 Anrufer wurden am Donnerstag allein in der Telefonzentrale des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes registriert, die freilich nicht alle entgegengenommen werden konnten. „Die Leute haben wegen allem Möglichen angerufen, bei vielen Problemen waren wir gar nicht zuständig“, sagt Verbandsvorsteher Peter Sczepanski.

KMS weist Verantwortung für Groß Machnow zurück

Fakt ist aber: Das Kanalnetz des Verbandes war am Donnerstag voll, alle Pumpwerke liefen mit voller Kraft. „Das gab es so noch nie“, sagt Sczepanski. Teilweise seien Anlagen überfordert gewesen, Leitungen liefen über. Bisher gebe es aber erst eine Meldung, dass Wasser über die Kanalisation in eine Wohnung gedrungen ist. Sczepanski: „Dem Kunden haben wir mitgeteilt, dass er sich an seine Hausratsversicherung wenden muss.“

Dem Zweckverband Komplexsanierung mittlerer Süden (KMS) stehen wahrscheinlich mehrere solcher Gespräche ins Haus. In Groß Machnow hatten sich am Donnerstag zahlreiche Bewohner darüber beklagt, dass Abwasser über die Toiletten in die Wohnungen gestiegen war. Verbandsvorsteherin Heike Nicolaus weist allerdings eine Verantwortung ihres Verbandes zurück. Die Kunden seien verpflichtet, sich gegen Rückstau zu versichern. „Jeder Hauseigentümer muss eine Rückstauklappe einbauen und diese auch regelmäßig warten“, so Nicolaus. Eine solche Rückstauklappe verhindert, dass Wasser zurück in Wohnungen fließt.

Auch dass das Pumpwerk überlastet war, liege nicht in der Verantwortung des Verbandes. „Das Pumpwerk ist nur für Abwasser ausgelegt, und dafür hätte es auch gereicht“, so die Vorsteherin. Zur Überlassung habe das Regenwasser geführt. Und dafür, dass Regenwasser ordnungsgemäß entsorgt wird und nicht in die Abwasserleitungen fließt, sei allein die Gemeinde zuständig, in diesem Fall Rangsdorf.

Von Oliver Fischer

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