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Teltow-Fläming Noël Martin geht es besser
Lokales Teltow-Fläming Noël Martin geht es besser
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18:45 17.06.2015
Die Ausstellungstafeln des Vereins „Bürger für Bürger“. Quelle: Andrea von fournier
Glasow

Die gute Nachricht lag über der Gedenkveranstaltung wie eine Freudenbotschaft: Noël Martin, dem Briten mit afrikanischen Wurzeln, der vor 19 Jahren in Mahlow arbeitete und dort von Jugendlichen lebensgefährlich verletzt wurde, geht es besser. Im vergangenen Jahr hatte der schwerstbehinderte Mann unter anderem einen Herzinfarkt und zeitweise einen Gedächtnisverlust erlitten und hatte die meiste Zeit im Krankenhaus oder bettlägerig zu Hause verbracht.

Jedes Jahr am 16. Juni, dem Tag des rassistischen Anschlags, treffen sich Mahlower Einwohner, Schüler, Vereine, Kirchen, Gemeindevertreter und -beauftragte an der Stelle gegenüber der Astrid-Lindgren-Grundschule, an der das Unheil geschehen ist. Sie wollen sich gemeinsam erinnern und demonstrieren, dass sie dem Rassismus die Stirn bieten. In diesem Jahr moderierte Roland Scharp (Linke), Vorsitzender der Gemeindevertretung, die Feier. Linda Blümchen (Gesang) und Max Feig (Gitarre) umrahmten die Veranstaltung mit ihren Songs frisch, hoffnungsfroh und doch würdig. Vera Hellberg vom Verein „Bürger für Bürger“ zog eine Bilanz des zehnjährigen Engagements des Vereins bei der Vorbereitung des Noël-Martin-Gedenkens. Aus der 2006 geborenen Idee, nicht nur an diesem einen Tag gegen Fremdenhass, für Weltoffenheit und eine Willkommenskultur zu stehen, ist eine Vielzahl von Initiativen geworden. Bleibende Erinnerungen an Veranstaltungen, Begegnungen mit Noël Martins Freunden und einer Fußballmannschaft aus Birmingham, an eigens komponierte Lieder und den von Grundschülern gepflanzten Baum gibt es inzwischen.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“, der Sparkassenstiftung und der Gemeinde konnten Preise für Wettbewerbe ausgerichtet werden, die sich von 2008 bis 2014 an Kinder und Erwachsene richten. Dazu sollten Plakate, Fotografien, Briefmarkenentwürfe oder Gedichte zu jährlich wechselnden Themen wie „Fremd sein“, „Poesie gegen Gewalt“ oder „Heimat“ eingereicht werden. Diese hatten Vereinsmitglieder nun aufgearbeitet und am Gedenkort ausgestellt. Neugierig wurden Fotos und Darstellungen betrachtet. Als Vera Hellberg dann die ermutigende Grußbotschaft Noël Martins verlas, gab es spontanen Beifall.

Von Andrea von Fournier

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