Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Noël Martin geht es besser

Gedenkveranstaltung erinnert an rassistischen Überfall vor 19 Jahren Noël Martin geht es besser

Vor 19 Jahren wurde in Mahlow der Brite Noël Martin überfallen, seitdem ist er schwerstbehindert. Engagierte Bürger erinnerten daran mit einer Gedenkveranstaltung. Und sie konnten vermelden: Nach einem gesundheitlichen Tief im vergangenen Jahr geht es Martin inzwischen wieder besser.

Voriger Artikel
CDU nominiert Detlef Helgert
Nächster Artikel
Architekten machen Druck gegen Zossen

Die Ausstellungstafeln des Vereins „Bürger für Bürger“.

Quelle: Andrea von fournier

Glasow. Die gute Nachricht lag über der Gedenkveranstaltung wie eine Freudenbotschaft: Noël Martin, dem Briten mit afrikanischen Wurzeln, der vor 19 Jahren in Mahlow arbeitete und dort von Jugendlichen lebensgefährlich verletzt wurde, geht es besser. Im vergangenen Jahr hatte der schwerstbehinderte Mann unter anderem einen Herzinfarkt und zeitweise einen Gedächtnisverlust erlitten und hatte die meiste Zeit im Krankenhaus oder bettlägerig zu Hause verbracht.

Jedes Jahr am 16. Juni, dem Tag des rassistischen Anschlags, treffen sich Mahlower Einwohner, Schüler, Vereine, Kirchen, Gemeindevertreter und -beauftragte an der Stelle gegenüber der Astrid-Lindgren-Grundschule, an der das Unheil geschehen ist. Sie wollen sich gemeinsam erinnern und demonstrieren, dass sie dem Rassismus die Stirn bieten. In diesem Jahr moderierte Roland Scharp (Linke), Vorsitzender der Gemeindevertretung, die Feier. Linda Blümchen (Gesang) und Max Feig (Gitarre) umrahmten die Veranstaltung mit ihren Songs frisch, hoffnungsfroh und doch würdig. Vera Hellberg vom Verein „Bürger für Bürger“ zog eine Bilanz des zehnjährigen Engagements des Vereins bei der Vorbereitung des Noël-Martin-Gedenkens. Aus der 2006 geborenen Idee, nicht nur an diesem einen Tag gegen Fremdenhass, für Weltoffenheit und eine Willkommenskultur zu stehen, ist eine Vielzahl von Initiativen geworden. Bleibende Erinnerungen an Veranstaltungen, Begegnungen mit Noël Martins Freunden und einer Fußballmannschaft aus Birmingham, an eigens komponierte Lieder und den von Grundschülern gepflanzten Baum gibt es inzwischen.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“, der Sparkassenstiftung und der Gemeinde konnten Preise für Wettbewerbe ausgerichtet werden, die sich von 2008 bis 2014 an Kinder und Erwachsene richten. Dazu sollten Plakate, Fotografien, Briefmarkenentwürfe oder Gedichte zu jährlich wechselnden Themen wie „Fremd sein“, „Poesie gegen Gewalt“ oder „Heimat“ eingereicht werden. Diese hatten Vereinsmitglieder nun aufgearbeitet und am Gedenkort ausgestellt. Neugierig wurden Fotos und Darstellungen betrachtet. Als Vera Hellberg dann die ermutigende Grußbotschaft Noël Martins verlas, gab es spontanen Beifall.

Von Andrea von Fournier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg